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Der Israelit · 1865-11-22 · Heft 47 (22.11.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 47 (22.11.1865)
Date
1865-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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K. Jahrgang. «7. Der Israelit. Ein Lr das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Ldi». Lehmann in Mainz. Mainz, den 22. November 5626 (1865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 11/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: L Thlr. pr. E. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Talmud Thora. — Noch einmal über die Jeschiba-Angelegenheit in Ungarn. — Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen: Deutschland. Mainz. Büdingen. München. Hannover. Stuttgart. Heilbronn. a.N. Oberschwaben. — Preußen: Berlin.— Frankreich. Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Preußen: Berlin. Berlin. — Frankreich: Paris. — Holland: Aus dem Haag. — England: Bristol. — Rußland: Odessa. — Australien: Sidney. — Feuilleton: Gebiha ben Pesisa als Sachwalter Israels vor Alexander, dem Macedonrer. — Inhalt der Extra-Beilage: Spenden zur Linderung der Hungersnoth in Palästina. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Leitende Artikel. Talmud Thora.*) 1 Bekanntlich gilt die Verallgemeinerung der Bildung und die Vermehrung des Unterrichts für eine Haupterrungenschaft unseres vorangeschrittenen und erleuchteten Zeitalters; daher pflegt man dieCivilisation eines Landes danach zu ermessen, in welchem Grade die Masse des Volkes Schulunterricht genossen hat. Erst in neuerer Zeit ist man dahin gekommen, *) Rach dem I'vi L'Israöl von S. Bloch, dem Hauptredaeteur d«S „voiv. lar." den Jugendunterricht zur Aufgabe des Staates zu machen, und durch die Gesetzgebung die Pflicht aufzulegen, den Geist zu cultiviren und den Verstand zu klären. Israel besitzt dieses Gesetz, hat diese Pflicht bereits seit vier Jahrtausenden. Nicht ist es uns eine Frage des Fortschritts und der Civilisation, deren Lösung der Willkür oder dem veränderlichen Zeitengeiste überlassen, es ist uns vielmehr ein göttliches Gebot, das Gottessiegel, daS der Schöpfer der Menschheit aufgedrückt hat, uns immer mehr durch Unterricht und Erziehung zu vervollkommenen. In der feierlichsten und erhabensten Kundgebung der jüdischen Religion, in dem „Schema", findet das Gebot i'^ „unterrichte deine Kinder!" seine Stelle. Keine dauerhaftere und unerschütterlichere Unterlage kann das Judenthum für sein erhabenes Gebäude haben als den Unterricht der Kinder 'Ov w pm kp rnv' in den Mund der zarten Jugend hat Gott das Fundament für die Welt des Geistes gelegt, die wir Judenthum, die wir Thora nennen. Zuerst spricht das jüdische Bekenntniß, das mit „Schema" beginnt, die Einheit Gottes aus; dann empfiehlt es die Liebe zu Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen; aber diese erhabenen Lehren, welche alle religiösen und socialen Tugenden in sich fassen, hätten keinen festen Halt, wenn sie nicht vervollständigt würden durch das Wort ^2vmun, „belehre deine Kinder!" — Jedesmal, da Gott eins« großen Grundsatz oder eine große Erinnerung inmitten seines Volkes verewigen wollte, befahl er nicht, es in Stein zu graben oder ein Denkmal dafür zu setzen, sondern er sprach: rnvm, „du sollst es sagen deinem Sohne". DaS

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