Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1864)
- Date
- 1864-12-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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642 finden würden. Was aber die Mission betrifft, so genüge Ein muthiger Mann, der mit den nöthigen Empfehlungen an den abessynischen Sultan ausgerüstet, gleichsam als Pionier der Cultur hingehe, um vorerst nur Volk und ^-^Kand zu studiren. Die hochsinnige „Alliance" hat mich wiederholt ^Der büchaftesten Sympathie für diese Angelegenheit versichortA versprochen, ihren ganzen moralischen Einfluß aufzumeten, und nur bedauert, hierbei nicht in erster Linie stehen zu können, vielmehr sich darauf beschränken LU müssen, nur kräftigst zu secondiren, da sie durch judenfeindliche Affairen mehrfach anderweitig, besonders in Tunis, außerordentlich engagirt sei. Dieselbe ermächtigt mich zu veröffentlichen, daß sie bereit sei, Spenden für diesen Zw eck entgegenzunehmen. Der wackere, tbatkräftige Redacteur des „Univers Jsraölite" versprach, der Sache in Frankreich die größtmögliche Verbreitung zu geben. Was die österreichischen Lande betrifft, so erhielt ich auch aus Ungarn einige Schreiben voll wärmster Sympathie, und geht einer meiner Freunde in Agram damit um, dort ein Comitö für diesen Zweck zu gründen. Indem ich nun allen oben erwähnten Freunden des Unternehmens für ihre freundlichen Zuschriften, Rathschläge und Zusagen den innigsten Dank abstatte, erlaube ich mir rücksichtlich der oben erwähnten Modificationsvorschläge die unmaßgebliche Bemerkung, daß ich allerdings vollständig mit denselben darin übereinstimme, daß daher unsere Sendboten genommen werden sollten, wo die sprachliche Verwandtschaft mehr zu finden, so daß die „Missionäre" nicht nur nothdürftig mit der Sprache, sondern auch mit der Idee des Idioms vollständig vertraut sind, Vorträge in jener Sprache halten können rc., daß mir aber das zweite abändernde Amendement doch ein wenig bedenklich erscheint Wohl gebe auch ich zu, daß diese Weise die allergründlichste zur durchgreifendsten Reaction des Volksstammes ist; allein sie ist — zu gründlich, wirklich wirksam etwa in hundert Jahren. Und was wird bis dahin die unermüdliche, mit unerschöpflichen Mitteln ausgestattete Mission aus diesen armen „gefangenen Kindern" gemacht haben? — Jenes römische Seminar konnte wohl Schritt fffr Schritt diese nach Jahrhunderten zählende CivilisMynsmethode einschlagen, unbeirrt von mächtiger Coycurrenz, mindestens ihr gleichkommend an materieller und moralischer Potenz. Aber wir? — — nein., meiner Meinung nach ist dies wohl als sehr, sehr schönes, allerdings unwiderstehlich wirkendes Co rräapium sehr förderlich; allein der Schwerpunkt der TyLtigkeit müßte wohl eine positive, directe Mission sein, oh aus einer oder drei Personen bestehend, dies müssen wohl Verhältnisse und Forschungen entscheiden. In Rücksicht auf die Eingangs erwähnte in Nr. 47 dieser Blätter befindliche Mittheilung freuten mich die warmen Sympathien des Herrn Correspondenten des „Jewish Chronicle" und des Herrn Redacteurs außerordentlich; doch ersuche ich dieselben, wie alle meine Freunde, meine Person ganz außer Besprechung zu lassen; jeder ehrliche Mensch thut feine Pflicht, nur hat der Allgütige dem Einen mehr Gelegenheit hierzu als dem Andern gegeben, wofür der von der Vorsehung Bevorzugte Gott nicht genug danken kann; überlassen wir es unfern religiösen Antipoden, sich einander Weihrauch zu streuen; bleiben wir um Gotteswillen nur immer objectiv, fassen wir immer die Sache selbst fest ins Auge; daß Sympathien in einem so mustergiltigen Volksstamme , wie die Engländer es sind, in einem Organe der größten Weltstadt der Sache ein sehr günstiges Prognosticum gestellt, leuchtet ein. Möge die Sache so schön fortschreiten, wie sie begonnen! — Dem hochgeschätzten Herrn Rosenbaum in Würzburg vielen Dank. Was dessen Vorschlag, die Sache Sir Moses Montefiore sehr warm anzuempfehlen, betrifft, so verbietet mir die Diskretion, jetzt schon hier einiger solcher Correspondenzen zu erwähnen, die ich gleich beim Beginne des Unternehmens geführt und deren günstigen Erfolg ich recht bald mittheilen zu können hoffe. — Möge der Mgütige diese große Nationalsache in seinen Schutz nehmen! — Der Eslsnisationsverein in Palästina. Wir erhalten vom Herrn Rabbiner Hirsch Kalischer in Thorn folgende Mittheilung des Herrn Selig Hausdorff in Jerusalem: „In der heiligen National-Angelegenheit des Colonisatiou-Vereins für Palästina erkläre ich hiermit, nach einer achtzehnjährigen Erfahrung im heiligen Lande, daß ich die jetzigen Zeit- und Sicherheits-Zustände für die geeignetesten erachte, um mit israel. Colonien den Anfang und zwar nach nachstehendem Maßstabe zu beginnen. Die erste Colonie ist zu bilden aus 10 israel. Colonisten, welchen der Montefiore'sche große Garten und die David Classen'schen Aecker bei Jaffa zu übergeben wären. Jeder Colonist müßte einen einmaligen Vorschuß in der Höhe von 100 Thalern Pr. Cour, (oder 2700 Piastern) gegen Bürgschaft zur Anschaffung der nötigsten Gerätschaften, Aussaat, Vieh rc. vorgestreckt erhalten, was ungefähr die erwähnte Summe ausmachen würde. Die Aufsicht könnte dem Herrn David Classen übergeben werden. 2. Colonie. In Kolonje, 1i/s Stunden von Jerusalem entfernt, wäre die große Landecke und die Garten des Herr«