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Der Israelit · 1865-03-15 · Heft 11-12 (15.3.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 11-12 (15.3.1865)
Date
1865-03-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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LS3 im Verein mit -wnri pMN die Märtyrerkrone sich erwarb und für sein Voll blutete. WnL endlich über seine n"ä oder seine Humanität im Allgemeinen gesagt zu werden verdient, so «ar Wohlthun sein eigentlicher Lebensnerv. Denn alle seine Handlungen trugen das Gepräge der Menschenliebe. Wenn hier ausführlich seine angeborene Milde und seine damit verbundene, aus göttlichem Eifer ent sprungene fast beispiellose Thätigkeit für die leidende Menschheit dargestellt werden sollte, so müßte man den Raum dieses allgemein beliebten Blattes weit überschreiten, ohne jedoch bei noch so genauer Bezeichnung alle seine Handlungen der Humanität auseinander setzen zu können. Es genüge daher, zu wissen, daß er, als Urlypus der reinsten und edelsten Menschenliebe, von unzähligen Personen als ein Vater der Waisen, Tröster der Wittwen, Pfleger der Kranken, Versorger der Armen und Helfer aller Nothleideuden nur beweint und betrauert wird. Er verstand es ganz vorzüglich, die bedeutendste Unterstützung still, ohne des Empfängers Zartgefühl irgendwie zu verletzen, anzubringen Wo nur zu helfen war, da brachte er selbst, auch in die ärmlichste Wohnung Hilfe und Pflege und spendete reichlich, mehr aus eigenen Mitteln als durch Fürsprache bei andern gleichgesinnten Personen. Er war daher das thätigste Mitglied aller hiesigen wohlthätigen Vereine, zu deren Vorsteher er in Folge seines weitumfassenden Wohlthätigkeitssinnes bald ernannt worden ist. Rührend und ergreifend war es daher, zu sehen, wie unzählige Arme und Hilfsbedürftige, deren Helfer er war, unter Weinen und Schluchzen in der Nähe seines Hauses sich aufstellten, als seine Neste zur ewigen Ruhe gebracht werden sollten! — Aus diesem bis jetzt Gesagten läßt sich daher zur Genüge die Größe unseres Verlustes entnehmen, den die Stadt Posen durch den Hintritt dieses Ehrenmannes zu erleiden das Unglück hatte, und wir können uns schließlich zu unserem Tröste sagen, daß, wo noch in unserer kalten, nnheroischen Glaubenszeit solche gotteseifrige und wohlthätige Männer, wenn auch nur sehr vereinzelt, vorhanden sind rrH« -ch, und 'wir wünschen nichts sehnlicher, als daß durch diese ungeheuchelten und der Wahrheit getreuen Worten das unermüdlicke Streben des für uns leider so früh verstorbenen I. Pieser für ,-^r> willige Nachahmung und Nacheiferung finden möge. H. Feuilleton. Vir Londoner Juden. Aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Hirsch Grünebaum. (Fortsetzung.) Die jüdische Bevölkerung Londons obschon außerordentlich im Zunehmen begriffen, übersteigt doch keinesfalls die Zahl von 41.000, und von diese« ist nicht weniger als ein Fünftel direkt oder indirett auf die Unterstützung der Uebrigen angewiesen. Dazu muß noch in Betracht gezogen werden, daß unter den letzteren noch ein großer Theil ist, der «r «nd für sich nicht z» der Klaffe der Armen gerechnet werden kann, um die Mildthätigkeit der Wohlhabenden in Aiypruch zu nehmen, nichtsdestoweniger aber zu der Unterstützung der Dürftigen nicht beiträgt. Durch die isolirte Lage der verschiedenen Synagogen unserer umfangreichen Metropole wurde die Schwierigkeit, eine so ungeheure Anzahl Arme gehörig zu unterstützen, noch vergrößert; häufig kam eS vor, daß diejenigen, die es am wenigsten verdienten, durch die Unverschämtheit ihrer Gesuche mehr erhielten als ihnen gebührte, während die Verschämten übel dabei weg kamen. Viele Versuche wurden an gestellt, diesen Mißstand zu beseitigen, aber alle schlugen fehl, bis im Jahre 1 k56 die Sache von Herrn Ephraim Alex, welcher durch Herrn Lior.el Cohen und andere energische Männer unterstützt war in die Hand genommen wurde. Sie beschlossen em Loarck Ouarüjams (Bewahrungsanstalt) zu gründen und zwar aus Mitteln der verschiedenen Synagogen, um dadurch ihre wandernden Armen zu unterstützen und sie dadurch zu verhindern, Bettler zu werden, oder was ihrer Meinung nach ebenso wichtig ist, würdige Empfänger für ihre Armengelder zu finden. Auf dieses Loarck vf 6uarckraus will ich den Leser besonders aufmerksam machen, mit der Bemerkung, daß man dieses Institut nicht mit unseren eigenen verwechseln dürfe, die durch das Armengesetz ins Leben gerufen sind. Mit der einzigen Ausnahme des Secretairs und des Vereinsarztes verrichten alle Beamten desselben ihre Funktionen unentgeltlich. Die Beamten welche die vorgebrachten Gesuche zu prüfen und die Gewährung der begründeten zu vollstrecken haben, erhalten nicht das Geringste für ihre Mühe. Man sagt häufig, daß unbezahlte Dienste die theuersten seien, aber in der Ausübung sowohl dieser als anderer jüdischer Mildihätigkeit, scheint diese Redensart nicht in Anwendung gebracht werden zu können, denn nirgends kann ein Werk bester und bereitwilliger ausgeführt werden. Es ist kein bloßes Kompliment, wenn ich sage, daß in keiner ähnlichen Anstalt Englands mit mehr Schonung, Vorsicht und Menschenliebe zu Werke gegangen wird, als gerade in dieser; obschon in fast allen übrigen die Beamten sehr splendid honorirt werden. Obschon dem stets anwesenden Secretair immer eine beträchtliche Summe für die sofortige Abhilfe außerordentlichen Mangels zur Verfügung steht, so erhält doch Niemand anders irgerd eine Hülfe oder Unterstützung, bis der betreffende Fall einer

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