Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 36 (7.9.1864)
- Date
- 1864-09-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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5. Jahrgang. er Israelit. Ein Central-Orgau für das orthodoxe Zudenthum. Herausgegcben von V». Lehmann in Mainz. Mainz, den 7. September 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr p. c. oder ff. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Krankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 ff. österreich. an die Expedition franko einzusendcn. Anhalt:; Leitende Artikel: Wer sind die gefährlichsten Judenfeinde? —! Bau jüdischer Armen» und Pilzerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Corrcspondenzen: Deutschland: > Von der Rhön. Aus Württemberg. Aus Württemberg. Main; l Oesterr. Kai seist.: S. a. Ujhely. — Fran kreich : Straß-! bürg. Anhalt der Beilage: Leitender Artikel: Die Affaire Coen.! ZeiiuagSuachrichten und Eorrrf-oudenzes: Marokko. Moj gador. Feuilleton: Der fromme Metzger oder der Genosse im Paradies. Leitende Artikel. Wer sin) die gefährlichsten Judenfeinde? Mainz, den 29. August. Unsere große, nach Jahrtausenden zählende Vergangenheit berichtet uns von einer Menge von Verfolgungen, Unterdrückungen und Anfeindungen, die unser Volk von Anbeginn an zu erdulden gehabt hat. Seitdem Nimrod den Abraham in den glühenden Kalkofen hat werfen lasten, seitdem Jizchak von den Knechten des Abimelech belästigt wurde, seitdem Esav dem Jakob nach dem Leben trachtete, hat es noch zu jeder Zeit Verfolger und Unterdrücker Israels gegeben. Die Laban, Pharao,' Amalek, Bileam, Sancherib, Nebuchadnezar, Haman, Antiochus, Titus sind noch nicht ansgestorben, wie wir es leider von Zeit zu Zeit in diesen Blättern berichten wüsten. Aber jene von Außen das Judenthum und die Juden Befeindenden sind noch bei weitem nicht die Schlimmsten. Unsere Geschichte verkündet uns Namen, deren Träger noch viel fürchterlicher im Innern unseres Volkes gewühlt haben. Das sind die Jerobeam, Achab, Achas, Menasche und deren Gesinnungs- und Wirkungsgenosten. Unsere Zeit ist leider sehr reich an solchen Jerobeamiten, die das Heiligthum Gottes verlästern und die Söhne und Töchter unseres Volkes zum Götzendienst verleiten wollen. Nicht die Missionäre, die einige verlorene Individuen durch Geld zur Taufe verleiten, nicht die römischen Priester, die hin und wieder leider ein jüdisches Kind seinen Eltern entreißen, die jüdischen Pfaffen, die den Mund vollnehmen mit heuchlerischen Phrasen, die sich als die Vorkämpfer des Judenthums! gebährden, die in materieller Beziehung, in Bestrebung! für Emancipation und dergl. auch wirklich manches > Gute gestiftet haben, dabei aber das Gesetz unseres! Gottes mit Schmähungen überhäufen und die große > unwissende Menge zum Abfall verleiten wollen — das! sind die gefährlichsten Feinde des Judenthums. Zu diesen Betrachtungen, die uns, während wir sie niederschreiben, im höchsten Grade aufregen — wer könnte wohl ruhig bleiben, wenn er sieht, daß freche Buben die Thorarolle aus dem Hechal reißen, sie auf dem Boden aufrollen, um Unzucht darauf zu treiben — veranlaßt uns ein aus Speyer datirter Artikel in Nr. 35 der „allgemeinen Zeitung des Judenthums", des „unparteiischen Organs für alles jüdische Interesse" (daß Gott erbarm!), in welcher das 599. Gehot der 613 Gottesgebote mit einer Fluth von Schmähungen überhäuft wird. In einer „zerstreuten Bemerkung" schimpft PH. weidlich auf den verstorbenen Meyerbeer,