Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1864)
- Date
- 1864-11-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 5. Jahrgang » L Der Jsraelm Ein Central-Orga« für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Lehmann in Mainz. >! Mainz, den 16. November 5625 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p.c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Krankozuscndung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. österreich. an die Erpedition franko einzusenden. Inhalt: Leitrrüle Artikel: Das „Mainzer Journal" und die Juden. — Der Kinderraub in Rom. — Literarischer Bericht. — Bau jüdischer Armenu. Pilgerwobnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten «nd Korrespondenzen: Deutschland: Frankfurt. Hamburg. — Oesterr. Kaiserst.: Prag. Raab. Pesth. Wien. — Frankreich. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland. Frankfurt. Aus Württemberg.— Oesterr. Kaisers?.: Tucap. Aus Tepkiß. — Frankreich: Paris. — England: London. — Amerika: Aus Chicago. — Palästina: Jerusalem. — Indien: Bombay. FeuiÜelon: Der Eigentümer des Feigenbaumes weiß, wann es Zeit zum Erndten ist. — Speise mich wie einen Hund. Leitende Artikel. Das „Maiiyrr Journal" andir Juden.*) Mainz, 10. November. Von den verschiedensten Seiten werde ich auf einen judenfeindlichen Artikel in Nr. 260 des „Mainzer Journals" vom 8. November d. I. aufmerksam gemacht; zugleich wird die Erwartung ausgesprochen, daß ich dem eben so unwahren, wie gehässigen Artikel öffentlich entgegentreten werde; ich will diesen Erwartungen mit möglichster Ruhe ent- ») Wir haben obenstehenden Artikel in Nr. 264 des „Mainzer Anzeigers" veröffentlicht und geben denselben hier wieder, weil wir glauben, daß das darin Gesagte auch für die Leser dieser Blätter von Interesse sein wird. sprechen und mich hüten, in den leidenschaftlichen Ton! zu verfallen, welchen der Gegner angeschlagen hat und von vornherein durch sein Motto: „Als Pudel kam er in mein Haus, schon sieht er wie ein Nilpferd anS," charakterisirt. l Das „Mainzer Journal" gibt seinem Artikel die Überschrift „Zur Emancipation der Christen." Sollte! man nicht meinen, das „M. I." schreibe für Japan! oder Marokko; denn aus dem ganzen Erdboden mit Ausnahme dieser beiden Kaiserreiche und vielleicht noch! einiger auf ähnlicher Kulturstufe stehender Länder, selbst! in der Türkei, und nach den neuesten Nachrichten, auch! in China, gibt es für die Christen keine beschränkenden Ausnahmsgesetze, keine gesetzlichen Hinderniffe in Bezug auf Handel und Wandel, in Bezug auf die Ausübung socialer und politischer Rechte. Wovon sollen also die Christen emancipirt werden? Das „M. I." sagt: „von den Juden." Von den Juden, die in Deutschland etwa 1^/z Prozent der Bevölkerung ausmachen und in manchen deutschen Staaten noch der theuersten Menschenrechte entbehren? Ach, das „M. I." beliebt zu scherzen! Es will jedoch seinen Lesern wenigstens glauben machen, daß es ihm vollkommner Ernst sei; es sagt: „Man machte überall die Wahrnehmung, daß die Macht des Judenthums von Jahr zu Jahr in geometrischer Progression steigt und aus unsere politischen, socialen, religiösen und Sittenverhältnifse einen immer mehr zersetzenden Einfluß ausübt." — Was versteht das „M. I." eigentlich unter: „die Macht des Judenthums?" Das Judenthum war niemals, was man so eigentlich eine „Macht" zu nennen gewöhnt ist. Schon die Bibel nennt das israelitische Volk das kleinste unter allen Nationen (5 B. M. C. 6. V. 7.). Das Judenthum ist etwas Geistiges, Red.