Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 15 (5.4.1865)
- Date
- 1865-04-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IS. ahrgang. Der Israelit. Ein Organ für das orthodoxe Jndenthum. HerausgeMen von V». Lehmann in Main Mainz, den 5. April 5625 (1865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Il's Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. WDMS»» In nächster Woche erscheint wegen des hl Pestachfestes keine Zeitung Die nächste Nummer wird Mittwoch, den IS. April, ausgegeben Inh alt: Leitende Artikel: Israels Eintritt in den Gottesbund. — Ein Lesebuch für jüdische Schulen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Hamburg. Hamburg. Aus Württemberg. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Hamburg. Aus dem Kurfürstenthum Hessen. Mannheim. Aus Würzburg. Mainz. — Preußen: Berlin. — Feuilleton: Der doppelzüngige Traumdeuter. — Die Londoner Juden. — Leitende Artikel. Israels Eintritt in den Gottesbnnd. (Zu Schabbat Hagadol.) Dereinst verließ, durch drängende Umstände veranlaßt, ein reicher und angesehener Mann seine Heimath, um in ein fremdes Land zu ziehen. Nach einiger Zeit starker, und seine einzige Tochter wurde von den Bewohnern des fremden Landes nicht allein ihrer Habe, sondern auch ihrer Freiheit beraubt; als niedere Magd mußte sie ihren Räubern dienen. Aber ein mächtiger König, der des Verstorbenen Freund gewesen, machte sich, als er von dem Unrecht hörte, das der Tochter seines Freundes geschehen war, mit großer Heeresmacht auf, besiegte und bestrafte die Unterdrücker und befreite die Jungfrau, die er zu seiner Gemahlin erhob. Unser Vater Jakob war es, der seine Heimath , verließ und dessen Nachkommen in Mizrajim beraubt und geknechtet wurden, und Gott ist der mächtige Kö-! nig, der die Tochter Israels befreit und zu Sich em-! porgehoben hat. Das Peß chfest ist gleichsam das Geburtsfest j Israels; an diesem Fest ist es zum Gottesvolk gervorden, und die an dieses Fest geknüpften Gottesgebote sind es, durch die unser Volk sich stets als gottange-! hörig erkennen soll.! Ein Gottesvolk muß rein sein von Schuld und j Fehl; es muß stch ganz seinem Gotte hingeben und! diele Hmgebung in allen Zuständen und allen Lagen zu bewahren wissen. Die Reinheit von Schuld und Fehl wird durch die Hinwegräumung und das Verbot alles Gesäuerten dargestellt, die Hingebung — durch das Peßachopser und die Bewährung derselben— durch das ungesäuerte Brod und die bittern Kräuter. I. Seit Wochen, ja seit Monaten schon haben die Vorbereitungen sür das Peßachfest begonnen. Diese sorgfältigen Vorbereitungen werden durch den Umstand nothwendig, daß ein großer Theil unserer Nahrungsmittel, deren Genuß uns das ganze Jahr hindurch erlaubt ist, während des Festes nicht allein nicht genossen, sondern auch nicht benutzt werden, ja nicht einmal in unserrn Besitz sich befinden darf. Das gibt natürlich l eine förmliche Umwälzung in unserm häuslichen Leben: alles Gesäuerte muß hinweggeräumt werden, ebenso das, was mit Gesäuertem vermischt worden, ja sogar! die Gefäße, deren wir uns das ganze Jahr hindurch bedienten, müssen entweder dem Auge entzogen oder in eigenthümlicher Weise der religiösen Vorschrift gemäß gereinigt werden.