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Der Israelit · 1864-11-30 · Heft 48 (30.11.1864) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 48 (30.11.1864)
Date
1864-11-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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s. Zahrgaug. «8. Der Israelit. Ein Ceirtral-Orga« für das orthodoxe Iadenthum. HerauSgegebcn von Lehmann in Mainz Mainz, den 30. November 5625 (1864). Düse Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens iz Bogen. Preis des Jahrgangs.- 2 Thlr. p c. oder 3. 30 lr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Egr. die Petitzeile oder deren Raum Oesterreichische Banknoten laut Ccurs. Direkt ^rankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Jakobs Erstgeburt. — Gesetz, betreffend die Verhältnisse der Hamburger Israel. Gemeinden. — Für das Unternehmen zu Gunsten der Falascha's. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Preußen. Berlin. Culmsee. — Frankreich: Jüd. Briefe von A. Cohn.— Italien: Neapel. — Spanien: Madrid. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland. Mainz. Wiesbaden. Hamburg. Hamburg. Wandsbeck. — Niederlande: Amsterdam. — Amerika: San Francisco. Cincinnati. — Brasilien. — FeuiKeton: Rabbi Juda Chasid und der Abtrünnige. Leitende Artikel. Jakobs, Erstgeburt. (Zu Paraschalh Toledoth.) Der kommende Wochenabschnitt erzählt uns die Jugendgeschichte unseres Vaters Jakob; jüdische wie nichtjüdische Feinde des Judenlhums machen uns aus der Art und Weise, wie Jakob die Erstgeburt und den Segen seines Vaters erwarb, noch heute einen Vorwurf. Es erscheint raum ein Compendium der biblischen Geschichte, in welchem nicht das Verfahren unseres erhabenen Erzvaters in einer Weise dargestellt wird, welche auf das heilige Leben des gotterwählten Mannes die tiefsten Schatten nrirft", ja selbst den Kindern unseres Volkes wird häufig in sogenannten jüdischen Schulen Jakob als ein Verbrecher dargefiellt, d°n erst spätere Leiden gebessert hätten, und sind uns Beispiele bekannt, das Kinder deßbalb bestraft wurden, weil sie dem Lehrer einwendeten, daß sie vom , Vater die Geschichte des Patriarchen anders erfahren hätten Es ist daber wohl angemessen, die Jugendgeschichte unseres Vaters Jakob wahrheitsgetreu zu beleuchten und sie derart darzustellen, daß selbst nach dem Worte der heiligen Schrjft weder ihm noch seinen Nachkommen ein Vorwurf gemacht werden kann- Wir wollen zuvörderst dasjenige darlegen, was man gewöhnlich gegen Jakob vorbrinat. _ Man sagt: zu Tode hungrig und ermattet kömmtMvrechtliche, nichts Böses argwöhnende Esau von der Jagd. Diesen Umstand benutzt der schlaue Jakob, um ihn um; die Erstgeburt zu betrügen. Diese Erstgeburt beden- I tete nichts Anderes, als den doppelten Antheil an dem! väterlichen Vermögen und die Herrschaft über die Fa- - mitte. In ähnlicher Weise wird der mit der Erstgei burt zusammenhängende Segen gewonnen. Der alte blinde Vater wird belogen und betrogen. — So sagt man, und so findet man es in jüdischen und nichtjüdrschen Schriften; aber uns liegt es ob, den Ungrund von allem Diesem nunmehr nachzuweisen. Wenn dem j so war, daß Jacob durch Segen und Kauf sich! Herrschaft, Ehre und Vermögen erworben hat, warum i wird von allem Dem in der Bibel Nichts gemeldet? , Warum flieht Jakob arm aus dem Vaterhause, um! ein Lohnarbeiter Laban's zu werden? Als ihn Gott , reich gemacht hatte nach vielen Jahren der Mühe und j der Arbeit, ist es da „der Thau des Himmels und die I Fettigkeit der Erde", mit denen er beglückt wird? Wo finden wirerwähnt, daß Jakob auch nur das geringste! irdische Befitzthum von seinen Eltern ererbt hat?

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