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Der Israelit · 1865-01-25 · Heft 4 (25.1.1865) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 4 (25.1.1865)
Date
1865-01-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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53 Österreichischer Kaiserstaat. Aus dem Tolnaer Comitate. In Nr. 50 der „Neuzeit" v. I. macht ein Lehrer zu Gr. Kanisa in einem Referate über die Gemeinde SärBogärd im Weißenburger Comitate den dortigen vielgepriesenen Rabbiner, Se. Hochw. Herrn Herrmann Abeles, Schwiegersohn des seligen hochberühmten .->N2 ^>"Lr, zum Gegenstände seines von Geifer und Haß überschäumenden Angriffes. Es ist wahrlich für die Leser einer Zeitschrift höchst ärgerlich, einem Berichte zu begegnen, der ihrer factischen Ueberzeugung nach, vom Alpha bis zum Omega, das Gepräge der absichtlichen Entstellung an sich trägt. Um so mehr mußte uns diese Berichterstattung mit gerechtem Groll erfüllen, als hier eine wahre Charactergröße, und für eine solche in weiten Kreisen im selben Maße anerkannt, wie die gelehrte Capacität von allen Talmudgrößen des Kronlandes bewundert wird, das Objekt einer tendenziösen Erniedrigung ist. Wir wandten uns um Aufklärung an einige der trefflichen und wackeren Gemeindemitglieder daselbst; diese weisen ebenfalls mit höchster Entrüstung jede Anschuldigung von ihrem allverehrten, ihnen wahrhaft zum Ruhme gereichenden Rabbiner zurück. Vor Allem ist allseitig anerkannt und durch die Ortsbehörde leicht zu beweisen, daß das frühere Zustandekommen einer Schule nur der besonderen Mühewaltung und der kräftigen Energie des Rabbiners zu verdanken war, und das Befremden so manchen frommen Freundes über die eifrigste Verwendung für ein Institut, dem doch einige früheren Rabbinen abhold waren, beschwichtigte er durch die Erklärung, daß gerade in kleineren Gemeinden, wo Intelligenz und Reichthum nicht in jeder Familie vertreten ist, eine wohlgeordnete Schule vor totaler Unwissenheit schützen. An einer Besprechung mit dem dortigen Herrn Oberstuylrichter, der auch dem Rabbiner die gerechte Anerkennung in ehrendster Weise zollt, ist nur so viel wahr, daß bei der Kopfbedeckungsfrage, als Einige diese nur auf den hebr. Unterricht beschränkt wissen wollten, der Rabbiner in unbefangenster Weise bemerkte, daß die für israel. Schule ausgewählten Leseftücke konfessionellen Charakters sind, und zuförderft der hochheilige Name des allerhöchsten Wesens in allen Sprachen Pietät verlangt, der auch bei der Eidablegung Rechnung getragen wird. Auch was der Einsender von einer Derascha und von einer in deren Folge erlittenen Schlappe wissen will, ist eine Umgehung der Wahrheit in schändlicher Art. Wohl citirte damals der Rabbiner auf Veranlassung, daß einige Frauen zum ersten Male ohne Kopfbedeckung die Synagoge besuchten, die bezügliche Stelle: wonach dieß dem Gebet hinderlich sei, weshalb die häusliche Andacht vorzuziehen sei, und dieser Ermahnung allein gelang die gutwillige Folgeleistung. Was den Trauungsakt in der Bezirksgemeinde Adony betrifft, so wollte dort der Rabbiner den Usus, den Trauungshimmel außerhalb der Synagoge auszustellen, den er in der Hauptgemeinde aufrecht erhalt, konsequenter Weise auch in dem Filiale beibehalten; die Verhinderung, den Ortsrabbinatsoerweser sungiren zu lassen, ist wieder eine hübsche Dosis Unwahrheit. Wir bedauern, in Obigem einen Beleg gefunden zu haben, daß Manche auf Kosten der Wahrheit das Heiligste und Ehrbarste in brutalster Weise angreifen, und wenn wir aus schuldiger Achtung gegen einige Herren Correspondenten der „Neuzeit" das moseb«! wakoebib al ä'bar sobolrsr, lrol msaborsow rs;bainr nicht anwenden wollen, resultirt doch hinreichend, daß ein erbärmlicher Haufe von Lügnern der Redaktion ihr schönes Talent widmen. Schließlich bemerken wir, daß wir zur Biederkeit der Gemeinde S. Bogärd ein zu großes Vertrauen haben, als daß wir durch diese Inspiration von Außen um den Gemeindesrieden besorgt sein möchten; ihre bisherige edle Haltung dem Herrn Rabbiner gegenüber ist uns Bürge, daß sie nach wie vor sich um ihr erhabenes Haupt mit gerechtem Stolze schaaren, und in ihm die seltene Zierde der Gemeinde verehren wird. Mehrere Abonnenten der „Neuzeit" im Tolnaer Comitate. in mit allen Comptoir-Arbeiten vertrauter junger Mann, welcher bis jetzt in einer Lederhandlung servirte, sucht unter bescheidenen Ansprüchen Stelle als Commis, gleichviel welcher Branche. Die besten Referenzen stehen zur Seite. Franko- Offsrten unter Lit. 6. 2. Nr. 47 besorgt die Expedition d. Bl. . en verehrten Herren Reflektanten auf Annonce sul» Lit. kV Nr. 501 in Nr. 46, 47 und 48 d. Bl. diene zur Nachricht, daß der betreffende Stellesuchende schon anderweitig placirt ist.

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