Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1865-06-21 · Heft 25 (21.6.1865) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 25 (21.6.1865)
Date
1865-06-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447193-2447218--03482-2458884
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Beilage zu Nr. 25 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M , 1b. Juni. Diejenige Parier er isr. Gemeinde, welche eine Umgestaltung der Gemeindeverfafsung im Sir.ne der Selbstständigkeit und sreien Selbstverwaltung anstrebt, hat in der am 14. und 15. d. stattgehabten Wahl zum Gemeinde- Ausschüsse vollständig gesiegt. Gewählt wurden die Herren : Jos. Baer, L. I. Beer, Bernh. Doctor, Emil Ladcnburg l>. jur. Maas, I. Nachmann, A. Riederhofheirn, Jos. Rüttln , Jul. Stiebe! (Kcpp) Im Ganzen stimmten circa 350 Gemeindemitglieder. Preußen. Berlin. Tiefer Tage starb Eduard Abarbanel, ein Mann, der sich sowohl als Arzt, wie auch als Schriftsteller eines bedeutenden Rufes zu erfreuen hatte. Man vermulhet, daß er ein Epröhling der berühmten Familie Abarbanel sei, die im Jahre 1492 mit ihren übrigen Glaubensgenossen von Spanien auswandcrte. Oesterreichischer Kaiserswal. Innsbruck, 13. Juni. Der isr. Banquier Samuel G. . welcher für seine kränkliche Gemahlin in der Umgebung von Meran eine Villa gekauft hatte und dort seit einiger Zeit wohnte, wurde fortwährend durch Katzenmusiken und andere Scandale beunruhigt, bis er sich endlich gezwungen sah, die Hilfe der Gerichte in Anspruch zu nehmen. Nun blieb er zwar in seiner Wohnung unbehelligt; aber als er vor einigen Tagen auf der Straße nach Brixen fuhr, wurde er von mehreren Trpolern überfallen, ans dem Wagen gerissen und auf die empörendste Art mißhandelt, worauf die Glaubeneeiferer die Flucht ergriffen. Wegen dieses Vorfalles ist bereits die gerichtliche Untersuchung eingrleitct. (Hierzu bemerkt die hier erscheinende „Junztg": „Wir bringen diese einem nichltyrolischem Blatte entnommene Nachricht hier lediglich zum Abdrucke, damit sie von competenter Seite berichtigt werde, indem wir von dem ganzen Vorfälle hier kein Wort erfuhren, und trotz aller GlanbenseinheitsHetzereien dennoch eine zu gute Meinung von dem Tyroler Volke Volke haben, als daß wir es solcher Ausschreitungen fähig Hallen könnten ") Kolourea. Ein Correspondent schreibt dem „I. Ehr.. Freitag den 12 Mai brach zu Kolomea, einer Stadt, die 20,000 Einwohner zählt, von denen drei Viertel Juden sind, eine fürchterliche FenerSl : brunst aus, begleitet von einem h ftigen Sturm. Das Feuer, d.rs fast die die ganze Stadt in Asche legte, brach um neun Uhr Vormittags, in den Gebäuden eines wohlhabenden Kaufmannes, des Herrn Chaim Scharf, aus. Alle Synagogen mit ihren Gefetzrollcn, mehre mit werthvollen talmudischen Büchersammlungen, wurden ein Raub der Flammen. Eine große Anzahl Personen werden vermißt; mehrere todte Körper sind seitdem gefunden worden, unter anderen diejenigen einer Wittwe und vier ihrer Kinder, von denen das älteste zwanzig und das jüngste zwölf Jahr alt ist. Die Details, die man erzählt, sind wahrhaft haarsträubend. Die Gegenstände, die mau vor die Thürc wa f, wurden von den Flammen ergriffen, es war in der That kaum Zeit, das nackte Leben zu retten. Väter und Mütter, umringt von ihren Kindern, konnte man "ach allen Richtungen hin, auf's freie Feld rennen sehen, nur um sich m retten Tausende von ehrbaren Familien sind rn wenigen Stunden zu Bettlern geworden. Zweifelsohne wird der so nothige Beistand von verschiedenen Seilen nicht ansbleiben Italic n. Rom Jüngst äußerte Cardinal Bonnechose im französischen Senate, daß die Inden sich unter der väterlichen Regierung Pius' IX. sehr glücklich befänden. Um nun diesen Zustand der Glückseligkeit zu doenmentiren, erzählt ein Correspondent dem „Jonnal des Ducais" folgende Anecdote. derer: Echtheit er verbürgt: Mährend der wenigen Tage der Freiheit im Jahre i849 kaufte ein Israelit einen Weinberg in der Nähe Noms. Nach der Wiederherstellung der päpstlichen Regierung ward dieser Weinberg der Plünderung preisgegeben. Um ihn dem Eigenthümer zu entreißen, wurden die Trauben immer gestohlen. Er ging zu dem französischen General de Raun und klagte ihm sein Unglück. Der General machte die größten Anstrengungen, um von seiner Eminenz dem Staatsminister dte Erlaubniß zu erwirken, dev. Eigenthümer zu ermächtigen, sich zur Beschützung seines Weinbergs einen Wächter halten zu dürfen. Nachdem er sich zwei, drei Jahre lang vergeblich darum bemüht hatte, ließ ihm der berühmte Cardinal eines Tages sogen: „Nun, General, werden Sie zufrieden sein. Ich habe für das Eigenthum Ihres Schützlings einen Wächter gefunden.* Der General war erstaunt darüber, daß er noch keine Daukvisite von dem Israeliten erhalten hatte. Einige Tage später begegnete er dem Eigenthümer auf dem Corso und sagt« zu ihm.: „Endlich haben Sie doch Ihre Sache durchgesetzt. Sie haben doch jetzt einen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.