Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1865)
- Date
- 1865-11-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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70S „Auch wir gründen unsere Forderung auf ihr eigenes Gesetzbuch. Sechsmal hunderttausend Mann zogen hinweg von uns, beladen mit Silber und Gold, so wie es in ihrer heiligen Schrift heißt. „„Sie leerten Aegypten aus,"" so mögen sie unS unser Silber und unser Gold wievergeben!" — „Mein Herr und König!" erwiederte Gebiha, „sechsmal hunderttausend Mann haben bei ihnen vierhundert Jahre gedient, darunter selbst viele Silber¬ und Goldarbeiter, welche einen Denar Lohn für den Tag erhalten." — Alexander ließ von seinen Gelehrten den Betrag der ganzen Summe ungefähr berechnen, und che sie noch bis zu hundert Jahren gelangt waren, war die Summe schon so groß, daß zu ihrer Bezahlung ganz Aegypten hätte zur Zahlkammer werden müssen, und so gingen auch die Aegypter beschämt davon. — Jetzt gab Alexander das Verlangen kund, nach Jerusalem zu gehen. Da kamen die Cuthäer zu ihm und sprachen: „Gib Acht! sie werden Dich nicht in ihr Allerheiligstes lassen." — Gebiha den Peftsa erhielt davon Kunde und ließ sich zwei Filzschuhe machen und legte in jeden einen Edelstem, eine Myriade Silbergulden werth. Als nun Alexander an den Tempelberg kam, sagte Gebiha zu ihm: „Mein Herr und König! ziehe Deine Sandalen aus und dafür diese Filzschuhe an; denn das Estrich ist glatt, und leicht könnte Dein Fuß ausgleiten". — Als sie nun an das Allerheiligste kamen, sagte er: „Mein König! bis hierher ist es uns gestattet zu gehen, weiter nicht!" — „Wenn ich hinauskomme," rief Alexander, „werde ich Dir dafür Deinen Höcker glatt machen!" — „Wenn Du das kannst, mein König!" erwiederte Gebiha, „sollst Du der geschickteste Arzt heißen und königlich belohnt werden." — Alexander lachte, ging mit Gebiha zurück, fand und behielt die beiden Edelsteine und entließ Gebiha gnädig. — Da sprachen die Weisen zu Gebiha: „Von S) 2. B. M. 12, 36. — Dir gilt das Wort der Schrift:*) „„Bist Du weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz und ich kann dem, der mich schmähet, ein Wort erwiedern."" — (Nach Inhalt, Reim und Rhythmus.) Von Gott stehe uns bei, Daß Segen im Gute uns sei, Und seine Gnade verleih', Daß all unser Schaffen gedeih', Gott stehe uns bei! — Er spende Segen uns doch Am ersten Tage der Woch'! Und so den zweiten auch noch! Daß süß das Berathen auch sei, — Gott stehe uns bei! — Viel sei was helfen mir mag Den dritten und vierten Tag, Am fünften dann — doch ohne Plag' — Da send' Er und mache uns frei, — Gott stehe uns bei! Am sechsten rüsten wir her, Dem kommenden Gast zur Ehr'. Er sehe, wie er so sehr Von Herzen willkommen uns sei, — Gott stehe uns bti! — Und Wonne der Seele verleih' Der köstliche Tag der Weih'! Das Lager von Sorgen nun frei, Und Licht tue Nacht um uns sei, — Gott stehe uns bei! —?) Spr. Sal. 27, 11. — » x » i«-1 * Milk-Gesuch. Ein junger Mann (Israelit), aller kaufmännischen Arbeiten sowie der französischen und englischen Sprache und Correspondenz mächtig, sucht zum sofortigen Eintritte einen passenden Comptoir- oder Lagerposten. Gefall. Franco Offerten nimmt die Expedition d. Bl. snlr Nr. 677 entgegen. 2um 1. Februar 1866 wird bei der hiesigen israesO litischen Gemeinde die Stelle eines Vorsängers und Schächters mit fl. 400 jährlichem Gehalt vacant. Qualificirte Bewerber ersuchen wir um deren baldgefällige Meldung bei den Unterzeichneten. Altenstadt a./Jller in Bayern, denö. Nov. 1865. Max Maier Ignatz Deutsch.