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Der Israelit · 1865-02-22 · Heft 8 (22.2.1865) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 8 (22.2.1865)
Date
1865-02-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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107 daß Kinder ihre Eltern mit einer bewrmderungSrvür-» digen Ehrfurcht behandelt haben, an denen die übrige Wett auch nicht das geringste Zeichen entdeckt haben würde, das Ehrwürdigkeit verräth. DaS - Zutrauen, das sie in die Anhänglichkeit dieser geliebten Angehörigen zu setzen scheinen, ist gleich merkwürdig. Ein Sohn, der seine Eltern und Geschwister aus Armuth, i« der Absicht, auszuwandern, verläßt, versäumt selten einen guten Theil seiner Errungenschaft in der Fremde den Angehörigen in der Heimath zu übersenden. Vielleicht ist diese innige Anhänglichkeit zwischen Gatte und Gattin noch bester zu bemerken. Es ist nämlich bei den Juden sehr häufig der Fall, daß ein junger Ehemann seine Frau in England zurückläßt, während er selbst darnach strebt, eine bessere Carriere w den vereinigten Staaten von Nordamerika zu finden. Die Frau scheint auch nicht einen Augenblick an der Liebe ihres Mannes zu zweLfeln, obschon er so weit von ihr entfernt ist, oder an der Gewißheit ihrer Versorgung Sie ist fest überzeugt, daß sein erster Verdienst die Ueberfahrtskosten zur Bewerkstelligung ihrer gegenseitigen Wiedervereinigung decken wird, und daß keine Schwierigkeit ihr im Wege steht, wenn sie nur die Aufforderung zur Abreise erhalten hat. (Fortsetzung folgt.) Moses rmö Bileam. Von Ein Cuthäer sagte einmal zu Elasar, dem Sohne Simon ben Jochais: „Bileam, den Ihr einen argen Zauberer nennt, scheint bei Euerem Gotte in höherem Ansehen gestanden zu haben, als Moses, Euer höchster Prophet und Gesetzgeber! — Von Moses heißt es in Eurer heiligen Schrift: „Und derHerr rief Moses zu sich," — von Bileam hingegen: „Und der Herr kam zu Bileam." — „Hör'!" antwortete der Weise. „Ein König saß einmal in seinem Palaste auf seinem Throne. Da erschien ein mit einem ansteckenden Anssatze behafteter Mann vor dem Thore des Palastes. „Wer klopft an das Thor?"" frug der König. — *) Nach Sohar par. Balak f. 83 ». „„Es ist ein Aussätziger,"" antworteten die Diener: — „Laßt ihn nicht herein!"" sagte, der König, er meinen Palast nicht verunreinige!"" „ „Aber," " sprachen die Diener," " wir wissen, daß oer Mann mit einer Botschaft kommt!" " „„Mag sein!"" sagte der König, „„dennoch soll der Mann nicht herein. Er könnte meinem Sohn, der sich auf dem Gange befindet, sich nahen und ihn anstecken Ich will mich selbst zu dem Manne begeben und ihn hart anfahren, daß er sich fern hatte von dem Sitze meines Sohnes und jede Berührung mit meinem Sohne vermeide."" — Der König that so, stand auf und ging zu dem Manne und rief schon von Weitem in strengstem Tone: „ „Aussätziger! Aussätziger! halte Deinen Fuß fern von dem Wege, auf welchem mein Sohn sich befindet, sonst laß ich Deinen unreinen Leib in Stücke zerschneiden!"" Bald darauf erschien der treueste Freund des Königs vor dem Thore des Palastes. — „„Wer ist draußen vor dem Thore?" frug der König. „„Es ist Dein Freund!"" antworteten die Diener. — ,,„O, Den soll mir keine andere Stimme hereiurufen,"" sagte der König, „„Den rufe ich selbst."" Und er erhob sich und ries: „..Freund! Geliebter meiner Seele! tritt herein! Mein Palast steht Dir offen und ist stets bereit, Dich zu empfangen. " — „So/ fuhr der Weise fort, „verhielt sich's auch mit Moses und Bileam. Als Bileam vor dem königlichen Palaste erschien, da ging ihm der Herr entgegen und fuhr ihn hart an und sprach: „„Unwürdiger! halte Dich fern von meinem Volke! Du sollst meinem Sohne nicht fluchen und ihn auch nicht segnen, ihm weder im Bösen, noch im Guten nahe kommen, deine Nähe ist verpestend."" — Als aber Moses, der Freund Gottes erschien, da sprach der Herr: ,,„O Den, den Geliebte» meiner Seele, den rufe ich selbst zu mir. Mein herrlicher, heiliger Palast, nach welchem die Obern und die Untern verlangen und sich ihm nicht nahen dürfen, dem Geliebten meiner Seele steht er offen."" « L L I v L M. ür die zwei Waisen aus Michelau bei Büdingen ist ferner eingegangen: Ungenannter aus RüsielSheim 2 fl. Mayer Mayer aus Trebur 2 fl. Gabriel Elkan von Frankfurt a. M. 1 fl. 45 kr. Durch M. Ullmann in Bamberg, Cassier eines UnterstützungSvereins, von diesem 25 fl. Durch Lehrer Rosenfelder in Lorfth: von Löw Mainzer I. 3 fl.; von Madel Lorch 1 fl. 45 kr.; von Maier Mainzer 1 fl. 45 kr.; von Sieskind Abraham 30kr.; von Lehrer Rohrheimer 12 kr.; von Samuel Abraham 30 kr.; von Abraham Lorch 30 kr.; von Frau Wolfs 36 kr.; von Leopold Mainzer II. 1 fl.; von Löw Oppenheimer 18 kr.; von AbrahamGnthof30 kr.;

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