Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1865)
- Date
- 1865-08-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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6. Jahrgang. 3S ' V. -- Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausge.^ven von . Dl». Lehmann in Mainz. Mainz, den 30. August 5625 (1865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 11/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: L Thlr. pr. C. oder st. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreich ische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österrerch. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: O Leityude Artikel: Das Buch Kusari. — Original-Briefe von S. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Frankfurt a. M. Aus Nassau. Hockkeim. — Preußen: Altena. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. — Italien: Turin. — Frankreich: Paris. — England: London. London. — Amerika: New-Jork. — Afrika. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Detichland: Worms. — Rußland: Petersburg. — Afrika.- Tunis. — Nacksckrift: Mainz. — Feuilleton: Gott überall. — Inhalt der Extra-Beilage. Ergebniß der tn Mainz veranstalteten Sammlung zur Steuer der Hungersnoth im heiligen Lande. — Von auswärtigen Gemeinden. — Leitende Artikel. Das Such Kusari. (Fortsetzung.) Der Chaber begründet nunmehr die historische Grundlage des Judenthums näher, indem er darauf hinweist, daß in der ganzen Natur eine Stufenfolge waltet, daß die Vegitabilien den Mineralien in Bezug auf Ernährung, Wachsthum und Fortpflanzung voranstehen, daß wiederum die animalischen Wesen durch Bewegung, Willensäußerung, Begierden rc. vor den Pflanzen einen Vorzug besitzen und daß dem verständigen Wesen, dem Menschen, moralische, sociale und politische Vorzüge zukommen; unter den Menschen ragt aber als ein gesonderter der Prophet hervor, dem durch göttliche Einwirkung Vergangenheit und Zukunft offenbar wird, und dessen Leben und Thaten wunderbar sind. Von Anbeginn an hat sich der allmächtige Gott das jüdische Volk erzogen, immer war es der vorzüglichste der Menschen, von dem dieses Volk abstammen sollte, bis die zwölf Söhne Jacob's würdig befunden wurden, daß auf ihnen allen der Gottesgeist ruhe. Als Moscheh vor Pharao auftrat, da war Egypten voller Weisheit, und es wäre unmöglich gewesen, Unwahrheiten als historische Thatsachen, die um kaum 500 Jahre rückwärts reichten (bis zu Abraham), auszugeben. Auch zeugt für die Wahrheit der mosaischen Erzählung, daß alle Völker des Erdbodens, von einem Ende bis zum andern, übereinstimmend nach siebentägigen Wochen zählen, ebenso daß die Zahl allüberall eine dekadische*) (zehntheilige) ist. Dieses beweist, daß die Menschen die erwähnten Begriffe sich unmöglich ausgedacht haben können, denn sonst könnten sie nicht allen gemeinschaftlich sein; alle Menschen stammen vielmehr von einem Paare ab, und haben trotz der vielen großen Verschiedenheiten, die sich im Laufe der Zeit ausgebildet, diese Begriffe als gemeinsames Erbgut von ihren ersten Eltern beibehalten. — Hieraus verlangt nun der König Aufklärung von dem Gelehrten, wie so es komme, daß die griechischen Philosophen sich die Welt als eine ewige und unerschaffene gedacht haben. Der Chaber findet den Grund darin, daß die Griechen nicht im Besitze einer Tradi- *) Alle Völker zählen bis zehn; von da an beginnen sie die Reihe von vo> n bis zweimal zehn und so fort, bis mit zehn mal zehn eine neue Reihe beginnt und dann mit zehn mal hundert, oder zehn mal zehn mal zehn wieder eine neue Reihe, so daß allen Zahlen die Zehnzahl zu Grunde liegt. Dieses System, nach welchem auf der ganzm Erde gerechnet wird, nennt man das dekadische.