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Der Israelit · 1865-09-20 · Heft 38 (20.9.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 38 (20.9.1865)
Date
1865-09-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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550 - - i. Rein ist ihr Atbem, ihr Hauch getragen von AnmMh und Würde Und'in Unschuld getaucht, Alles was ihr nur gehört. Weisheit ruhet in ihr mit unwiderstehlichem Zauber, Alles ist Ordnung und Plan, Alles ist Mittel zum Ziel. Alles deutet auf ihren großen Urheber und Zeuger, Selbst in dem kleinsten Geschöpf spiegelt die Allmacht sich ab. Jedem noch so kranken Gemüthe spendet sie Labung, Und das hinstechende Herz heilet die reiche Natur. W«; nur zu ihr hinflteht, sehnsüchtigen HcrzenS und schmachtend. Findet Hoffnung und Trost, wenn zu erliegen er glaubt. Selbst das verirrte Gemüth, in Sinnlichkeit gänzlich versunken, Führt auf die richtige Bahn, reuig zu Gott sie zurück! — Wer sich erhebet mit Stolz, von Eigendünkel geblendet, Und mit eitelem Wahn anmaßend sich dünket zu groß; Wer im Uebermuthe vergißt des allliebenden Schöpfers, Glaubend sich selber genug, daß er nicht Gottes bedarf: Dem reißet die Larve sie ab, ihm zeigend die schlüpfrigen Pfade, Die er gewandelt bis jetzt, bis er dem Grab sich genäh'rt. Heilig und groß bist Du daher, Du göttliche Feier, Die an die Schöpfung erinnert, ganz an die Wiege der Welt! Während Du so uns ermahnest an unfern Ursprung und Dasein, Führ'st Du den Menschen zurück an die Urquelle des Seins, Bis er emporrankt sich an dem himmlischen Gedanken Und es zu dämmern anfängt wieder in seinem Gemüth, Daß vorhanden ein Gott, ein übersinnliches Wesen, Weit über jeden Begriff, nur von dem Geiste erschaut! Diesen göttlichen Schöpfer, diesen Erhalter des Weltalls Lehrest Du uns, o Fest, mit dem das Jahr sich erneut. Und um diesen Gedanken uns noch begreiflich zu machen, Lassest erschallen Du uns schmetternd das Blasinstrument. Wenn nun ertönen die Stimmen des Echofars nach üblicher Weise, Wenn sie mit wuchtiger Kraft steigen zum Himmel hinan: Rufet im Innern des Herzens, hinschmelzend von Rührung und Demuth, Voll von Andachtsgefühl, wer nur zu Israel schwört: „Heute wird von uns die Huldigung des Herrn, des Schöpfers des Weltalls, Des alleinigen Gottes wieder wie jährlich erneut!" Wenn auch der Namen des Höchsten nicht würdig und glorreich erkannt wird Hier in gesitteter Welt wie in entlegener Fern'; Wenn unter Heiden sowohl wie unter gebildeten Völkern Gott noch immer nicht ganz einzig ist worden erkannt, Wenn Fanatismus noch immer und Aberglaube noch waltet Hier aus unsrem Planet trotz aller Bildung und Kunst; War es doch Israels Aufgabe stets von jeher wie heute, Laut zu verkünden, daß Gott einig und einzig nur ist. Daß er am Ende der Tage in jener erglänzenden Zukunft Einst wird von jedem Geschöpf werden in Wahrheit erkannt: Dann wird auch, wenn Jsra'l wird haben die Wahrheit verbreitet. Wie ibm die Aufgabe ward in der Zerstreuung Exil, Gott der Freiheit leuchtenden Morgen für Alles, was lebet, Lassen brechen bcrvor, aus den nicht Knechtschaft mehr folgt; Dann wird Gott selber stoßen in die Posaune, die große, Zur Erlösung des Volks, das bis an's Ende geharrt, Das so lange geduldig die Schmach der Völker getragen Nur in dem Hinblick auf ihn, daß er erlösen es wird. Ja, wenn es sich selber erwecket zur Reue und Buße Durch den erdröhnenden Schall, welcher dem Gchofar entfährt. Das ihn zur Besserung mahnt, an seine Bestimmung auf Erden, An sein irdisches Nichts wie an sein himmlisches Ziel: Selbst wenn es neu wird vor Gott mit jedem Erscheinen deS Ncujahr's Wie ein neues Geschöpf ganz ohne Schlacken und Fehl: Wird der Erde zum Schrecken in furchtbar mächtigen Tönen Gott selbst stoßen in's Horn, weckend das Todtenbereich, Wie er einst furchtbar geblasen auf Sinai's feurigem Gipfel, Als das zagende Volk stand um den rauchenden Berg, Jsra'l wird führen zurück von der Erde weitesten Zonen, Vom entlegensten Nord bis zum entferntesten Süd, Nachdem es gläubig und standhaft gleich dem Stammvater Isaak Ließ zur Schlachtbank sich zieh'n wie ein geduldiges Lamm, Nachdem es gläubig und standhaft durch der Jahrhunderte Strömung Hoch hat getragen das Licht, bis es erleuchtet die Welt, Angebahnet die Wahrheit, die hehre, immer verkannte. Bis es nicht endlich mehr braucht unter den Völkern zu sein. Und es freudig sich sammeln wird dürfen von Neuem, , Ohne zu fürchten wie sonst, wieder zu werden zerstreut Unter der Fahne des Glaubens, der jugendlich strahlenden Thora, Welche errungen den Sieg über die Lüge, den Wahn, Und an der Spitze Messias, Israels ersehnten Erlöser, Selbst von dem Höchsten geführt, der auch die Menschheit erlöst, Ziehet jauchzend dahin unter Hymnen des Dankes und Liedern In das heilige Land, das ihm zum Erbe einst ward. vr. ^ion Lirsedfelck. w L L I « L M. Bei dem Unterzeichneten israelitischen Cultus- Beamten dahier finden junge Leute, die die hiesigen vorzüglichen Lehranstalten besuchen, in einer in gesundester Lage gelegenen Wohnung gewissenhafte körperliche Verpflegung und echt religiöses jüdisches Familienleben. Gleichzeitig erlaube mir dem geehrten xeisendM Publikum meine Restauration wieder in Erinnerung zu bringen. — Es bittet diese Annonce nicht mit ähnlichen anderen verwechseln zu wollen, der auf frankirte Anfragen nähere Auskunft ertheilende M. L. Meyer, Seefeld Nr. 551.

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