Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1865)
- Date
- 1865-02-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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r Zsraelit Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von I-I». Lehmann in Mainz. Mainz, den 22. Februar 5625 (1865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1i/o Bogen. Preis des Jahrgangs : 2 Tblr. pv. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CoNrs. Direkte Frankozusendung unter Strcisband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko cinzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Ueber die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele bei den Hebräern. — Denkschrift über die Revision der Israel. Krrchenverfassung im Königreiche Württemberg. — Für das Unternehmen zu Gunsten der Falascha's. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland. Hannover. Karlsruhe. — Niederlande: Haag. — Donaufürstenth. — Palästina: Jerusalem. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr. Kaiserst.: V. Palota. < Feuilleton: Die Londoner Juden. (Forts.) — Moses und Bileam. Inhalt der Extra-Beilage. Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des heiligen Landes. — Leitende Artikel. Ueber dir Lehre von -er Anjlerblichkeit -er Seele bei den Hebräern. Von 8. klein, Oberrabbiner zu Colmar. (Aus dein „vmv. i.«,,-.") Wenn man mit prüfendem Blicke all die verschiedenen Gegner in's Auge faßt, welche dem Judenthum seit undenklichen Zeiten gegenübergetreten sind, so kann man sagen, daß Gott nur deßhalb dasselbe hat so Vieles erdulden lasten, um desto deutlicher den göttlichen Ursprung und die Festigkeit der Grundlagen der jüd. Religion hervortreten zu lasten. Je mehr das Judenthum erduldet hat. desto sicherer schreitet es dem dereinstigen Siege entgegen. Bei seinem Ursprünge! hatte das Judcnthum gegen das Heidenthum zu kämpfen: i dieses, unfähig, sich zu der Höhe der Begriffe deffel-! ben zu erheben, hat dasselbe als abergläubisch verschrieen. Als das Heidenthum in seinem wahren Werthe, d. h als eine ungeheuere Abirrung des menschlichen Geistes erkannt wurde, nahm der Fanatismus die Stelle desselben ein; dieser versagte dem Judeni thum jede Anerkennung und verschrie es als eine Religion obne Mitleid und Gerechtigkeit. In unserer Zeit, da es in den Geistern Licht geworden, und in Folge besten eine Annäherung der Herzen stattgefunden hat, da das Urtheil unparteiischer geworden, fängt man an zuzugestehen, daß die großen Grund ätze, welche die moderne Philosophie proklamirt hat, daß diese Grundsätze, die da der Ruhm und der Segen unseres Jahrhunderts sind, bereits in den entlegensten Zeiten von dem Judenthum dargestellt wurden; jetzt endlich fängt man an, dem Judenthum seine Ursprünglichkeit und das Eigenthumsrecht seiner Lehren zuzugestehen. Nichtsdestoweniger will man behaupten, daß das alte Judenthum die tröstliche Lehre von der Unsterblichkeit der Seele nicht gekannt habe, daß cs dieselbe sich erst in den späteren Zeiten angeeignet, da die griechische Philosophie bereits in Judäa eingedrungen war. Der vorzüglichste Beweis dieser Behauptung soll darin bestehen, daß diese Lehre sich nicht ausdrücklich in den alten Büchern der Juden ausgesprochen finde. Selbst wenn wir diese Behauptung, die jedoch, wie wir später Nachweisen werden, durchaus nicht gerechtfertigt ist, dahin gestellt sein lasten wollten, so würde das Stillschweigen der h. Bücher kein Beweis sein, der