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Der Israelit · 1865-01-04 · Heft 1 (4.1.1865) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 1 (4.1.1865)
Date
1865-01-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Beilage zu Nr. 1 des Zsraelit. L«itei»d e» Art» ke t Literarische Math. Die in Wien gegenwärtig Veranstaltete Talmud- Ausgabe entspricht gewiß in vielen Beziehungen den Erwartungen, die die Subscribenten davon gemacht. In einer Beziehung jedoch, die lehr wesentlich ist, läßt sie viel zu wünschen übrig; die Correktur ist durchaus nicht genügend, sowohl im Text, als in den Comentaren stößt man oft auf recht ärgerliche Fehler Da die Herausgeber sich recht Zeit lasten, so ist es noch Zeit, für die noch übrige Hälfte für bessere Correktur in ihrem wie in der Sache Interesse zu sorgen. Möge diese Anregung nicht unberücksichtigt bleiben! Frankfurt a/M. Mehrere Subscribenten. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Hamburg. Ein Beispiel wahren Edelmuths haben wir heüte zu registriren. Ein vor dem Dammthore wohnender Photograph hatte seine Miethe nicht bezahlen können, und war daher gerichtsseitig auf Verkauf seiner sämmtlichen Effekten erkannt worden. Gestern Morgen fand die Auktion statt, in welcher man zu allgemeinem Erstaunen Herrn S. Kalman als eifrigen Bieter bemerkte. Das Räthsel löste sich indessen bald dahin, daß der Genannte im Aufträge eines durch seinen großartigen Wohlthätigkeitssinn bereits anderweitig bekannten hiesigen Bürgers handelte. Kurz vor Beginn der Auktion erhielt Herr Kalman, der in der Nachbarschaft des Photographen wohnt, eine Karte von Herrn I. I. Jaffs, (einem Israelitenwodurch er von diesem, der den traurigen Fall erfahren hatte, ermächtigt wurde, für 200 M. B. Sachen anzukaufen und dem Photographen auszuhändigen. Herr Kalman erfüllte mit freudigem Herzen diesen Auftrag, indem er Betten und sonstige Effekten für den Bedrängten erstand Hamburg, den 30. Dec. Dem Krankenhause der deutsch-israelitischen Gemeinde, dessen Bau seiner Zeit durch die Munificenz des verstorbenen Salomon Heine ermöglicht wurde, drohte durch die in den Verhältnissen der israelitischen Gemeinden eintretenden Veränderungen schwere Gefahr. Das Institut kostete nämlich bisher der Gemeindekaste trotzder reichlichen Ausstattung des edlen Gründers eine, Summe von 20,0« 0 M. B. per. Jahr, und von den Einschränkungen, welche am! . Febr. k. I. nach Aufhebung des bisherigen Zwanges zum Eintritt und Verbleib in der Gemeinde, vorgenommen werden müssen, sollte auch das Krankenhaus getroffen werden; man wußte eben nicht, woher man fortan die bisher erforderliche Summe nehmen sollte. Da machten die Aerzte des Instituts dem Sohne des verj storbenen Salomon Heine, Carl Vorstellung von i diesem Zustande, sie sprachen die Besorgniß aus, daß die so vortreffliche Stiftung in der bisherigen Weise! nicht werde fortbestehen köunen, daß die edelen Abj sichten des Gründers fernerhin nicht erfüllt werden kön-! nen, — es war an dem Sterbetage des Gründers, j — und ein Federstrich des Sohnes machte allen Verlegenheiten auf einmal ein Ende! Carl Heine setzte eine Summe aus, welche genügt, um etwaige Deftcits zu decken, wie es heißt, 400,000 M. B. (350,000 fl.) und knüpfte an diese Schenkung die. Bedingung, daß davon das Krankenhaus.für ewige Zeitxn zum Andenken seiner Eltern erhalten werde. ^Hamburger Reform.) Dtainz, 23. Dec. Die unter der Leitung des Herrn l?r. Lehmann stehende Unterrichtsau statt der hiesigen isr Religionsgesellschaft hat seit dem Beginne des Wintersemesters eine höhere Klaffe errichtet, in welcher außer der sorgfältigeren Pflege der neuen Sprachen auch den Naturwissenschaften ein weiteres Feld eingeräumt worden ist. Dieser Tage nun hat die erwähnte Anstatt einen Beweis erhalten, daß sie wahrhafte Freunde und opferbereite Gönner besitzt. Es wurde ihr von Herrn Mechaniker Albert in Frankfurt a. M. ein vollständiges physikalisches Kabinet, das die wichtigsten Instrumente für den Physik- und Chemie-Unterricht enthält (ungefähr im Werthe von 400 fl.), übersandt; ein Freund der Anstalt, der nicht näher gekannt sein will, hatte dasselbe bestellt und bezahlt. (Mainzer Anzeiger- / Preußen. Berlin. Die jüdischen Kombattanten aus dem letzten Feldzüge waren am 18. in der Berliner Synagoge versammelt und hielten dort einen Festgottesdienst ab. Sie waren fast alle mit Tapferkeitsmedaillen dekorirt, wie die „Weser-Ztg." hervorhebt.

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