Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1865)
- Date
- 1865-11-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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«76 Summen nöthig sind, leuchtet wohl ein. Hierbei ist auch noch besonders der Umstand hervorzuheben, daß durch obenerwähnten Ankauf eines Hauses und dessen Einrichtung, ungeachtet dessen, daß Ein hochherziger Mann fünftausendGulden hiezu bewilligt und bereitwilligst ausgezahlt hat, die Casse der Anstalt sehr in Anspruch genommen wurde. Man stellt daher das freundliche und angelegentliche Ersuchen a) an alle jene Edlen, welche Jahresbeiträge gezeichnet, diese für das lausende Schuljahr (IS^/se) baldigst einsenden, sowie überhaupt der Anstalt Unterstützung angedeihen lassen zu wollen, 6) an alle Jene, welche sich bis jetzt noch nicht beiheiligt, der Anstalt ihr Wohlwollen nun recht bald zuzuwenden, durch ebenfalls baldigst einzusendende Gründungs-, Jahres- und sonstige Beiträge. Deßsallsige Spenden-Einzeichnungs-Listen liegen hier bei. Die hohe Wichtigkeit unserer Anstalt läßt mit Recht auf immer größere Betheiligung schließen, sowie sie sich auch immer neuer Anerkennung zu erfreuen hat. Würzburg, den 1. November 1665. Die Vorstandschaft der isr. Lehrerbildungsanstalt. Seeligmann Bär Bamberger, Distrikts-Rabbiner." Die Srnei Oerith in Amerika. Wir brachten früher einige Notizen über diesen Verein, der, wie wir berichteten, bereits 6000 Mitglieder zählt. In Folgendem geben wir den Wortlaut einer Rede theilweise wieder, die der Logenmeister Herr G. N. Herrmann vorigen Sommer vor einer großen Anzahl Glaubensgenossen in der Moses-Loge zu San Francisco gehalten hat: „Meine Brüder! Seitdem wir in diesem Distrikt festen Fuß gefaßt haben, stehen uns bereits sechs Logen zu Gebote. Bei jeder Gelegenheit kam die Ordnung des Vereines zur Sprache, die bei diesem Verbände, der den Pflichten des Judenthums gemäß seine Statuten zu regeln hatte, manche Schwierigkeiten bot. Auch wurde Mordechai als das Vorbild des wahren Israeliten ausgestellt, während Haman den Feind des Judenthums repräsentirte. Die Art und Weise, wie eine Loge emzuricbten sei, kam hauptsächlich zur Sprache. Da nun so viele Themata bereits besprochen worden, so bin ich um die Wahl des zu besprechenden Gegenstandes in einiger Verlegenheit. Wenn ich nun eine Umschau in diesem verehrten Zirkel halte, so sehe ich nicht die Jugend Israels, die lernbegierig meinen Worten lauscht, um mich versammelt. Nein, die verehrlichen Anwesenden sind Männer, welche dienert der Jugendträume bereits zurückgelegt haben, deren silberscheinende Locken bezeugen, daß viele von ihnen den Meridian des Lebens bereits passirt haben. Diese Männer kannten Israel zu einer Zeit, als es noch gefährlich war, sich Jude zu nennen; sie haben gesehen die Bedrückung und das Galuth, das am Anfänge des Jahrhunderts auf unseren Brüdern lastete. Jetzt haben sie nun das Zeitalter, wo wir die wahre Freiheit erlangt haben und wo der Hebräer mit seinen übrigen Mitbürgern auf gleicher Stufe stobt, erlebt. Daß wir uns vereinigt haben, um unsere Neugierde zu befriedigen, kann ich nicht glauben; vielmehr vermuthe ich, daß Sie Sich bewogen gefühlt haben, Sich in unsere Brüderschaft einreihen zu lassen, um unsere göttlichen Principien fördern zu wollen, und unser Volk auf den höchsten Punkt der Moralität, Humanität und Gelehrsamkeit zu bringen. Da unsere Loge den Namen „Moses" trägt, den Namen des größten aller Männer, so wollen wir auch handeln wie Moses, der, als er erwachsen war, ausging, um die Lasten seiner Brüder zu sehen. Laßt uns also einmal einen Ausgang machen, um zunächst unsere Brüder, die Israeliten unserer Stadt, in ihren verschiedenen Positionen, religiösen Versammlungen und Vereinen und in ihrem häuslichen Leben zu besuchen. Ebenso wie Moses bestrebt war, die Lage seiner Brüder erträglicher zu machen und ein „Königreich von Priestern und ein heiliges Volk" entstehen zu lassen, wollen auch wir nicht versäumen, das Unsrige zu thun, unserem würdigen Lehrer möglichst nachzuahmen. Zum Thema unserer heutigen Betrachtung nehmen wir die jüngst verlesenen Worte unstrer heiligen Thora. „„Und Ihr sollt nicht entwürdigen meinen heil. Namen, so daß ich geheiligt werde unter den Kindern Israels, ich bin der Ewige, der Euch heiligt, der Euch aus Aegypten geführt hat, Euer Gott zu sein, ich bin der Ewige."" Es war stets Israels Aufgabe, den Namen Gottes zu heiligen, und herrlich wußte es derselben zu genügen. Wir brauchen nicht auf die Tage eines Daniel, Chananjah, Mischael und Assarjah zu verweisen, um Beispiele zu finden, wie jüdische Männer und Frauen diesem Principe ihr Alles zu opfern wußten. In jedem Zeitalter hatte Israel seine Männer, die willig die grausamsten Torturen, selbst den Märtyrertod erlitten, ohne auch nur einen Finger breit von den Ueberzeugungen und dem Glauben ihrer Väter abzulassen. Nie ist Israels Glaube ihm entrissen worden, kein Mittel gab es dazu bis jetzt, und keins wird es geben. Groß, sehr groß ist die Anzahl der Personen,