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Der Israelit · 1864-10-26 · Heft 43 (26.10.1864) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 43 (26.10.1864)
Date
1864-10-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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nicht in der Ehrenbezeugung der Menschen, deren Gunst wandelbar ist, sondern in dem Geist des Guten und Edlen, dessen Nahrungsboden die reine Gottesfurcht ist. Dieser Geist des Guten und Edlen, er läßt sich aus dem Menschen nur allmählich verdrängen; aber wo er zu weichen begonnen, da wird fein Entweichen nach den Gesetzen der Bewegung ein beschleunigtes sein. Die Familie W. hat ihren Höhepunkt erreicht; aber der Geist Gottes war von ihr gewichen Für die neue Religion, welche mehrere Glieder derselben annahmen, hatten sie keinen Glauben, für die alte keine Liebe mehr. Die Sittlichkeit wurzelt aber in dem Glauben, dem wir angehören und von dessen Wahrheit wir überzeugt sind. Das Gebot ist die Leuchte, die Lehre das Licht, und die Sittenlehre der Weg zum Leben. Wo dieses Licht fehlt, da tappt der Mensch wie ein Blinder umher und verliert des Lebens rechte Richtung. Nur zu schnell erblich der Glanz, der so sehr in die Augen strahlte und sogar manchen gläubigen Israeliten stutzig gemacht hatte. Professor S. kam schon nach wenigen Jahren leidend in seine Vaterstadt zurück. Eine Brustkrankheit zehrte die Kräfte des noch jugendlichen Mannes auf. Die berühmtesten Aerzte der Hochschule wurden zu Rathe gezogen. Keiner vermochte den Wurm des Todes, der an seinem Leben nagte, zu entfernen. Er erlag schon nach mehreren Monaten seinem Leiden, eine trauernde Wittwe, einen Sohn und eine Tochter hinterlassend. Der Sohn wollte des Vaters Carridre ergreifen, starb er noch in dm Studienjahren an einer Gehirnerweichung; die Tochter wurde mit einem ev. Geistlichen verehelicht und starb im ersten Jahre ihrer Ehe. Ein Bruder des Professors wurde wahnsinnig; ein anderer starb ebenfalls an Gehirnerweichung in der Blüthe seiner Jahre. Die noch Uebrigen geriethen theils in schlimme Verhältnisse, theils in ehelichen Zwist und weilen jetzt in fernem Lande. Am unglücklichsten waren die Töchter. Sie geriethen durch ihre nichtjüdischen Partien in die Hände von Männern, die das Vermögen der getauften Jüdinnen verpraßten; sie starben eines frühen Todes. Noch sind keine drei Jahrzehnte verstrichen. Die Blumen, die einst das Thal schmückten, sind verschwunden, ihr Name ist vergessen und bald kmnt man dm Ort nicht mehr, wo sie gestanden. Anzeigen. In der von M. S. Löwenthal, ordentl. Lehrer der isr. Unterrichtsanstalt (Rector Hr. Rabb. Hirsch) erhalten Knaben, die eine hiesige Lehranstult besuchen, eine streng religiöse Erziehung, gewissenhafte Vorbereitung, Nachhilfe und Beaufsichtigung, die sorgsamste geistige und körperliche Pflege. Referenzen: Die Herren PH. A. Cohn, E. Schwarzschild, Herz Weiller (Firma: I. I. Weiller u. Söhne), M. I. Kirchheim, Buchhändler Kauffmann._ kvnÄMick israeliis äs äewoisvllvL äes 107' 39 Rue äs 1a Limits a Lruxsllss. Rour Iss rökörsiissL s'aärssssr a: blr. 1s Or. LoNb, Krauä rakdiu äs Ls1§1gus, Lsrru vr. , Rabbiner in I-nsssläork, Lvrru M. W'oansr, Rvdrsr in Oüsssläort. L^n ein Manufacturwaaren-Geschäft in Frankfurt «x) U.M., welches am Samstag geschlossen ist, wird ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener Lehrling zu sofortigem oder doch baldigem Eintritt gesucht. Näheres auf srankirte Anfragen durch die Expedition d. Bl. unter Nr. 469. Äls stiller Thtilnthmer in ein Handlungs- oder Fabrikgeschäft wünscht ein lediger Herr einzutreten, 37 Jahre alt (Israelit), der mehrere Sprachen spricht, gerne thätig ist, und für den Anfang sich mit 5—6000 Thlr. baar betheiligt, deren vollkommene Sicherstellung unerläßlich ist. Keine Abneigung gegm kleine Landstädtchen. Unter den Geschäften wird einem soliden, wenn auch kleinen Geld- und Wechselgeschäfte der Vorzug gegeben. Franko- Offerten sub 8. R. 523 befördert Otto Atolle» in Frankfurt a. M. n unserer jüdischen Gememdeschule beabsichtigen wir zum 1. Januar k. I. zwei geprüfte Lehrer anzustellen, und zwar einen Lehrer mit einem jährlichen Gehalte vou 300 — 400 Thlr., welcher neben seinen Fachkenntnissen im Hebräischen auch die Befähigung hat, Schüler bis zur Tertia eines Gymnasiums vorzubereiten; ferner einen zweiten Lehrer mit einem Gehalte von 2 — 300 Thlr-, der nicht absolut der jüdischen Confesfum angehöreu muß. Lehrer, die auf diese Stellen reflectiren, belieben unter Franko - Einsendung ihre Zeugnisse über Leistungsfähigkeiten und moralischen Lebenswandel sich ehebaldigst an uns zu wende». Sohrau in Oberschlesien, im Oktober 1864. Der Dorflaud der i-rael. Gemeinde

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