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Der Israelit · 1864-11-23 · Heft 47 (23.11.1864) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 47 (23.11.1864)
Date
1864-11-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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616 jetzt nur durch die herrschende Gleichgültigkeit verhindert. Wird das Somit«, welches sich gebildet hat, um die Reise des verstorbenen Reisenden Benjamin zu ermöglichen, dem Aufrufe des Rabbiners Hildesheimer entsprechen? Meiner Meinung nach wäre es dazu verpflichtet. Jeder Beweggrund, welcher für d as Cornitä bestanden hat, besteht noch; es hat nunmehr ulMtzmrtet eine mächtige Hilfe an dem Continent gefundev^welcher bereit ist, mit Rath und That mitzuarbeit^r^ Wir bemerken hierzu, daß sich kurz vor dem Tode des Myenden Benjamin ri"p in London ein Somit« gebildet bAtte, um dessen beabsichtigte Reise nach China und Abessynien zu ermöglichen. Herr Or. Marcus ^LLdlkr, ältester Sohn des britischen Oberlandrabbiners, Secretär des erwähnten Comits's, sandte uns damals einen Aufruf zu, von dem wir jedoch, da die betrübende Todesnachricht des berühmten Reisenden gleichzeitig eintraf, weiter keine Notiz nahmen; war doch die Aufgabe des Comite's gegenstandslos geworden. Es wäre jetzt sehr zu wünschen, daß das genannte Co mite für die Falascha's auftrete; da es bereits bedeutende Zeichnungen erlangt hat, so hätte ja die Angelegenheit sogleich einen Anfang. — Wir theilen nunmehr die zweite Correspondenz des I. Chr. mit: „Der begeisterte Aufruf des vr. Hjldesh eimer in Ihrer vorigen Nummer ist der Angelegenheit gewidmet, jüdische Sendlings zu den abessynischen Juden zu schicken, damit diese ihnen die Kenntniß der Religion zugleich mit den Vortheilen der Civilisation bringen. Zur Realisirung dieses Gegenstandes schlägt Herr Or. Hildesheimer vor, daß sich zur Unterstützung solcher Sendlinge cooperirende Comit^s in England und in andern Ländern bilden, wo die Juden die Segnungen der Freiheit genießen. Ich glaube, daß dieser Vorschlag sich in vollkommener Ueberemstimmung mit dem gewöhnlichen und fortlaufenden Ausdrucke unserer religiösen Grundsätze und unserer jüdischen Sympathien befindet. Es ist kein Blatt in unferm tägliches Gebete, in welchem wir nicht deutlich aussprechen, daß wir das Licht der Erkenntniß lieben, und daß wir wünschen, daß die Erkenntnis, so viel als möglich, bei allen Israeliten wachse. Lastet uns daher von frommen Wünschen zu frommen Thaten voranschreiten! Wenn bigotte Judenfeinde Miethlinge engagiren können, die da bestrebt sind, irregeleitete Juden von ihrer Religion abzuführen, so mögen unsere wohlhabenden Gemeinden das wohlthätige Werk unternehmen, rechtliche, jüdische Sendboten auszuschicken, damit sie die Kenntniß unserer Religion unter unserm eigenen Volke verbreiten und zugleich die Förderer der Civilisation werden. Ich laste mich nicht auf die Besprechung vorzeitiger Einzelheiten, wie das Werk angegriffen werden soll, ein. Was wir Alle wünschen, ist, eine Gesellschaft zu organisiren, welche, in Verbindung mit ähnlichen Gesellschaften m andern Ländern, einen Agenten absende, der da geeignet ist, die nöthigen Nachrichten über die Falascha-Juden zu sammeln. Auf Grundlage des Berichts eines solchen Agenten müßten dann die Pläne zur Absendung jüdischer Sendboten gebildet werden. Mögen die Juden, denen die Wohlfahrt ihres Volkes am Herzen liegt, sich untereinander verbinden, um die Erziehung der Juden in fremden Ländern zu fördern; wir würden dann ein erfolgreiches Mittel gegen viele mächtige Nebel haben. Als erster Schritt zu dem gewünschten Ziele mögen wir in Verbindung mit der „Alliance Jsraelite" zu Paris ein Somit« bilden; dieses Somit« würde mit keiner andern jüdischen Institution unseres Landes in Conflict gerathen. Ein Kern für die Bildung eines solchen Cornitä's würde in der Liste der Männer gefunden werden, welche sich neulich verbunden hatten, um den verstorbenen Benjamin nach Abessynien und andern Gegenden zu schicken. Möge der beregte Gegenstand bei allen wohldenkenden und intelligenten Gliedern unserer Gemeinde die ernsteste Erwägung finden I" Wir selbst erhalten im Bezug auf die in Rede stehende Angelegenheit folgende Zuschrift: „Würzburg. In Nr. 44 Ihres geschätzten Blattes ruft uns der weltbekannte, edle und rüstige Kämpfer, Herr Rabbiner vr. Hildesheimer aus Eisenstadt zu: „Nehmet Euch der Falascha's an," letzt deren Verhältnisse soweit als thunlich auseinander, will, daß die ganze Judenheit die Sache in die Hände nehmen möge und fordert auf zur Bildung von Comitä's, und hauptsächlich zur Sammlung von vielen, recht vielen Geldbeiträgen. Wenn die Sache an und für sich schon von höchster Wichtigkeit für jeden Juden sein muß, um wie viel mehr muß man zum thätigen Eingreifen angeeifert werden, wenn eine solche gewichtige Stimme inmitten überhäufter Arbeit sich vernehmen läßt. Wohl ist das Unternehmen ebenso schwierig als wichtig, wohl unterschätzt diese riesige Arbeit unser Herr Or. Hildesheimer selbst nicht, allein nach dem bekannten Grundsätze, daß unserm Eifer entsprechend der Allmächtige Seine Hilfe sendet, darf man bei Religionssachen vor keinem Hinderniß zurückschrecken, und ist die Sache einmal richtig begonnen, dann ist m. G. H. schon viel erreicht. Zu einem so riesigen Unternehmen muß man zuvörderst darauf sehen, es mit Männern zu unternehmen, die besonders dazu vom Himmel erkoren scheinen, für das allgemeine Beste zu wirken, und welche schon bisher beglückt waren, große Unternehmungen auszusühren.

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