Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1865)
- Date
- 1865-11-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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668 ihnen zu; „so möge der Herr der, Gedanken kommen ( und sich an Euch bezahlt machen!" — Und der Eni gel Gabriel kam und schlug sie zu Boden. — Da gaben die Weisen das Gesetz: „Ein König, der nicht aus dem Hause David's ist, darf weder richten, noch gerichtet werden; weder selbst Zeugniß oblegen, noch durch Zeugen in Anklage versetzt werden." — Emst nun ward einem Frommen in einem Traume die Aufforderung: „Gehe hin zu Simon, dem Sohne Schetach's, und sage zu ihm, daß er einmal schwer zu büßen habe. Er hat gelobt, er wolle, wenn er Nasi geworden, alle Zauberinnen ohne Erbarmen verfolgen; nun ist er Nasi, und doch treiben achtzig giftmischende Zauberinnen in einer Höhle bei Akalon ungestört ihr Unwesen und bringen die Welt in Verderben!" — „Aber," antwortete der Fromme in seinem Traume, „ich fürchte, er wird mir nicht glauben." — „Wenn er Dir nicht glauben will/' antwortete das Traumgesicht, „so gib ihm ein Wunderzeichen. Lege Deine Hand auf Dein Auge und nimm es heraus, und bringe dann das Auge wieder in seine Höhle." — Der Fromme kam zu Simon und erzählte ihm den Traum, den er gehabt, und erklärte sich bereit, das Wunderzeichen zu vollbringen. — „Ich mag Dein Wunderzeichen nicht," sagte Simon; „ich glaube Dir ohne dasselbe und werde thun, was recht ist. Es ist wahr, ich habe mir im Herzen vorgenommen, alle Zauberei aus dem Lande zu vertilgen: doch ist nichts von meinem Vorsätze über meine Lippen gekommen." — An einem Regentage, wo der Regen in Strömen zur Erde stürzte, läßt Simon achtzig seiner Schüler zu sich kommen, gibt jedem ein reines Gewand in einem irdenen Topfe enthalten und läßt sie die Töpfe umstülpen, so daß die Gewänder vor dem Regen völlig geschützt sind. „Wir gehen," sagte er zu ihnen, „nach der Höhle der Zauberinnen. Wenn ich zum erstenmale pfeife, so zieht Ihr Euere trockenen Kleider an; pfeife ich znm zweitenmale, so kommt Ihr alle in die Höhle, und sogleich bei dem Eintritt ergreift ein j der von Euch eine Zauberin und hebt sie in die Höhe; denn so wie der Zauberer von der Erde hinweggeschoben wird, verliert er alle Macht, und seine ganze Kunst ist dahin." — Hierauf ging er mit den Jünglingen nach der Höhle. Dort angekommen, ließ er sie einige Schritte entfernt zur Seite, trat selbst aber, nachdem er sich umgekeidet, an die Pforte der Höhle und klopfte an. „Oeffnet," rief er, „öffnet, Ihr Geweihten! denn ich bin einer der Euern! — Sie öffneten, und er trat ein. — „Wie vermochtest Du," frugen sie, „an einem solchen Tage hierherzukommen, in trockenen Kleidern, ohne vom Regen berührt worden zu sein?" — „Ich bin zwischen die Regentropfen hindurch gegangen," antwortete er. — „Und was suchst Du hier?" frugen sie weiter. — „Ich bin gekommen," antwortete er, , um von Euch zu lernen und auch Euch zu lehren; jeder zeige, was er kann." — Da begann die Eine und sprach ihre Zauberformel und Brod erschien. Dann die Andere, und es kam Wein! Hierauf die Dritte, und der Braten zeigte sich. Endlich die Vierte, und auch das Zugemüse fehlte nicht. — , Und was vermagst Du?" trugen sie jetzt. — „Ich," sagte Simon, „ich pfeife zweimal und führe Euch achtzig Jünglinge zu, die sich mit Euch freuen, und mit Denen Ihr Euch freut." — „O thue Das!" riefen sie, „so Was gefällt uns." — Er pfiff, und die Jünglinge legten ihre trockene Kleidung an; er pfiff zum zweitenmale, und sie traten sämmtlich ein. „Jeder wähle," rief er, „seine Gespielin!" - Sogleich ergriff jeder eine Zauberin und hob sie von der E^de weg in die Höhe. — „Schaffe Brod herbei!" sprach Simon zu der Einen. Sie vermochte es nicht und ward zum Richtplatz fortgetragen. „Schaffe Du Wein herbei!" sprach er zur Zweiten, nnd da auch sie es nicht vermochte, ward sie ebenfalls zum Tode am Galgen verdammt, und so geschah es mit Allen. — Aber dieses, wenn auch für die Zeit nothwendige, doch strenge und rasche Gericht zog dem Sohne des „Richters mit den glühenden Händen," wie man Simon nannte, den Tod zu. Zwei falsche Zeugen, von der Rache aufgestellt, klagten den Sohn Simon's eines schweren Verbrechens an, und ihre Aussagen waren so übereinstimmend und schienen so zuverlässig, daß ein Todesurtheil erfolgen mußte. Als man aber den Sohn zur Hinrichtung hinführte, wurden die Zeugen plötzlich von Reue ergriffen und widerriefen ihre Aussage und gestanden, daß ihre Anklage falsch sei. Der Vater, welcher den armen Sohn auf seinem letzten Gange geleitete, wollte denselben zmücksühren lassen. Aber der Sohn sprach: „Vater! Du weißt, nach dem bestehenden Gesetze hat ein solcher Widerruf der Zeugen, nachdem einmal das Urtheil gesprochen ist, keine Geltung mehr, und willst Du, daß ein besserer Zustand komme, so laß mich immerhin als Opfer fallen!" b) Im Texte lauten die Worte: „Mache mich zurAskupha" (Jer. Sanhcdr. i3 6, Jalkut Tebil. Nr. 668, wo jedoch die Worte: „mich zu" fehlen) d. h., wenn man Aökupha für chaldäisch gleich Lckupha nimmt: „Laß mich die Schwelle sein," über welche nämlich der bessere Zustand heretnkommt (so wohl rnit Recht: Jost; Gr ätz: Gesck. der Juden HI. S. 152 hingegen: „Betrachte mich als eine Schwelle, aus welche man ohne Becauern triti). De Lara indessen in seinem Kether Kebuna hält das Wort für bas grieck. oder lateinische seopus, . lfo: „Laß mich immerhin die Zielscheibe (der Feinde) sein." — (Vergl. auch Or Ester