Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1865)
- Date
- 1865-07-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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28. r Israelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Jndenthnn». Herausgaben von »r. Lehmann in Mainz. Mainz, den 12. Juli 5625 (1 865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens N/z Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 3V kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Österreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Anhalt: Leitende Artikel: Die Bibel und die AlterthumSsorschung. — Die drei Wochen. — Statuten des in der isr. Gemeinde zu Kassel bestehenden Kranken-Pflege-Vereins. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Hamburg. — Preußen: Vom Rheinlande. — Oesterr. Kaiserst.: S. a. Ujbel«. — Frankreich: Paris. — Schweiz: Bern. — Afrika: Tunis. — Mexico. — Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Abterode. — Feuilleton: Die Königin von Saba. — Leitende Artikel. Die Mbel nnd -ie ÄLterlhumsforschung. Von 8. Orüvedaum. (Fortsetzung und Schluß.) „Jesaias weissagt ebenso das fürchterliche Blutbad, mit dem Babylons Bewohner heimgesucht werden sollten, mit den Worten: „Ein Jeder, der gefunden wird, soll durchbohrt werden, und wer mit ihnen verbündet ist, durch's Schwert fallen." Xenophon erzählt: „Ms Cyrus seine Anrede beendigt hatte, setzten die Soldaten ihren Marsch fort und tödteten Alle, die ihnen begegneten. Cyrus beorderte auch ein Piquet Reiter, die Straßen zu durchziehen und Alles, was ihnen in den Weg komme, niederzuhauen." — Gne weit folgenschwerere Prophezeiung Jesaias' gegen Babylon veri kündet seinen vollständigen und absoluten Ruin, seinen - gänzlichen Verfall; eine Drohung, die auf's Genaueste in Erfüllung gegangen. Dieses sind die Worte des Propheten : „Es soll nicht mehr bewohnt werden; niemals wieder erbaut werden; der Araber wird nie wieder sein Zelt dort aufschlagen; ein Aufenthaltsort wilder Thiere soll es werden". Pausanias schreibt dem entsprechend: „Von Babylon, einer Stadt, wie l die Sonne früher noch keine beschienen hat, ist Nichts übrig geblieben als die Ruinen des Belustempels und die Trümmer der Stadtmauer" Der Belustempel war die größte Zierds»und die bewunderungswürdigste architektonische Schönheit*) des alten Babylon. Herodot sagt, daß, nachdem der Tempel durch Xerxes geplündert worden war, das Aeußere desselben noch immer in gutem Zustande sich befand. Alexander wünschte denselben zu restauriren, aber die Ruinen desselben waren so groß, daß er selbst den Versuch, sie hinwegzuräumen, aufgeben mußte, obschon er seine Armee dazu verwandte; denn der Prophet hatte gesagt: „Bel wird erniedrigt werden und Nebo aushören," und diese > Prophezeiung, die zur Zeit, als die babylonischen > Schutzgötter noch im größten Ansehen standen, ausgei sprachen wurde, konnte nicht zu Nichte gemacht werden. Nichts kann also genauer Zusammentreffen, als die Schicksale Babylons mit den Worten der Prophe- Die Alterthumsforscher sind der Anflckt, daß Nimrod den Grund zu diesem Riesenwerke gelegt hat, daß es mithin derjenige Thurm ist, den das '"MO!"! bauen wollte. Zur Zeit der Semiramis bestand derselbe noch aus acht übereinander gebauten Thürmen, vom Erdgeschoß an sich immer mehr verengend. Damals wurde er nebenbei als Sternwarte benutzt. Seine Trümmer mögen vielleicht erhalten worden fein.