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Der Israelit · 1865-04-26 · Heft 17 (26.4.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 17 (26.4.1865)
Date
1865-04-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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17 6. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Drgan für das orthodoxe Judenthuir». Herausgaben von Dr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 26. April 5625 (1 865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1^2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pv. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Österreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich. an die Expedition franko cinzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Ein Jubiläum. — Ein Lesebuch für jüdische Schulen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Kassel. Aus Baden. Carlsruhe. Aus Württemberg. Altona. — Preußen: Jnowraclaw. — Italien: Rom. — Syrien: Damascus. — - Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland. Aus der Provinz Hanau. — Oesterreich: Preßburg. — Feuilleton: Die Londoner Juden. Inhalt der Extra-Beilage: Statuten für die israel. Armenwohnungen und das Pilgerhaus in Jerusalem. Leitende Artikel. Ein Jubiläum. Mainz, den 20. April. Es ist charakteristisch für unsere Zeit, daß mehr als jemals die Principien durch Personen vertreten werden. In den verflossenen Jahrhunderten hatte ganz Israel nur ein Princip, nämlich das, soviel als möglich den Gesetzen unseres Gottes gemäß zu leben. Seit ungefähr hundert Jahren ist das leider anders geworden. Seitdem die neue Zeit die Schranken gebrochen, welche die Nachkommen Israels von ihren andersgläubigen Mitbürgern trennten, seitdem auch in der übrigen Welt materialistische Ideen das Menschengeschlecht zum größten Theile beherrschen, ist auch das Judenthum von innern Kämpfen nicht verschont geblieben. — Kämpfe, die eben heute noch und vielleicht mehr als je mit alser Macht und Erbitterung geführt werden. In einer solchen Zeit des Kampfes ist ein Bierteljahrhundert ein gar langer und bedeutsamer Zeitraum, und die Person eines der rüstigsten und edelsten Kämpfer, die stets das geheiligte Schild der Gotteslehre emporgehalten und unaufhörlich das Schwerdt des Glaubensmuthes und Glaubenseifers geschwungen, ist wohl dazu angethan, zu den ernstesten und gewichtigsten Betrachtungen Anlaß zu geben. Wir sagten oben, daß die Kämpfe innerhalb des Judenthums schon fast ein Jahrhundert währen. Bereits am Ende des vorigen Jahrhunderts entbrannte der Streit mit großer Heftigkeit, blieb aber in den ersten Jahrzehnten mehr ein theoretischer. Die sogenannten Mendelssohnianer begannen den ersten Sturm; sie fanden heftigen Widerstand, und nur Wenige waren es, die ihren Fnßtapfen folgten. Der Versuch Jacobsohn's, in Berlin der Theorie praktische Anwendung im Gottesdienste zu gebe»», scheiterte. Größeren Erfolg hatte die Hamburger Tempelgemeinde; die Einrichtung eines völlig unjüdischen Gottesdienstes daselbst setzte vor nunmehr fast fünfzig Jahren die ganze europäische Judenheit in Bewegung. Von da an und weiter griff die Krankheit immer mehr um sich; Abfall und Sünde mehrten sich in den jüdischen Kreisen, und in den zwanziger und dreißiger Jahren war namentlich Bayern dasjenige Land, welches als die Bezugsquelle von sogenannten Neformrabbinen bezeichnet werden konnte. Die Einhorn, Stein, Löwy, Rosenseld, Aub (von Baireuth) entstammen dieser Epoche und diesem Lande, neben ihnen eine große Anzahl von Leutchen ähnlicher Richtung, deren Namen bereits vergessen sind. Da geschah es, daß im Jahre 1840 Rabbi Seligmann Vaer Bamberger als Diftriktsrabbiner nach Würzburg

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