Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1865)
- Date
- 1865-01-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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33 neten berathen wird, bringt auch unseren israelitischen Schullehrern bedeutende Aufbesserung der Gehalte und Pensionen. Nach der Generalübersicht über sämmtliche 2894 Schulmeisterstellen sind gegenwärtig 35 israel. Schulstellen im Lande, wovon nach dem Gesetzesentwurfe vom 4. Juli 1864 an neben freier Wohnung 28 mit 375 fl., 2 mit 400 fl., 2 mit 425 fl., 2 mit 500 fl. und 1 mit 600 fl. zu salariren und worunter je 50 fl. in Früchten zu den Sportelpreisen zu reihen sind. Da Emolumente, Accidentien und Stolgebühren in den Gehalt nicht eingerechnet werden, so wird wohl das Voxsängeramt extra zu belohnen sein. Die Eingabe sämmtlicher israel. Schullehrer und Vorsänger des Landes, „es möchten die Gehalte solcher Religionslehrer und Vorsänger, welche nicht als Schullehrer angestellt sind, namhaft erhöht, ihnen daneben der Genuß der freien Wohnung für ihre Familie, sowie auch die Pensionsrechte und Wittwengehalte eingeräumt werden", ist von der Kommission für Kirche und Schule mit Zustimmung der Kammer der K. Regierung zur Kenntnißnahme mitgetheilt worden, weil, und das ist für unsere zu erstrebende Revision des Kirchengesetzes wichtig, „ die Verhältnisse der israel. Religwnsgenossenschaft des Landes in Folge der aus der Mitte der Israeliten ans Anlaß des neuen Jsraelitengesetzes gestellten Petitionen zur Erwägung kommen dürsten". Hieraus sind die ersten erfreulichen Spuren einer Wirkung unserer orthpdoxen Bestrebungen erkennbar. Weitere Schritte hierin sind vorbereitet und werden demnächst zur Ausführung kommen. Der Ausschuß harret bloß noch seines zeitweise abwesenden Führers. In die israelitische Oberkirchenbehörde wurde am Ende vorigen Jahres ein neues Mitglied berufen. Herr ChajimMosesHenle nämlich, wurde von Sr. Majestät zum Oberkirchenoorsteher gnädigst ernannt. Herr Heule stammt aus einer frommen orthodoxen Familie in Steinbach bei Hall und hat in seiner Jünglingszeit als Theologe studirt, d. h. 8->^ gelernt. Seine erste Frau war die Tochter des berühmten Rabbi Jehoschua Mosche in Fürth. Jetzt ist er Chef einer Glashandlung in Stuttgart. Möge mit ihm, seiner Abstammung und verwandtschaftlichen Beziehungen würdig, ein neues und gntes Element in das Collegium kommen und die Beibehaltung seiner jüdischen Vornamen — ivw r>8 8^ — ein gutes Omen für seinen religiösen Charakter sein! Herr Oberkirchenvorsteher vr. Ad. Levi, welcher in voriger Woche von den konservativen Einwohnern Stuttgarts zum Mitglied des Bürgerausschusses gewählt worden ist, hat als Vorstand des jüdischen Waisenhauses den Rechenschaftsbericht über diese Anstalt pr. 1863/64 veröffentlicht, woraus erhellet, daß das Vermögen derselben wieder um 4,576fl. zugenommen hat und auf 54,237 fl. 23 (z kr. angewachsen ist. Auch der letzte Wille unseres verblichenen Königs ward für das Institut noch eine Quelle des Segens, indem er es mit einem Vermächtnisse bedachte und der Fürsorge seines königl. Nachfolgers empfahl, welcher ihm auch bereits ein Gnadengeschenk von 100 fl. zugewendet hat. Möge nur den Zöglingen auch ein wahrhaft jüdisch-religiöser Geist eingehaucht werden, daß die verwaisten Kinder nicht auch noch ihren himmlischen Vater verlieren! '^2O8' — 212'p '281 '28. Preußen. Berlin. Der Zunftzopf herrscht auch hier noch. Beweis ist folgende Notiz der „N. A. Z.": „Der Specialapotheke im jüdischen Krankenhause ist es untersagt worden, für die in der Stadt wohnenden jüdischen Armenkranken die Mcdicin zu bereiten, weil hierdurch dem Apothekerprivilegium Abbruch geschieht." Feuilleton. Heuere Forschungen nach den verlorenen Irr denstämmen. (Aus Nr. 1 des „Auslands".) Unter der Ueberschrift „die ersten Colonisten der Bibel" stellt Million in einem interessanten neuen Werke „17i6 tzti'sani liko" die von verschiedener Seite geltend gemachten Vermuthungen über die zehn verschollenen Stämme Israels zusammen mit dem Bemerken, daß noch Niemand in dieser Beziehung durch Forschung zu irgendwie befriedigenden Resultaten gelangt sei. Wie Tylor in seinem Werke über Anahuac mittheilt, kamen die Spanier sofort nach ihrem Einfalle in Aucatan und Mexiko, sobald sie Muße gesunden halten, über den Ursprung der dortigen Bevölkerung nachzudenken, auf die Idee, die verlornen Stämme Israels vor sich zu haben. In der That soll die Nase des mexikanischen Indianers ganz das Gepräge einer jüdischen tragen, und es ist vollkommen erklärlich, daß bei dem Anschauen dieser ernsten, schweigsamen Leute mit brauner Gesichtsfarbe, glänzenden Augen und Adlernasen derartige Vermuthungen auftauchen konnten. Andere, namentlich englische Forscher wollen jene zehn Stämme in den Rothhäuten Nordamerikas wieder finden und es existiren Bücher in hebräischer (?)