Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1865)
- Date
- 1865-10-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein VF «2. k. Jahrgang. Der Israelit Central-Organ für das orthodoxe Jirdenthum. Herausgegeben von Vr Lehmann in Mainz. Mainz, den 18. Octoder 5626 (1 865). > Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 11/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 3V kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Anhalt: Leitender Artikel: Original-Briefe von S. — Zeitungsnachrichten und Eorrefpondeuzen: Deutschland. Mainz. Frankfurt a. M- Würzburg. Stuttgart. Neckarsulm. Heilbronn. Jchenhausen. — Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Lorrespondenze«: Rußland: Warschau. — Dänemark: Kopenhagen. — Amerika: Baltimore. — Feuilleton: Die rumänischen Israeliten. — Alte Sprüche — Anhalt der Extra-Beilage: Spenden zur Linderung der Hungersnotb in Palästina. — Bau jüdischer Armen-und Pilgerwohnungen in Jerusalem. —Spenden für die Armen des hl. Landes. — Spenden für die zwei Waisen aus Michelau bei Büdingen. — Leitende Artikel. Original - Briefe von S. Achter Brief. Der alte Josippen beschäftigte meine Phantasie lebhaft in dem Augenblicke, als das gluthsprühende Dampfroß mich, der wie ein Täubchen sanft in seinem Neste saß — 'O — aus dem Weichbilde Wiens in die Ferne expedirte. Weiß er doch davon zu erzählen, daß palästinensische Juden, unter die römischen Legionen gesteckt, lange vor der Zerstörung des heiligen Tempels, an die Ufer der Donau gekommen sind. Ob sich dieses historisch begründen läßt? — Die Eisenbahn führte mich zuerst nach Linz, das zur Zeit wieder von Juden bewohnt ist, dann nach Pafsau, woselbst sich unsere Glaubensgenossen seit den Hetzjagden im Mittelalter mcht wieder angesiedelt haben, und dann nach dem alten Regium, nach Regensburg. Im 'nn-iv, in den im Emek Habacha des Rabbi Joses Hakohen, im Schudt und Pertz wird Regensburg oft erwähnt. Heute zählt es 200 jüdische Seelen, besitzt eine desolate Synagoge und einen Rabbinen — in Sulzbürg. Die Regierung, welche den vakanten Posten wieder aMfüllen möchte, wird »6 Oraeeas Oalevckas vertröstet. Die Herren W. aus Bayreuth — einer altehrwürdigen jüdischen Patrizierfamilie entstammend, sie zählt sp'n zu ihren Ahnen — wirken hier in anerkennenswerther Weise für die Belebung des religiösen Sinnes, und überzeugten uns auf's Neue, daß es in unserer Mitte oft nur wohlwollenden Anregens bedürfe, um fruchtbares Terrain zu gewinnen. — Sulzbach, berühmt durch seinen Kalendermann, minder aber durch die Arnstein'sche Officin, die leider mit ihrer Landsmännin in Fürth so viele incorrecte Elaborate verbreitete, und keineswegs das stereotype: dr^> lnpvT« spri'? pn 8^1 zur Wahrheit machte, blieb rechts liegen; doch in Nürnberg machten wir Halt. — Ein Tourist von feinem Geschmacke und erprobtem Urtheil hält Nürnberg, in Anbetracht seiner monumentalen Schätze, für den vorzüglichsten Träger germanischer Kunstbildung. Und wenn die wilde Pegnitz uns damit unterhalten wollte, was sie in längst verflossenen Tagen gesehen und gehört, wie dann? Der Stadtrath, welcher, Dank achter Clairvoyance, vor zehn Jahren endlich die Aufnahme der Juden decretirte, hat bis zur Stunde seinen Beschluß noch nicht bereut. Schon tragen 280 jüdische Familien zur mer-