Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1865-06-07 · Heft 23 (7.6.1865) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 23 (7.6.1865)
Date
1865-06-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447193-2447216--03455-2458855
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

334 trat demselben näher, und erst an nt sah er auf demselben den heiligen Namen des Herrn klar und deutlich eingegraben! Moses las den Namen des Herrn, ergriff den Stab und riß ihn aus dem Boden, wie man einen Zweig dem Dickicht des Waldes entreißt, und hob ihn hoch aus in seiner Hand. — Das war der Stab, mit welchem Moses später die göttlichen Wunder all verrichtete, dieser Stab war eines von den zehn Wunderdingen, * *) welche, nachdem die ganze Natur, Himmel und Erde, Meere und Ströme und Alles, was darin, darauf und daran ist, vollendet war, am Eingänge des Sabbats — zwischen Licht und Dunkel — geschaffen worden, — ihn hatte der Herr in das Paradies gepflanzt, und von da nahm ihn Adam mit, als er, aus dem Paradiese vertrieben, hingü-.g, die Erde zu bearbeiten, von welcher er genommen worden. — Der Wunde rstab ging über an Noa, Noa übergab ihn an Sem und seine Nachkommen, bis er in die Hand Abrahams kam. Abraham vererbte ihn mit Allem, was er besaß, an Jsak, ihn nahm Jakob mit aufseine Flucht nach Padan Aram und brachte hn bei seiner Heimkehr auch wieder mit zurück, nahm ihn dann mit, als er zu Joseph nach Aegypten zog und übergab ihn bei seinem Sterben Joseph als ein besonderes Theil vor seinen Brüdern, den er auch mit eigner Macht jenem Bruder Emu entzogen. **) Bei dem Tode Josephs aber, als die Fürsten Aegyptens in seinem Hause zu seinem Begräbniß versammelt waren, uahmReuel, der Mdjanitp, der von dem Wunderftabe wußte, denselben heimlich zu sich, nahm ihn mit nach seinen! Hauke und verpflanzte ihn in seinen Garten, und als später die tenitischen Helden um die Hand seiner Tochter Zippora warben, versprach er demjenigen Z'ppora, der den Stab aus der Erde zu ziehen vermöge. Doch keiner vermochte es, und so stand der Stab, bis der kam, dem er gebührte. - Als jetzt Nenel den Stab in der Hand Mosis sah, erstaunte er darob und gab ihm, seinem Worte gemäß, seine Tochter Zippora zum Weibe. — Zippora aber war fromm und gottessürch tigen Gemüthes gleich den Stammmüttern Israels. — Moses erhielt nun den göttlichen Berns, nach Aegypten zu gehen und Israel aus der Gefangenschaft zu führen. Er ging, und nachdem er aus den Rath seines Bruders Aharon Fron und Kinder wieder zu seinem Schwiegervater Neuel, zum ruhigen Verweilen bei demselben, zurückgeschickt, kam er, begleitet von seinem Bruder Aharon, mit dem göttlichen Stabe in der Hand, vor den Palast Pharao's. — Vor dem Thore des Palastes aber lagen zwei gewaltige Löwen an eisernen Ketten, so daß Niemand ohne den Willen des Königs ein- und auskonnte; nur seine Zauberer wußten durch Zauberworte die Löwen zu bändigen. Moses erhob seinen Stab gegen die Löwen, band sie los und trat mit Aharon in den königlichen Palast, und die Löwen folgten ihnen freudig und mit dem Schweife wedelnd, wie ein Hund seinem Herrn freudig zueilt und nachläuft, wenn derselbe vom Felde zuück kehrt. — Pharao gerreth in Schrecken, als er es vernahm, und als er nun von Moses und Aharon den Zweck ihrer Sendung gehört, bestellte er sie ans den andern Tag und schickte gleich nach Bileam und dessen Söhnen , Jannes und Jambres, und nach seinen Zauberkünstlern allen und theilte ihnen mit, was vorgesallen. „Das sind", antwortete Bileam, der Sohn Beor^s, „Zauberer, wie wir. Schicke nach chnen, o König! und laß sie kommen, ans daß wir ste prüfen!" ' Pharao that so und ließ Moses und Aharon rufen. Sie nahmen den göttlichen Stab zur Hand und kamen zu Pharao und sprachen: „Also spricht der Herr, der Gott der Ebräer: Laß mein Volk ziehen, damit es nur diene!" „Wer soll Euch glauben," sagte Pharao, „daß Ihr göttliche Boten seid und aus das Ge heiß einer Gottheit zu mir kommt? Gebt uns ein Zeichen und ein Wunder, so wollen wir Euern Wor ten Glauben schenken." — Da warf Aharon der: Stab vor Pharao und seinen Dienern nieder, und augenblicklich ward der Stab zu einer Schlange. - - „Ei Moses," riesen spöttisch Hannes und Jam bres, „bringst Du Stroh nach Apharwaim?*) — Aegypten hat der Zauberkünstler genug und bedarf wahrlich nicht Deiner noch." — „Das Sprichwort sagt auch," antwortete Moüs: „Nach der Stadt, die reich an Kohlpslanznmgu ist, trage auch Deinen Kohl zu Markte!" — Indessen warfen auch die Zauberkünstler ihre Stabe zur Erde, und sie verwandelten sich alle in Schlangen. Da erhob die Stab-Schlange Aharons ihren Kopf, öffnete ihren Nachen und wollte die Stnbe-Dchlangen der Zauberer verschlingen. „Halt!" ries Bileam: „Das ist nichts Neues, daß eine Schlange die andere, daß das Lebende das Lebende verschlingt. — Laßt Eure Schlange wieder zum Stabe werden, auch wir wollen so thun, und wenn dann Euer Stab unsere Stäbe verschlingt, dann mag ein besonderer göttlicher Geist in Euch walten; wo nicht, seid Ihr eben Künstler wie wir." — (Fots. f.) H Menachoih 85, u. - Eine sprichwörtliche Redensart, *) Aboch 5, 9. — Vergl. Pirke. R. Elieser Cap. 40. Midr. wie das Griechische „Eulen nach Athen tragen." — Wajoscha zum Verse Asi Wesimrath rc. JalkutTehil. HO, 2.— Jalkut chadysch Artikel: Adam Nr. 73 und Artikel: Jacob Nr. 184. — 1. B. M. 48, 22. — Vergl dagegen Targum Jerm schalmi, der diesen Vers auf das Gewand Adams deutet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.