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Der Israelit · 1864-12-14 · Heft 50 (14.12.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 50 (14.12.1864)
Date
1864-12-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 5V des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspon- -enzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 9. Dec. OM ni'i'? NIP^LI ^1,-1 : "IVLt „Wie lieblich dem Gerüche waren deine Salben, hingegossen wie Oel war dein Name!" „Fülle und Reichthum in seinem Hause, da seine Wohlthat ewiglich besteht!" Erfüllt von diesen, von unfern Weisen auf die treuen Jugendlehrer unseres Volkes angewandten Sprüchen der heiligen Schrift, gaben wir heute einem früh Heimgegangenen das letzte Geleite. Jacob Kra, Lehrer an der Unterrichtsanstalt der isr. Religionsgesellschaft, hat an vergangenem Mittwoch seine irdische Laufbahn vollendet und ist in der Blüthe der Jahre in ein besseres Jenseits eingegangen. In Norden (Ostfricsland) geboren, hatte er seine Bildung in der Talmud-Thora-Schule zu Altona empfangen und nochmals vier Jahre den Talmud-Unterricht bei Rabbi Jacob Ettlmger genossen, bekleidete eine Zeit lang eine Hauslehrerstelle in Aurich, worauf er dann in seine Vaterstadt Norden als Gemeindelehrer berufen wurde. Hier lernte Herr Rabbiner Hirsch, damals Landrabbiner in Emden, ihn kennen und seinen Charakter und seine Berufstreue schätzen, berief ihn im Jahre 1853 nach Frankfurt a. M. an die neubegründete Schule unserer Gemeinde, welcher Stellung er also fast zwölf Jahre angehörte. Jacob Kra hat sich Ln Frankfurt zahlreiche Freunde und allgemeine Achtung erworben. Denn er verband nlit einem freundlichen Wesen eine aufrichtige Bescheidenheit und lebte ganz in seinem Berufe. Von welcher Seite wir sein Leben und seinen Charakter betrachten, immer erblicken wir Vorzüge, wie sie unsere Zeit nicht im Uebermaße bietet. Eine ungeheuchelte Frömmigkeit zierte seine Seele, erhöhte ihm die Freuden eines glücklichen Familienlebens, stärkte und tröstete ihn in Tagen des Leidens, und beseelte ihn mit Gottvertrauen während eines längeren Siechthums. Wie er makellos als wahrer Jehudi lebte und wirkte, so übte er die Tugenden oix pO, und möchten wir gern seine Dienftfertigkeit und Gefälligkeit hier an dieser Stelle hervorheben, weil sie ihn in seltener Weise auszeichnete, und weil viele Fälle dem Einsender vorzugsweise bekannt sind. Unermüdlich endlich in seinem Berufe, gehörte er zu Denen, welchen Stillstand im Wissen ein Rückgang ist, und er suchte darum mit unverwüstlicher Strebsamkeit den Schatz seines Wissens zu mehren, das in der Arithmetik und hebr. Grammatik culminirend, gleichwohl auch in den übrigen Unterrichtsgebieten nicht unbedeutend war. Semen Vortrag zeichnete Klarheit und Deutlichkeit aus, und besonders war es Kra's Lebensaufgabe, sowie seinen eignen Kindern auch allen ihm anvertrauten Zöglingen den Geist der Gottesfurcht und jüdischen Sitte einzupflanzen. Ein treuer Lehrer seiner Schüler, ein wohlmeinender Freund seiner Collegen, wird sein Andenken ihnen Allen unvergeßlich bleiben. Am Grabe sprach Herr Rabbiner Hirsch ergreifende Worte des Gedächtnisses, indem er, an den Wochenabschnitt anknüpfend, die Schicksale und die Tugenden unseres Jacob mit denen unseres Erzvaters verglich, und uns Allen ein hehres Bild des Lehrerberufs ausstellte, welches wir in dem Lebensspiegel von ^'2-r Ipp' erblicken. Den Inhalt dieser Rede wieder zu geben, müssen wir einer andern Feder überlassen; wir aber schließen diese kurze Skizze, indem wir mit voller Ueberzeugung die Worte der Schrift wiederholen: P'IL 'NI'? Frankfurt a. M«, den 9. Dec. Wenn man verschiedene jüdische Blätter liest, die den Fortschritt und die Wissenschaft vertreten wollen, so kann der gebildete Leser sich oft eines Lächelns nicht enthalten. So hat der „gelehrte" Redacteur der „allg. Ztg. des Judenthums" neulich die Behauptung ausgestellt, die Hilleliten und Schamma'tten seien „Secten" gewesen, deren Streitpunct die Authencität der Tradition war, d. h die Einen hätten die Thora schebaal Peh anerkannt und die Andern sie verworfen! Freilich, wer dm Talmud so genau kennt, wie Herr vr. PH., der kann so Etwas behaupten. — Inden „Arch. Isr." lesm wir fast in jeder Nummer, der berühmte Rabbi Jehudah Halevi sei der Verfasser des Lechah Dadi; dieser Eingangsgesang des Sabbat hat aber R Salomo Halewi Alkabitz zum Verfasser, der circa 460 Jahre später als N. Jehudah Halevi blühte; das Bemerkenswerthe bei dieser sonderbaren Verwechselung ist, daß sich Jeder aus den Jnitien der einzelnen Verse des Lechah-Dadi-Gesanges den Namen '^7, nvdw herauslesen kann. — Wandsbeck, 7. Dec. Dieser Tage erschien in Betreff der Neugestaltung der israel. Gemeinde Hamburgs eine Broschüre. Sie führt den Titel: „Gedanken über die Neugestaltung der israel. Gemeinde. Hamburg im October 1864." Da der Verfasser wahrscheinlich aus Bescheidenheit seinen Namen nicht nennen wollte, so möchten wir auch nicht so indiscret sein, ihn zu veröffentlichen. Die Gedanken enthalten des Trefflichen so Vieles, daß wir gerne unfern Lesern dieselbe in extenso mittheilen möchten. Vielleicht gestattet uns unsere Zeit, nächstens ausführlicher darauf

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