Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1864)
- Date
- 1864-09-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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499 wenn ich ihm und dem Bauschreiber einen Recompens verehren wollte, so wollten sie sehen, daß die Sache verglichen würde; also habe ich dem Wachtmeister Lieutenant einen Dukaten, und dem Bauschreiber eine Rolle Tabak zu zwei Thaler verehrt und gegeben. — Nach hieraus verlaufenen vier Tagen ist der Secretarius wieder von Grabow gekommen und hat mich wegen etlich gestohlenes Silberzeug examinirt, wovon ich aber keine Kundschaft hatte. Nach drei Wochen kam der General-Major zu mir auf die Festung und sagte: Du Jude, wie stehen wir zusammen wegen des Ringes, den du dem Herzog von Grabow gestohlen hast? Ich gab ihm zur Antwort: Ew. Excellenz, behüte Gott, ich habe den Ring von Johann Mann zu Grabow ehrlich und redlich gekauft. Zum andern sagte der Herr General-Major weiter: So hast du des Lieutenants Diener beschuldigt, daß derselbe dir den Ring gestohlen hätte, und du hattest den Ring selber bei dir, also hast du im Willen gehabt, den Mann zu Grabow zu betrügen und nicht zu bezahlen. Als ich dieses in Abrede stellte, auch sagte, ich hätte nicht klagen, sondern nur um Rath fragen wollen, sagte der Herr General-Major: Du hast den Diener wollen zu einem bessern Herrn bringen und denselben seinem Herrn abspenstig machen. Hierauf ich geantwortet: Nein, das habe ich nicht gethan und wird mir auch nicht bewiesen werden können. Der Herr General-Major: Die Zeit, die du hier bist gefänglich gehalten gewesen, sind mir zwei Musquetiere weggelaufen, also kann ich mir nicht anders einbilden, als du hast mir die Musquetiere verführt, und das kann auch nicht anders sein, weil du mit Fürstl. Lüneburgischen Beamten umgehst und mit Cavalieren korrespondirst, also magst du wohl dieselben dem Herrn Rittmeister Weitzel zugeschanzt haben. Darum diktire ich dir eine gnädige Strafe und ich erkenne dich auch nicht anders denn nur für einen Spion. Ich will eine Karre machen und dich darin schließen lassen, und dabei will ich dir ein eisernes Band mit Glocken um den Hals legen lassen, worin du die Zeit deines Lebens zubringen sollst, und dich mit Wasser und Brod speisen und tränken, des Nachts aber im Stockhause in den Bock schließen lassen. Und sofern du die Strafe nicht haben oder leiden willst, so kannst du dich resolviren, ob ich dir soll Nase und Ohren lassen abschneiden, dich zum Schelm machen und also zum Teufel jagen! (Schluß folgt.) Anze Bekanntmachung. Für die israelitische Gemeinde Londorf*) ist die Stelle eines Vorsängers und Neligionslehrers zu besetzen mit einem jährlichen Gehalt von 300 bis 350 fl. nebst freier Wohnung. Bewerber werden aufgefordert, ihre Anmeldungen unter Beischluß der vorgeschriebenen Zengnisse binnen 6 Wochen einzureichen. Grünberg, am 13. Juli 1864. GroßherzoglichesKreisamtGrünberg. In Verhinderung des Kreisraths: Calmberg, Kreis - Assessor. m 1. November eröffne ich in Miltenberg eine allen Anforderungen entsprechende Unterrichts¬ und Erziehungsanstalt. Zweck derselben ist, den mir anvertrauten Zöglingen durch Entwicklung des religiösen und sittlichen Gefühls, durch einen einfachen aber gründlichen und gediegenen Unterricht (wo besondere Aufmerksamkeit dem Jüdischen gewidmet werden soll) und durch eine sorgsame Körperpflege eine solche Ausbildung zu geben, daß die Schüler nach Asolvirung *) Hat in den frühere»! Bekanntmachungen irrthümlich „Bondorf" gelautet. i g e n. dieses Instituts vollkommen befähigt sind, sowohl in eine höhere Schule, als auch direkt in ein Geschäft eintreten zu können. Die Anstalt ist für Knaben von 9—16 Jahren bestimmt. Mit derselben ist ein Pensionat verbunden. Ueber Unterrichtsgang, Bedingungen rc. gibt mein Prospectus genügender: Aufschluß. Derselbe wird auf Verlangen gratis ertheilt von Herrn Lehrer Hirsch in Miltenberg und von dem Leiter der Anstalt. Würzburg, im September 1864. A. Hirsch, Rabbinatscandidat. inen streng religiösen, wissenschaftlich gebildeten, auch im Hebräischen bewanderten Lehrer, der event. auch pn und 8-np sein kann, wünschen wir sofort anzustellen. Einkommen bei freier Wohnung 300 Thlr. Anmeldungen und Qualificationszeugnifse franco an Das Vorsteher-Colleaium der mos. > Gemeinde Ln Friedrichsladt a. d. Eider. /gesucht auf sofort oder bald: Gin Lehrling >2^ (freie Station) für ein Ledergeschäft en §ros L su ck^taL! in einer größeren Landstadt Mecklenburgs. Selbstgeschriebene Offerten nehmen entgegen Herr Rabbiner Di'. Atoth in Güstrow und Herr Edward Behrend in Hamburg.