Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1865)
- Date
- 1865-07-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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3S6 noch herzlich schlecht. Ms Beweis diene ein neulich einem Israeliten für den kurzen Aufenthalt von noch nicht zwei Wochen in Velletri von der bischöflichen Behörde ausgestellter Erlaubnißschein. Derselbe besagte: „Dem N. N. wird hiermit der Aufenthalt in dieser Stadt auf 10 Tage, jedoch lediglich für erlaubten und honetten Handel, gestattet. Während dieser Zeit darf er nicht später als eine Stunde nach Sonnenuntergang in sein Donncil zurückkehren und dasselbe nicht vor Sonnenaufgang verlassen; auch darf er sich nicht den Klöstern, Conservatorien und anderen unter bischöflicher Jurisdiction stehenden frommen Stätten nähern und sich in keinerlei vertrauten Verkehr oder Gespräch mit einem Christen einlassen. Handelt er einer dieser Bestimmungen zuwider, so wird er mit Gefängniß und einer Geldbuße von 5 Scudi bestraft, welche letztere den frommen Stiftungen zufallt. Velletri, 7. Mai. Der General-Provicar Argenti. Palästina. Jerusalem. Wie schon öfter in diesen Blättern bemerkt wurde, hält sich eine englische Commission hier aus, um Vermessungen wegen einer Wasserleitung vorzunehmen. Dieselbe hat nun ihre Arbeiten vollendet, und wir entnehmen ihrem Bericht Folgendes: Da sie Spuren vom Lauf des obern Gichon fand, drangen sie 1 Meile nordwestlich von der Stadt in einen Felsen 6^ tief ein und fand eine Höhle, welche 3(L lang und 20' breit ist. Das Erdreich in derselben ist lehmig und feucht, so daß die Commission vermuthet, den Ort aufgefundeu zu haben, wo der verstopfte Gichon im Boden versickert. Auch geht man bereits damit um, von dem Dorf Barak Qucllwasser in einen großen Behälter zu leiten, welcher neben der Stadtmauer am Thor nach Jaffe eingerichtet werden solle. — Wenn das Projekt mit gölt licher Hilfe zu Stande kömmt, werden wir nicht mehrgezwungen sein, das Wasser zu kaufen, was wir von Herzen wünschen Dieser Tage wurde durch's Löwenthor um den Trmpelberg nach dem Palais des Pascha Telegraphendraht geleitet. Die Nabbeuu-Jehuda-Chasid-Synagoge hat aus Cherson eine neue h. Lade erhalten, die mit freiwilligen Spenden bezahlt wurde. Der russische Herr Consul verbot dem Kapitän des Dampfbootes, auf dem das Heiligthum nach Jaffa kam Transportkosten anzunehmen, die sich auf 200 Silberrubel beliefen. Ebenso wurde deu Matrosen eingefchärft, Acht zu haben, damit Nichts zerbreche. Von Jaffa hierher wurde die h. Lade, die man zu diesem Zweck zerlegt hatte, auf 12 Kameelen transportirt. (Libanon.) Spanien. Madrid- Herr M. Castro aus Bordeaux, der, wie wir unlängst berichteten, die Beschneidung an zwei Knaben in Madrid vorzunehmen hatte, wurde von der Königin von Spanien mit dem Ritterorden Karls II. decorirt. Afrika. Ein Correspondent schreibt den» „I. Chr.": Eir große Ehre wurde einem unserer Religionsgenoffen in dem Distrikte Tulbag, am Cap der guten Hoffnung, zu Theil. Adolph Arnholz, ein Kaufmann zu Corres, wurde von der Bevölkerung als Rathsherr uüdVice- Bürgermeister der Stadt und als berathendes Mitglied im Divisionsrath der Provinz erwählt. Es sind dies zwei Ehrenstellen, die bisher nie von einer Persou verwaltet wurden. Nachschrift. Mainz, der» 3. Juli. Gestern und heute wurde hier das 5. miltelrheinische Musikfest gefeiert Das Programm enthielt mehrere specifisch christlische Lieder, in oenen die Anbetung des Stifters der christl. Religion geradezu ausgesprochen ward. Das Verzeichniß der mitwirkendeu Sänger und Sängerinnen, die aus der ganzer» Umgegend zahlreich herbeigeftrömt waren, enthielt eine große Menge jüdischer Namen. Man bemerkte unter dresen auch denjenigen der Frau Kreisrabbiner Or. Rothschild aus Alzey. Wenn auch unsere Herren Refornirabbinen das s?»p für antiquin halten mögen, so ist doch die öffentliche Anbetung eines fremden Gottes ein Fortschritt (!?), der gewiß gar Manchem zu denken geben wird. — (Psalm! ld 53.)