Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1864-09-14 · Heft 37 (14.9.1864) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 37 (14.9.1864)
Date
1864-09-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447141-2447178--02868-2458232
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

.IN »7. Ce»tr Der Israelit. Ein rga» für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Vv. Lehmann in Mainz. inz, den 14. September 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. österreich. an die Erpedition franko einzusenden. Anhalt: Leitende Artikel: Wer find die gefährlichsten Judenfeinde? — Erwiderung auf den Artikel in Nr. 34 d. Bl. aus dem Londoner Jew. Chroa., den Colonisationsvcrein in Palästina betr. — Bau jüdischer Armen» und Ptlgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Aus Baden. Mainz. — Italien: Neapel. Frankreich: Parts Aus dem Lager von CHLlons. — England: London. Krnilleton: Der täglich« Gast. Anhalt der Vellage: Zeitungsnachrichten «nd Korrespondenzen: Rußland: Riga. — Australien: Viktoria. Feuilleton: Ein Beitrag zur Geschichte der Behandlung der Juden im 17. Jahrhundert. Leitende Artikel. Wer find die gefährlichsten Judenfeinde? 11. Wir haben in voriger Nummer einige gefährliche Feinde des Judenthums charakterisiert muffen und sind diesmal gezwungen, einige Andere zu kennzeichnen, die nicht minder gefährlich sind, ja in gewisser Beziehung noch gefährlicher, da sie im Besitze talmudischer Gelehrsamkeit nicht mit plumper Unwissenheit, sondern mit den spitzfindigsten Dingen unter dem Scheine der Wahrheit zu bethören suchen. Wir machen heute einen gewissen Pineles aus Galatz namhaft, welcher unter dem.Titel ^ri ein Buch herausgegeben hat, in Welchem er die Träger unserer mündlichen Lehre und diese selbst verhöhnt und verlästert. Während er in der Vorrede seines Werkes behauptet, daß es seine Absicht sei, die mündliche Lehre zu rechtfertigen, scheut er sich nicht, die größten und edelsten Männer, welche die Welt gesehen, unsere Thanaim und Amaraim, zu beschimpfen, feststehende Gesetze in Zweifel zu ziehen und als recipirte Halachah anerkannte Erklärung unserer Weisen als von diesen willkürlich ersonnen darzustellen. So behauptet er, daß die wörtliche Übersetzung von pp nnn pp der ursprüngliche Sinn des Gesetzes sei, und daß später, nachdem die Sitten milder geworden, unsere Weisen die nunmehr geltende religiöse Auslegung hinein interpretirt hätten; demnach dichtet er der Thora hartherzige Gesetze an, die einer späteren Verbefferung bedurft hätten; ebenso hält er die Erklärung der Beothoffaner von n-MQv für die richtige, die unsere Weisen nur drßhalb geändert hätten, damit das Wochenscst mit dem Feste der Gesetzgebung zusammenfalle, wie wenn die Weisen Etwas hätten willkürlich ändern können oder wollen; in ähnlicher Weise leugnet er, daß die Auferstehung der Todten, die Unsterblichkeit der Seele und die jenseitige Belohnung und Bestrafung in der Thora begründet seien, und behauptet, daß diese Ideen erst später aus der griechischen Philosophie ausgenommen worden wären, während wir in der ersten Mischnah des neunten Abschnittes des Tractats Sanhedrin lesen: „Wer da behauptet, daß die Wiederbelebung der Todten nicht in der Thora begründet sei, hat keinen Antheil an der künftigen Welt" Da nun Herr Pineles wirklich im Besitze talmudischer Gelehrsamkeit ist, von der er jedoch leider in oberflächlichster Weise Gebrauch macht, um die Schwankenden und Wankenden, namentlich aber die Irgend zu verlocken, so ist sein Werk um so gefährlicher, da

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.