Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1864)
- Date
- 1864-11-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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5. Jahrgang. Dek Zsraclit. Ein Ceutral-Orga« für -as orthodoxe Juden Herausgegeben von V». Lehmann in Mainz. thum. Mainz, den 2. November 5625 (1 864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fi. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusenduna unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. östcrreich. an die Erpedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Nehmet Euch der Falascha's an! Zeitungsnachrichte« und Korrespondenzen: Deutschland: Hannover. Mainz. — Oesterr. Kaiscrst.: Wien. Pesth. Aus Mähren. Biscnz. Holleschau. — Italien: Rom. — Frankreich: Nimes. — England: London. — Palästina: Jerusalem. Feuilleton: Israels Hoffnung. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Gorrespondcuzen: Amerika: Aus San Franziska. — China. Feuilleton: Skizzen aus Danzig. Inhalt der Extra-Beilage: Mainz: Bau jüdischer Annen- und Pilgenvohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des heil. Landes. Leitender Artikel. Nehmet Euch -er Falascha's an! Ein Aufruf an alle Glaubensgenoffen, von Rabb. vr. Lilä68deim6r. Schon seit mehreren Jahren durchbebt das Herz eines jeden Jehudi, zu dem die Nachricht gekommen, die herzzerreißende Kunde, daß in Abefsynien circa zweimalhundertfünfzigtausend Glaubensgenossen existircn, denen im Verlaufe des vielhundertjährigen Diaspora fast die ganze jüdische.Pflichtenlehre abhanden gekommen, welche nur noch durch den Besitz der 24 heiligen Bücher und die Observanz der Ruhe- und Feiertage, wesentlich unterstützt durch ihr eigenes fortwährendes Bekenntniß, ein schwaches Dämmerlicht von ihrer Angehörigkeit zur jüdischen Nationalität manifestiren. Daß solche Hunderttausende mn-r.-i pz an und für sich den höchsten Anspruch auf unser thätigftes j Interesse haben, steht wohl über allem Zweifel; wie , sehr mußte aber dies heilige Interesse durch den herz-! zerreißenden Stoßseufzer gesteigert werden, daß die englische Mission ihre Thätigkeit auf diese Unglücklichen erstreckt, wie dieß aus neueren Nachrichten konstatirt wird, nach welchen vor circa einem Jahre in Folge eines mit jenen kindlich Unschuldigen geführten Religionsgespräches von jenen in Religionssachen nur zu Sachverständigen sechsunddreißig Familien gleichzeitig convertirten. und vom Hohenpriester der dortigen Gemeinde die naive Anfrage an das erste Beth - dm in Jerusalem gerichtet wurde, „ob es denn wahr sei, daß der Messias wirklich schon gekommen sei". Für den ' Jammer eines solchen religiösen (?) Standpunktes von 250,000 Juden hat meine Feder keinen Ausdruck; es i korrespondirt aber damit zweifelsohne die Verpflichtung der ganzen Judenheit, diesen religiös und wohl auch sittlich Versinkenden zu Hilfe zu eilen, und der Ausspruch unserer Weisen .mV m „alle Israeliten bürgen Einer für den Andern ", hat wohl noch niemals eine solche Illustration erhalten, als im vorliegenden Falle. Gleich mir bat gewiß auch Tausenden meiner Glaubensgenossen dieses namenlose Elend (die Angehörigkeit dieser zweimal hundertsünfzigtausend zu uns einstweilen vorausgesetzt) Gennfsensruhe und Schlaf geraubt; aber so sehr ich voraussetze, daß auch Andere, viel Edlere und Bessere, Vorbereitung zur Ermöglichung dieser unserer thätigen Pflichterfüllung versucht, so habe doch auch ich mit einigen meiner Freunde nicht gerastet und halte jetzt nach den folgenden Auseinandersetzungen bereits die Zeit für gekommen, kräftigst an's Werk zu gehen.