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Der Israelit · 1865-08-16 · Heft 33 (16.8.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 33 (16.8.1865)
Date
1865-08-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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463 begegnet ihr das Mensch, welche bei dem Mörder gedient hat, und welche die Nifka gar wohl gekannt hat, dieselbe, die auch bei den Jehudim gewesen ist und sie mit sechs bis sieben hundert Thalern hat mitnehmen wollen in das Haus des Mörders. Da sagt die Rifka zu dem Mensch: „Zu Deinem und Deiner Herrschaft Glück begegnest Du mir! Deine Herr und seine Frau sind beide in Altona festgenommen worden wegen des Mordes, den sie begangen haben. Sie haben schon Alles eingestanden, und es fehlt nur noch an Dir, daß Du auch bekennst; denn wenn dieses geschehen ist, so steht das Schiff fertig, daß Du mit Deiner Herrschaft wegfahren kannst. — Wir Juden begehren ja nur zu wissen, daß der Abraham — so hat das Männchen auch geheißen — todt ist, damit die Frau wieder einen Mann nehmen darf, sonst begehren wir weiter nichts von Euch." — Die Rifka ist eine sehr kluge und beredte Frau, und durch diese und dergleichen Reden läßt sich das Mensch auch bereden, und fängt nun an und sagt ihr Alles, wie sie den Abraham, G. g. s. B.I bei der Börse angetroffen, nachdem sie bei ihrem Manne und andern Juden gewesen, die aber alle bewahrt worden sind, und wie der arme Abraham zu seinem großen Unglück einen großen Beutel mit Geld bei sich gehabt. Sie haben ihm ein gülden Kettchen gewiesen und gesagt, daß ein Ossizier in ihres Herrn Haus wäre, der gar viel Gold und Diamanten zum Kauf biete. So, sagt sie weiter, ist der Abraham mit mir gegangen, und wie er in unser Haus gekommen ist, ist seine Schlachtbank schon fertig gestanden. Mein Herr hat ihn hinunter in seine Kammer geführt, und wir haben ihn zusammen um's Leben gebracht und unter unsere Thürschwelle begraben. „Nifka," sagt die Dienstmagd noch, „ich sag'Euch Alles das im Vertrauen, Ihr werdet mich doch nicht in Unglück bringen!" — „Bist eine Närrin!" sagt dis Nifka zu ihr, „Du kennst mich. Alles, was ich thue, thue ich um Deiner Herrschaft willen, daß sie bald von Altona fortkommen. — Komm nur und sage solches nur vor den Unfern aus, dann ist Alles gut und wohlgethan." — So geht denn die Dienstmagt mit der Rifka nach Altona in das Haus des Präsidenten. Der Präsident verhört nun das Mensch, und obschon die Dienstmagd nun anfangt zu „studiren" und Reue hat, daß sie was gesagt hat, so ist es doch nun einmal „haußen" besonders da sie gesagt hat, wo der Erschlagene begraben ist. Sie sagt also dem Präsidenten Alles, wie sie es der Rifka gesagt hat. Der Präsident hört hierauf den Mörder und seine Frau jeden besonders ab: aber alle beide leugnen und sagen: „Alles, was unsere Dienstmagd gesagt hat, das hat! sie als ein schlechtes Mensch verlogen."! So ist man denn wieder übel daran gewesen, und der Präsident sagte: „Ich kann Euch weiter nit! helfen. Sollte ich den Mörder auf sein Läugnen peinigen lasten, und er sollte aus der Marter bestehen! und nichts bekennen, was für ein Spiel sollte dieses geben! —Ihr müßt Zusehen, was zu thun, und! Euer Recht in Hamburg suchen und stracks, sobald? als möglich machen, daß Euch die Obrigkeit in Hamburg die Eclaubniß gibt, im Hause des Mörders j nach dem Erschlagenen zu suchen. Wenn Ihr dann, > nach der Aussage der Magd, den Erschlagenen gefunden habt, so laßt mich werter sorgen." — Die Vorsteher sind denn auch sogleich nach Hamburg gelaufen und haben es ausgerichlet, daß sie zwei Soldaten nehmen und an dem Orte, wo die j Dienstmagd gesagt hat, aufgraben durften, und auch j die Eclaubniß erhalten, wenn sie den Erschlagenen finden, denselben nach Altona zu Keber Israel zu bringen. „Aber," hat man ihnen dabei gesagt, „seht Euch wohl vor! Solltet Ihr den Erschlagenen nit finden, so wäre es um Euch alle gethan! Denn Ihr w ßt wohl, was für Pöbel hier in Hamburg ist, es wäre uns unmöglich abzuwehren!" — (Schluß folgt. ie Stelle eines Lehrers und Vorbeters ist Ende des Sommersemesters in unserer Gemeinde vacant; auch kann damit der Schächterdienst, welcher ca. fl. 120 einträgt, verbunden werden. Bewerber wollen sich melden bei dem Vorstand M. Liebmann. Schierftein, August 1865._ ür die arme vaterlose FanuUe stno der I. «ausfmann in Frankfurt ferner eingegangen: Von Hrn. Juda Plaut in Schenklengsfeld 1 fl. 45 kr.; von einem Ungenannten ir Fischach 1 fl. Durch Herrn Lehrer I. Sichel in Treuchtlingen: Von einem Ungenannten 3 fl. 30 kr.; von einem Ungenannten 1 fl. 45 kr.; von einem Ungenannten 1 fl. 15 kr.; zusammen 6 fl. 30 kr., abz. Porto 6 fl. 24 kr. — Mit dem freudigsten Danke den edlen Gebern verbinden wir die Bitte um weitere milde Gaben.

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