Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1864)
- Date
- 1864-11-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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613 Speise mich wie einen Hund.*) Von Vv»SL»«. Der hochberühmte, reiche und gelehrte R. Jehndah, auch einfach Rabbi genannt, öffnete während eines Hungerjahres seine Vorrathskammer und ließ bekannt machen: „Wer Kenntniß besitzt, sei es im Gesetze, im schriftlichen oder mündlichen, oder auch im erzählenden Volksvortrage (baala wÜLra, — misebaa, — talmuä, — baAaäolb), der möge kommen und seinen Theil sich holen; fern aber bleibe jeder gemeine, unwissende Mann (am kaarsri)!" wohl weil dieser zu arbeiten vermag. — Da drängle sich durch den Haufen der Brod Suchenden Jonathan, der Sohn Amrams, trat unerkannt, weil halbverhüllt, vor den Schristgelehrten und sprach: „Meister, speise mich!" — „Gehörst Du irgend zu den Gelehrten?" frug R. Jehudah. — „Nein,"^sagte Jonathan. — „Weshalb soll ich Dich denn speisen?" frug der reiche Schriftgelehrte wieder. — *) Nack Baba batbra 8 ». „Speise mich," rief Jonathan, „wie einen Hund l speise mich wie einm Raben!" — Bei diesen Worten gedachte Rabbi der Worte Davids:*) „Der dem Vieh sein Brod gibt, den jungen Raben, wonach sie schreien," und er befahl, auch dem vermeintlich Unwissenden die begehrte Labung zu reichen — Nachdem derselbe indessen sich wieder entfernt hatte, that es ihm leid, seine eigne, wohlbedachte Beschränkung gebrochen zu haben, und er rief: „Wehe mir, daß ich mein Brod diesem Idioten gegeben und es dem, der es mehr verdient, entzogen!" — - Da sprach sein Sohn «Simon: „Mich dünkt, der halbverhülltte Mann war Dein Schüler Jonathan,! SohnAmram's, und er hat sicher nur so gethan, well er eben von seiner Gesetzeskunde keinen Vortheil ziehen wollte." — Man forschte nach und fand es so. — Da öffnete R. Jehudah seine Pforten und sprach: „Es möge Jeder hinzutreten, der in Noth ist, ohne Unterschied und Ansehen der Person!" — —) Ps. 147, 9. — Anzeigen. (Pfalz). Die Stelle eines Vorbeters und Elementarlehrers mit freier Wohnung und mit einem Baargehalte von 338 fl., exclusive der Gebühren des Schächterdienstes, welche sich mindestens auf 70—80 fl. jährlich belaufen, ist zu besetzen Meldungen sind zu richten an den Vorstand I. Brück. HV)it dem 1. März k. I. wird die LehrerundCantorstelle bei der hiesigen Gemeinde, verbunden mit einem jährlichen Gehalte von 250 Thlr., vacant. Reflectirende wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse frankirt an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Unverheirathete Bewerber erhalten den Vorzug. Borken in Weftphalen, October 1864. Der Vorstand der israel. Gemeinde. ^^er Unterfertigte, unterstützt durch die Lehrkräfte des hiesigen Großherzogl. Gymnasiums, nimmt israel. Zöglinge, welche sich dem Studium oder dem Geschäftsstande widmen wollen, in Pension und Unterricht. Für gute, religiöse und väterliche Erziehung, sowie für gediegenen Unterricht wird bestens gesorgt. Jährliches Honorar 175 fl. Büdingen, Großh. Hessen, 24. Okt. 1864. Ottensofer, Lehrer. Ein junger Mann, der mehrere Jahre in einem Bank- und Wechsel-Geschäfte servirte, dem die besten Referenzen zur Seite stehen, sucht in einem religiösen Hause, womöglich in einem ähnlichen Geschäfte, eine Stelle als Commis. Reflectanten belieben ihre desfallsigen Briefe franco unter Chiffre L. L. 492 bei der Redaction d. Bl. gefäll. zu hinterlegen._ /Lin ri-»m fl, preußischer Unterthan und in der Kraft der Jugend, mit guten Zeugnissen von großen Rabbinern versehen, sucht eine anständige Stelle in einer Gemeinde. Offerten werden franko unter Adresse ,1. H. L. Nr. 498 an die Expedition d. Bl. erbeten.