Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1865)
- Date
- 1865-03-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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6. Jahrgang. Israelit. 1«. Ein al-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgcgcben von VD. Lehmann in Mainz. Mainz, den 8. März 5625 (1 865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 11/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 3V kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raune. Österreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Das Leben Caesar's. — Bericht über die Entwickelung der Falascha-Angelegenheit und Beurtheilung der hierbei gemachten Vorschläge. (Forts.) — Ueber die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele bei den Hebräern. (Schluß.) — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Büdingen. Stuttgart. Hannover. — Oesterr. Kaiserfl.: V. Palota. (Forts.) — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Leipzig. Eßlingen. — Oesterr. Kaiserfl.'. Wien. — Von der poln. Grenze: Aus Warschau. — Feuilleton: Die Londoner Inden. (Forts.) — Inhalt der Extra-Beilage. Spenden für die zwei Waisen aus Michelau bei Büdingen. — Leitende Artikel. Aas Leben Caesar's (Zum Purimfeste.) Mainz, den 28. Febr. Die heute erschienenen Tagesblätter veröffentlichen die Vorrede zu dem noch unedirten Werke Kaiser Napoleon's III.: „I/bistvire äs äules Oösar". — Wir befinden uns bereits in den ersten Tagen jenes Monats, der dem Volke Israel zu einem Freudenmonate umwandelt worden; wann diese Zeilen in die Hände des Lesers gelangen werden, dann wird das Purimfest schon nahe gerückt sein — kein Wunder, daß uns jetzt weltgeschichtliche Ereignisse unmit-! telbar auf Analogien zur Geschichte unseres Festes hinj weisen. Jerusalem war zum ersten Male zerstört. Nebuj kadnezar hatte das Heiligthum unseres Gottes in Asche i gelegt und unser Volk seiner Heimath beraubt. Auch > Nebukadnezar war nicht mehr, und das von ihm gegründete Weltreich war verschwunden. An die Stelle > des Babyloniers waren die Meder und die Perser getreten. , Die Söhne Juda's haben sich allmählich erholt in der Ver- ' bannung; sie besitzen Häuser und Aecker, sie sitzen im Rathe des Königs und werden sogar zur königlichen Tafel gezogen.da genügt ein geringer Anlaß, sie! ins tiefste Elend zu stürzen und sie fast vom Erdbol den verschwinden zu lasten. — Der kaiserliche Schriftsteller sagt in der Vorrede des von uns oben näher bezeichneten Werkes, „daß eine große Wirkung immer eine große Ursache habe, , daß nicht das Glück die Welt beherrsche, sondern daß sich die Geschichte stets nach logischen Gesetzen abwickele". Dieser Gedanke schließt daß Zufällige aus der Weltgeschichte aus; er ist uralt, dieser Gedanke, er zieht sich wie ein rother Faden durch die ganze i Bibel, von dem ältesten Buche, von den ersten Wor- ' teu „Im Anfänge schuf Gott", bis zu dem jüngsten Buche derselben, bis zum Buche Ester; nur daß in der Bibel nicht die nach menschlichem Ermessen dargesteüte Logik das Maßgebende ist; die Logik der Bibel heißt „Gott". Gott, Seine weisen Pläne, Seine hochheiligen Gesetze und deren Erfüllung und Nichterfüllung, das ist's, wovon die Geschicke der Menschheit abhängen. Nicht umsonst fragen daher unsere Weisen: i „Warum verdienten die Israeliten zu Ahasver's Zeiten Vernichtung?" — „Weil sie sich vor dem Götzen-