Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1864)
- Date
- 1864-12-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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664 zurückzukommen. Für heute genüge es, dieselbe nach ihren Grundzügen wieverzugeben. Die Mitglieder der zukünftigen Gemeinde bleiben vereint zu: 1) gemeinsamer Vertretung nach außen und, wo es noch erforderlich, dem Staate gegenüber. 2) Verwaltung des Gemeindeoermögens sowie der der isr. Gemeinde anvertrauten Legate und wohlthätigen Stiftungen resp. Controllirung derselben. 3) Unterstützung und Verpflegung ihrer Armen. 4) Subvention, bezüglich Verwaltung ihrer Unterrichlsanstalten. 5) Erhaltung ihrer gemeinsamen Begräbnißplätze. Speciell den Cultus anlangend, zu dessen Ressort außer der Synagoge und deren Bedürfnisse zu rechnen 1) das Rabbinat, 2) die cultuellen Einrichtungen für den Fleischconsum, 3) das Frauenbad, sollen Synagogengemeinden, oder andererseits Tempelgemeinden, wie bis jetzt, bestehen, oder es können sich auch neue bilden. Die Cultusvorsteher treten aus dem Vorstehercollegium selbstverständlich aus. Dem Vorftehercollegtum gegenüber, dem die Executive sowie Vertretung der Gemeinde nach außen allein zusteht, sollte die Gemeinde ebenfalls eine Vertretung finden. Dafür ist die Einsetzung eines aus 15 Mitgliedern bestehenden Repräsentanten Collegiums vorgeschlagen, deren Wahl direct von den Gemeinde-Mitgliedern vorgenommen werden soll. Dies in kurzen Zügen das Wesentlichste. Für heute schließen wir nur mit dem Wunsche, daß der anonyme Verfasser nicht umsonst „ein Wort zu seiner Zeit" gesprochen haben möge. Mainz, den 8. Dee. Herr 1)r. Wilhelm Cahn von hier ist in Paris im Kaiserlichen Ministerium des Auswärtigen als beeidigter Translator und Interpret für folgende Sprachen: englisch, deutsch, arabisch, hebräisch, italienisch, spanisch, dänisch, schwedisch und holländisch, angestellt worden. Mainz, den 11. Dec. Auch „Hamagid" veröffentlicht in dieser Woche den die Falascha's betreffenden Aufruf des Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer. Die Redactiou des „Ham " bemerkt dazu, daß es ihrer Ansicht nach angemessen wäre, vorerst nur einen dazu geeigneten Mann nach Abessynien zu senden, um dann seinen Angaben gemäß das Nöthige zu veranlassen; sie schlägt hierzu den bekannten Reisenden Joseph Jehuda Halevi Tscharni aus Rußland vor, der in den jüngsten Jahren für ähnliche Zwecke Asien und namentlich Dagestan bereist hat; die Berichte desselben über die Juden in Dagestan, die nach der Ansicht Tsch/s von den tO Stämmen abstammen, wurden zur Zeit in diesen Blättern mitgetheilt. Mainz, den 12. Dec. Soeben beim Schluffe des Blattes erhalten wir die Trauerbotschaft, daß Herr Dav. Sassoon von Poona (Ostindien), dessen großartigen Stiftungen und Spenden wir vor einigen Wochen einen Artikel widmeten, den Schauplatz seiner irdischen Thätigkeit verlassen hat. Er starb nach kurzem Unwohlsein am 5. Nov. in einem Alter von 73 Jahren Acht Söhne und vier Töchter nebst einer großen Anzahl von Enkeln betrauern den Verlust ihres Vaters und Großvaters, dessen Ruf bis weit über das Meer drang Die „Bombay Gazette/ welche in einem Extrablatt den Tod dieses hervorragenden Mannes anzeigt, gibt das hinterlafsene Vermögen auf mehrere Millionen Pfund Sterling an; dies hat er znrücklassen müssen. Aber das viele Gute, das er auf Erden gethan hat, geleitet ihn in die Ewigkeit. — Preußen. Berlin, 4. Dec. Bekanntlich hat das k. Consistorium die Wahl des Predigers Schramm zum zweiten Pfarrer der neuen Louisenstadtgemeinde nicht bestätigt, weil ein jüdisches Mitglied des Magistrats bei der Wahlhandlung mitgewirkt hatte. Heute fand in Folge dessen eine Neuwahl statt, bei der jenes Mitglied sich der Theilnahme enthielt, um eine nochmalige Anfechtung der Wahl zu verhüten. Gewählt wurde mit einer Stimme Mehrheit der Prediger Schramm. Die Frage, ob jüdische Mitglieder des Magistrats an Predigerwahlen sich zu betheiligen berechtigt sind, wird in den höheren Instanzen zur Entscheidung gebracht werden. Oefterreichischer Kaiserstaat. Wien. Israelitische Kinderbewahranstalt. Der 2 t Jahresbericht dieser humanen Stiftung wird so eben ausgegeben. Bei einer täglichen Frequenz von 170 Kindern beiläufig, die sich zuweilen auch auf 218 Köpfe erstreckte, ist die Anstalt einer wahrhaft väterlichen und mütterlichen Aufsicht überantwortet. Die Jahres - Einnahme betrug an baarem Gelde 6938 fl. und an öffentlichen Anlagen 910 fl., die Ausgaben sammt Tilgungsraten des Hypothekaranlehens 6310 fl. Es verbleibt ein Neinsaloo von 1401 fl. baar und 13,436 fl. in Effecten, während die Passiva 14,542 fl. betragen. Unterzeichnet sind als leitendes Comits der Anstalt die Damen: Frau Marie Schnapper, Frau Sophie von Todesco. Frau Henriette Wertheimer. Frau Emilie Schnapper (zugleich Kasiierin), Frau Elise Herz, Frau Louise Beifuß und Hr. Joseph Wertheimer. Aerztlicher Jnspicient ist Hr. Dr. Winternitz. Lehrer und Lehrerin Hr. Albert Fischer und Gattin. (Abendland.)