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Der Israelit · 1865-01-25 · Heft 4 (25.1.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 4 (25.1.1865)
Date
1865-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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6. Ja Der Israelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Vr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 25. Januar 5625 (1 865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens N/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Die Parteien im Judenthum — Die Eman-! zipation der Juden in Frankfurt a. M. — , Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland:! Würzburg. Aus Kurhessen. Frankfurt a. M. — Oesterr. > Kaiserst.: Wien. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondrnzcn: Deutschland: Wiltclshofcn. — Preußen: Pr.-Mindcn. Strasburg in W.-Pr. — Schweiz: Bern.— Frankreich: Paris.— Palästina. Feuilleton: MahrLm Merothenburg. Leitende Artikel. Die Parteien im Jndenthum. ii. Wir haben in der vorigen Nummer die Stellung der jüdischen Parteien, die solche gegen einander einnehmen, dargelegt und haben selbstverständlich alle Anhänger und Bekenner des einen, wahrhaften, echten, unverfälschten und unverkürzten Judenthums als miteinander und füreinander kämpfend und strebend dari gestellt. Von Seiten unserer Gegner möchte man uns jedoch spalten und theilen, um desto leichter das Werk der Zerstörung vollenden zu können. Da ist es denn ein beliebter Kunstgriff, die gesetzestreuen Israeliten in Alt- und Neu-Orthodoxe theilen zu wollen. Je nachdem es in den Kram der innern Feinde des Judenthums paßt, werden die Einen mit Vorwürfen überhäuft, verleumdet oder verdächtigt, während den Andern die Berechtigung zugesprochen wird. Jeder Unbefangene bemerkt sogleich, worauf es abgesehen ist, und blickt mit Verachtung auf derlei Kunstgriffe. Wir, d. h. die gesetzes- und glaubenstreuen Israeliten, erkennen diese höchst willkürliche und durch nichts berechtigte Unterscheidung nicht an; es gibt nur eine i orthodoxe Lehre und dem entsprechend auch nur ein , Gesetz, und dieses hat für alle Israeliten dieselbe Geltung, dieselbe bindende Kraft. Es kann daher nur von zwei Parteien die Rede sein: Solche, die der Lehre und dem Gesetze treu anhangen, und solche, die sich gegen beide auflchnen. Die ersten werden gewöhnlich die Orthodoxen genannt, die zweiten werden in der Regel als Reformer bezeichnst. — Betrachten wir die Kriterien, welche unsere Gegner für die Unterscheidung von Neu- und Alt-Orthodoxen angeben, näher, so erhellt daraus, daß diese Kriterien so äußerlich sind, daß sie wahrhaft lächerlich erscheinen müssen; es ist gerade so, wie wenn man die Menschen in solche eintheilen wollte, die grüne, und in solche, die braune Röcke tragen. Hören wir nur, wie man erst unlängst die sog. Neuorthodoxen bezeichnet hat: „Diese Männer haben auf Gymnasien und Universitäten studirt, der alten und modernen Literatur mehr oder weniger obgelegen; sie sprechen ein reines Deutsch, kleiden sich sogar oft elegant, haben sich meist mit dem Doctortltel geschmückt und verdienen so den ihnen beigelegten Namen der Neuorthodoxen." Wir würden diese lächerliche Unterscheidung gern hingehen lasten, wenn nicht sofort die ärgsten Ungereimtheiten in verleumderischer Absicht daran geknüpft

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