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Der Israelit · 1865-08-23 · Heft 34 (23.8.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 34 (23.8.1865)
Date
1865-08-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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47 7 sen — weil also die Sara wohl gewußt, daß ihr Mav.n, G. g. s. B.! mit dem Sohne sehr bekannt gewesen ist, so ist sie zu ihren Freunden gegangen und hat gesagt: „Ihr wißt, daß mein Mann vor etlichen Jahren verloren worden ist, er ist aber an demselben Orte viel ans- und einqeaangen, und ich kann es mir nit anders denken, der Mörder hat auch meinen Mann um's Leben gebracht. O helft mir! vielleicht erbarmt sich der liebe Gott, daß auch dieser an den Tag kommt". — Nun, was soll ich viel Worte machen! Sie sind zum Präsidenten gegangen und haben ihm die Sache vorgetragen. Der Präsident hat darauf den Mörder mit guten und bösen Worten vorgenommen und ihm mit großen Martern gedroht, damit er gestehe, daß er auch den Abraham Metz um's Leben gebracht. Er hat lange nit daran gewollt und gesagt: „Den Abraham Metz habe ich wohl gekannt, aber auf solche Manier nit". — Der Präsident jedoch hat so lange mit ihm geredet, daß er am Ende bekannt hat und eingestanden, er habe, als er noch im Hause seiues Vaters in der Schiffergesellschaft gewesen, auch den Abraham Metz — G. g s. B. I umgebracht und in einem Kämmerchen, welches sie als Käsekämmerchen haben und in welchem ein tiefes Loch gewesen sei, in dieses Loch gelegt und mit Kalk bedeckt und zugemacht. — Wie man nun das gehabt hat, find die Vorsteher alsbald zum Rath nach Hamburg gegangen und haben wie früher um die Erlaubniß gebeten, Nachsehen zu dürfen. — Um es kurz zu machen, sie sind wieder wie das vorige Mal und noch mehr in Gefahr gewesen; denn ein so vornehmes, angesehenes Haus zu einer Mördergrube zu machen — Gott behüte! wenn der Erschlagene nit gefunden worden wäre! — Kurz, man hat ihn gefunden; er hat noch ein rothes Futterhemd mit etlichen silbernen Knöpfchen, sowie sein Arba- Kanphoth angehabt. Man hat ihn also herausgenommen und zu Keber-Jsroel gebracht und zwar mit großem Leidwesen in unsrer Kehilla; denn an diesem Tage ist uns gewesen, als wenn beide Erschlagene an demselben Tage wären um's Leben gekommen. — Die Freunde der Sara, meiner Verwandte, haben den Erschlagenen, ehe man ihn zu Grab gebracht, wohl besichtigt, nachdem seine Frau einige körperliche Zeichen an ihm gegeben, damit man die volle Gewißheit habe, daß sie nun keine Wittwe eines Lebenden mehr sei und sie die Erlaubniß habe, sich wieder verehelichen zu dürfen. — Hierauf ist dem Mörder sein Proceß gemacht worden, und das Urtheil ist ergangen, daß man ihn radbrechen soll und den Leib auf einen Pfahl stecken und in eiserne Bande schlagen, damit er lange Zeit als Exempel zu sehen sei; die Frau aber und die Dienstmagd sind freigesprochen, doch aus dem Lande verwiesen worden. — An jenem Tage, wo der Mörder ist hingerichtet worden, ist ein solcher Auflauf in Hamburg gewesen, wie in hundert Jahren bei keiner Hinrichtung gewesen ist. Die Jehudim haben in Gesammtheit in großer Lebensgefahr geschwebt; denn es hatte sich großes Rischuth erhoben; aber unser Gott, gelobt sei Er; hat in seiner großen Barmherzigkeit über uns sündigen Menschen gewacht und über uns, wie allzeit über ganz Israel, sein Wort bestätigt (6. B. M. 26, 44): „Auch wenn sie schon in Feindes Land sind, werde ich sie nicht verachten und nicht verwerfen, sie auszureiben und meinen Bund mit ihnen zu brechen; denn ich bleibe der Ewige, ihr Gott!" — Das haben wir an jenem Tage erfahren, und gelobt sei Gott, der in seiner Gnade und Treue nit von uns läßt, und möchten wir sündigen Menschen nur die großen Zeichen und Wunder erkennen und zu Herzen nehmen, die Gott, gelobt sei Er! alle Tage mit uns thut. — « L L I « L w. dem 1. September c. wird die hiesige Religions- und Elementarlehrer-Stelle vacant. Dieselbe trägt ein Fixum von 220 bis 250 Thlr. ein, nebst freier Wohnung und Beheizung. Auch ist gute Gelegenheit geboten, durch Sprach-und Privat-Unterricht das Einkommen bedeutend zu vergrößern. Reflectanten, welche unverheirathel und geprüft sind, belieben ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand einzuschicken. Synagogen-Gemeinde Hallingen a. d. Ruhr. Im Auftrag: Herz Gumpert. (^ie Stelle eines Lehrers und Vorbeters ist zum ersten October in unserer Gemeinde vacant; auch kann damit der Schächterdienft, welcher ca. fl. 120 einträgt, verbunden werden. Bewerber wollen sich melden bei dem Vorstand M- Liebmann. Schierstein, August 1865._ (?>ie Stelle eines Religtonslehrers und Vorbeters in der hiesigen Gemeinde ist vacant. Qualificirte Bewerber, die zugleich auch sind, wollen ihre Zeugnisse bald franco an den Unterzeichneten einsende». Gehalt, incl. Nebenverdienste, 5—600 fl. nebst freier Wohnung. Der Vorstand -er isr Gemeinde Pfungstadt. sLine neue rnm ->LO, 12 Zoll hoch, geeignet für eine oder sonstigen Hausgebrauch, ist zu verkaufen durch A Rothschild, iu Frankfurt a. M.

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