Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 14 (29.3.1865)
- Date
- 1865-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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6. Jahrgang. L« Der Israelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Jndenthnm. Herausgegeoen von Dr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 29. März 5625 (1665). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens iV-z Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 3V kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Ta Mit dem 1. April ein neues Quartal beginnt, so erlanben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: ^Leitende Artikel: Ter neueste Aufruf der „AUirrrrc«- sollte umre>r8all^ zu Paris. — Ein Lesebuch für jüdische Schulen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Hamburg. Hamburg. — Palästina. Jerusalem. — England: London. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr. Kaiser st.: Wien. Prehburg. SM. Ans Oberungarn — Spanien: Madrid. — Palästina: Jerusalem. —Ostindien: Bombay. — Abrssynien. Feuilleton: Seele für Seele. Inhalt der Extra-Beilage: Bau jüd. Armen- U. Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Spenden für die zwei Waisen aus Michelau bei Büdingen. Leitend« Artikel. Der neueste Aufruf der Alliance isrartite universelle zu Paris. Der obengenannte Verein hat einen warmgeschriebenen Aufruf zur Gründung von isr. Schulen im Orient und in Afrika erlaffen. Zu unserm größten Leidwesen müssen wir bemerken, daß wir uns bei'm ' Durchlesen dieses Aufrufes eines gewissen Mißtrauens nicht erwehren konnten. Wir wollen denselben hier! in deutscher Uebertragung wiedergeben und dann un-! sere Bemerkungen daran anknüpfen; er lautet: „Israeliten!! Wir ergreifen nicht vergebens das Wort: seit i dem Tage, da unser erster Aufruf eure Herzen erweckt / und den fruchtbaren Keim zu einer allgemeinen israelitischen Vereinigung gelegt hat, haben wir mehr gehandelt als geredet, und un'ere Berichte haben euch von denr sich stets vergrößernden Kreise Kunde gegeben, innerhalb dessen uns zu wirken vergönnt war. Als wir uns das Wort gegeben haben, unfern Statutengemäß überall für die Emancipation! und den Fortschritt der Israeliten zu ar-! beiten, konnten wir schon voraussehen, welche verschiedene Formen unsere Thätigkeit annehmen mußte, welche beträchtliche Hilfsquellen nöthig sein würden, wenn wir uns nicht bloß an unfruchtbare Wünsche - halten wollten. Der Augenblick ist gekommen, Israeliten, ein! denkwürdiges Werk zu gründen und gemeinsam für die dringendste, für die erste Emancipation, für die! des Geistes, zu arbeiten unter denjenigen unserer Brüder, welche in entlegenen Ländern in höchst prekärer Lage von uns dasjenige erwarten, was sie selbst sich nicht geben können; denn es mangelt ihnen zugleich die Erfahrung, welche die Verbesserungen begreift, es mangelt ihnen der Unternehmungsgeist, der sie unternimmt, die Einsicht, die sie annehmbar macht, und das Geld, welches sie ermöglicht. Wir haben schon in bescheidener Weife dieses Werk begonnen; aber wo die Zeit drängt, da ist das Zaudern ein Verbrechen; wir sehen uns daher genöthigt, alle lebendigen Kräfte des Judenthums aufzurufen, um die Hilfsmittel zu der Größe des Nebels m's Verhältniß zu setzen. Verlassen wir einen Augenblick Europa, wo zwar auch noch nicht Alles, was nöthig ist, geschehen, wo aber Alles auf dem Wege ist, sich zu machen. Ueberall in Europa trifft man die Toleranz, die sich endlich zur