Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1865-03-22 · Heft 13 (22.3.1865) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 13 (22.3.1865)
Date
1865-03-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447193-2447206--03281-2458671
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

IS Jahrgan er Zsraelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 22. März 5625 (1 665). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens N/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko cinzusenden. Da mit dem 1. April ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden mnß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: Leitende Artikel: Die ästhetischen Bildungselemente, bei den Juden. — Ein Lesebuch für'Mische Schulen. — Denkschrift über die Revision der israel. Kirchenversassung im Königreiche Württemberg. (Schluß.) — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Stuttgart. — Preußen: Königsberg. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Hamburg. Aus dem nördl. Bayern. Von der Württemberg'- fchen Grenze. — Oesterr. Kaiserst.: V. Palota. Apostag. Leitende Artikel. ästhetischen Mduilgselemente bei den Juden. Von LlorilL k'ulä. „Von Angesicht zu Angesicht hat der Ewige aus dem Berg aus dem Feuer mit euch geredet." Wie bekannt, wurde der Dichter Heine gegen das Ende seiner Tage zu einer Beurtheilung des Judenthums geführt, welche von derjenigen bedeutend abwich, die sein Studiengang und sonstige äußere Verhältnisse früher bei ihm erzeugt haben mochten. Dem Inhalt nach sagt er ungefähr Folgendes: In ferner Jugend sei er dem Mofaismus auch aus dem Grunde abhold gewesen, weil er im Gegensatz zum Hellenismus aller plastischen Kunst Feind sei und somit jene herrlichen Kunstwerke des Alterthums nicht zu schaffen vermocht hätte, die in der hellenischen Welt als Ideale der Menschheit austreten, welche als solche nicht nur geistig Großes schufen, sondern auch durch die Schönheit der Form dem Volke jenen imponirenden Charakter aufdrückten, der es noch jetzt zum Gegenstand allgemeiner Bewunderung macht. Der Mosaismus hätte, da jede bildliche Darstellung des im Menschenbild sich ausprägenden göttlichen Geistes auffs Strengste verboten war, zur Schöpfung solcher Ideale nicht führen können. Jetzt sehe er ein, daß er dem Mosaismus Unrecht gethan, da derselbe ein Volk geschaffen, welches dem Sturme der Zeiten zu widerstehen vermocht, was mehr Bewunderung verdiene, als die Ueberreste der steinernen Monumente einer entschwundenen Zeit. So lautet im Allgemeinen die Aeußerung über das Judenthum eines der begabtesten Dichter der neuen Zeit, der als Jude geboren, später vom Judenthume abfiel und während seiner Leidenstage eine früher gefaßte irrthümliche Meinung berichtigte. Es geht aus dieser Darlegung zunächst hervor, daß der Mosaismus, obwohl der Bildungselemente entbehrend, welche Malerei, Plastik rc. zu bieten pflegen, ein Ziel erreichte, das von andern Doctrinen un-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.