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Der Israelit · 1865-05-30 · Heft 22 (30.5.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 22 (30.5.1865)
Date
1865-05-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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8. Jahrgang. 22. Israelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Judenth«ü»>. Hermlsgegeüen von ' Dl'. Lehmann in Mainz. r 7 Mainz, den 30. Mai 5 62ö (ts65). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Ibo Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Österreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. östcrreich. an die Expedition franko einzusendcn. Inhalt: Leitende Artikel: Ein Mddusch Haschern in Amerika. — Grundzüge für ein Statut der Hamburger israel. Gemeinde. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Biblis. München. Mm. — Oesterr. Kai ferst.: Obcrungarn. Aus Ungarn. (Schluß.) — Holland: Amsterdam. -- Amerika: Savannah Mw-Kork. San Francisco. San Francisco. Englisch Columbia. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. — Preußen: Berlin. — England: London. — Aegypten. -- Afrika: Tctuan. — Feuilleton: Bileam-und keine beiden Söhne, die Zaubere Janues und Jamvrcs. (Forts.) Inhalt der Extra-Beilage: Orthod.-israel. Bibelanstalt. — Bau jüdischer Armen.- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Für das Unternehmen zu Gunsten der Falascha's. — Für das Comits in Graz zur Erwerbung eines Friedhofes. — >: ..t . Leitende Artikeln Ein Kiddusch Haschen« in Amerika. Wann diese Zeilen in die Hände der verehrlichcn Leser gelangen, hat das heilige Schabuoth-Fest, das uns zugleich das Fest der Gesetzgebung ist, bereits begonnen. Mehr als vier Jahrtausende sind verflossen, seitdem der allgütige Gott Sich Seinem Volke offmbarte, und das Wort unseres Gottes ist noch in voller Kraft und wird es ewig bleiben. — Auf der andern Seite unseres Erdbodens ist ein blutiger Kampf soeben zu Ende geführt; es wird uns aus jenem Kriege eine Scene geschildert, die als ein wahrhafter Kiddusch Haschern, als eine Heiligung des göttlichen Namens, angesehen zu werden verdient; wir geben sie deßhalb an der Spitze unseres Blattes, um unfern Lesern zu zeigen, welche Macht dem Gottesworte in allen Lagen des Lebens innewohnt, dem Gottesworte, das vor Jahrtausenden vom Sinai erscholl und von dem es heißt cvp' „Und das Wort unseres Gottes wird ewiglich bestehen!" Dem „Wiener Fremdenblatt" wird geschrieben: „In der amerikanischen Armee stehen Katholiken, Quäker, Juden, Methodisten und hunderterlei Sekten friedlich nebeneinander und verehren ihren Gott nach ihr»'r Weise frei und unangefochten. Im Feldlager nimmt sich der buntscheckige Kultus nicht selten drastisch aus. Der Quäker kragt ferne Bibel mit sich m den Laufgraben, liest Psalmen unter Kartätschenfeuer, der Kanonier bedient seinen Armstrong mit den Tephilin am Arme, wenn er Jude ist, der Katholik trägt die Madonna am Czako. Vom Oberst Grün, einem eingewanderten deutschen Juden, erzählten die Zeitungen, daß er am Jom Kippur (Versöhnungstag) ein heißes Neiteraesecht zu bestehen hatte und sich mit ferner Schaar sehr wacker hielt. Der Schweiß triefte in Strömen von seiner Stirne, er war erschöpft. Ein Neiter reichte ihm die Feldflasche zur Labung. „Danke," erwiederte trocken der orthodoxe Oberst, „heute rft Jom Kippur, als Jude darf ich weder Speise ngch Trank zu mir nehmen." Lci:l,L verwundet Mrxde er m's Lazareth gebracht und erblickte da eiuenHlaubcnsgenossen, der krank, eine Speise aß. „Du würdest besser thun, den Jom Kippur heilig zu halten," rief, er dem jüdischen Soldaten zu, „wie willst du dem Vaterlande treu dienen, wenn du deinem Gotte nicht zu dienen vermagst?" Bald hatte der Oberst 10 Glaubensgenoffen ine Lazarethe zusammengefunden, um das rituale Minjan abhalten zu können. Unter dem Donner der Kano-

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