Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1865)
- Date
- 1865-01-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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b. Jahrgang. L sraelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von I>r. Lehmann in Mainz. Mainz, den 4. Januar 5625) (1665). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens N/s Vogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. C. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzuienden. Inhalt: Leitende Artikel: Rückblick. — Ist die Einführung von Instrumentalbegleitung und speciell die der Orgel bei dem synagogalen Gottesdienst gestattet, und ist es erlaubt, an Sabbat- und Festtagen derartige Instrumente zu spielen, oder durch einen Nichtjuden spielen zu lassen? — Orthod.-isr. Bibelanstalt. — Unternehmen zu Gunsten der Falascha's. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Württemberg. Wandsbeck. Wandsbeck. — Oefterr. Kaiserst.: i Stuhlweistenbrirg. — Italien: Turin. — Frankreich: iJüd. Briefe von A. Lohn-. — Jnhalt der Beilage: j Leitender Älrtikel: Literarische Notiz. Zeitungsnachrichten und Vorrefpondenzen: Deutschland: Hamburg.'.Hamburg. Mainz. — Preußen: Berlin. — Holland: Amsterdam. Feuilleton: L71P ^2-7 cn-. Inhalt der Extra-Beilage. Bau von Armen-und Pilgerwohnungen zu Jerusalem. — Spenden für die Armen des heil. Landes. Leitende Artikel. Rückblick. Da mit der heutigen Nummer der sechste Jahrgang unserer Zeitschrift beginnt, so wollen wir unserer Gewohnheit gemäß die verschiedenartigen Ereignisse, von denen der nunmehr vollendete Jahrgang Kunde gegeben hat, in allgemeinen Umrissen vor dem geistigen Auge des Lesers vorüberführen. Es war ein an Er-! eignissen reiches Jahr und hat uns des Guten wie des Bösen gar mancherlei gebracht.! Im österreichischen Kaiserstaate war es vor Allem ein Preßprozeß, welcher, am letzten Tag! des Jahres 1883 verhandelt, in der ersten Hälfte des verflossenen Jahres die allgemeinste Aufmerksamkeit auf sich zog. Es handelte sich dabei um die Entscheidung einiger für das Judenthnm höchst wichtiger Fragen. Diese Entscheidung war vor einem hohen Gerichtshöfe aus dem Munde jüdischer Geistlicher meiner Weise getroffen worden, die das Judenthum in seinem innersten Bestände gefährdete. So traurig dieses Ereigniß an und für sich war, so betrübende Schatten es auf die religiösen Zustände unserer Zeit warf, so erfreulich war es hingegen, zu sehen, mit welcher Kraft und mit welchem Eifer sich die treuen und gläudigen Vertreter der göttlichen Lehre, nahe an i7ü gr?rtzestreue Rabbinen, wie Ein Mann erhoben, nm gegen die erwähnte Entscheidung feierlichst zu protestiren. In Folge dieses muthvollen und rücksichtslosen Vorgehens ist die große Gefahr, welche den Bekennern unserer heil. Religion gedroht hatte, nicht allein glücklich vorübergegangen — es hat sich vielmehr aller Welt deutlich gezeigt, wie lebendig, Gott sei Dank, auch heute noch der Glaube in Israel ist, und daß unser Volk an den ihm von Gott eröffneten Hoffnungen nimmer verzweifelt. — In Ungarn schien es im vorigen Jahr mit der Creirung eines isr. Rabbinerseminars Ernst werden zu wollen. Da jedoch die Negierung mit der Abfassung eines Entwurfes eine Commission beauftragte, die zum großen Theil aus Neologen bestand, so hielten es viele orthod. Rabbinen für angemessen, dagegen zu protestiren; jetzt scheint es, daß das Projekt wieder ist fallen gelassen worden. — In politischer und socialer Beziehung wird die Emancipation unserer Glaubensgenossen' in Oesterreich von Tag zu Tag mehr wirkliche Thatsache. Eine andere bedeutende Erscheinung war es, welche unsere Aufmerksamkeit beim Beginne des nunmehr verflossenen Jahres in hohem Grade in Anspruch nahm. Es war die Mission, welche unser edler Glaubensgenosse, Sir Moses Montefiore, in Marokko aus-