Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 34 (24.8.1864)
- Date
- 1864-08-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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460 Verein hat vor etwas mehr als zwei Jahren eine ->sv schreiben lassen. UI. Der Krankenhülfs - Verein -np'2 (49 Mtglieder) hat den Zweck, erkrankten Mitgliedern in den Wintersowohl als in den Sommermonaten eine beträchtliche wöchentliche Subvention zukommen zu lassen. IV. Der Holz-Verein (o»n 61 Mitglieder; dessen Zweck ist, während des Winters mehrmals Holz unter hiesige Arme zu vertheilen. V. Der Frauen-Verein (2'cn rn^n), aus 97 Mitgliedern bestehend, hat die Aufgabe, kranken Frauen wöchentliche Beiträge zu verabreichen und Hilfe in die Hütten der Arnmth zu bringen. Aus Anlaß des Synagogenbaues haben sich die edlen Frauen Homburgs — gleich jenen in der Wüste — bereitwilligst zur Bildung eines Vereines und zur Zahlung eines monatlichen Beitrages zusammengethan, um zu der neueren Gnrichtung der Synagoge beizutragen. Während bei dem jetzigen Synagogenbau in kurzer Zeit die Summe von ca. 10,000 fl. an freiwilligen Beiträgen gezeichnet wurde, sehen wir in dem Einnahmebuch zum vorigen Schulbau (vor 133 Jahren) die meisten Gaben 1 Zalmer — 1 Kreuzer — oder 1, 2, 3 Batzen nicht übersteigen, nur eine Spende von 50 fl., die ein Frankfurter gezeichnet, ist bemerkt. „Nester ein Mer Namen denn Mes Oel, Und -er Tag -es Todes als -er Tag -er Gebart." *) Von /A. „Drei Namen" — sprach ein Lehrer zu seinen Schülern, als sie an diesen Vers des Predigers gelangten — „drei Namen erhält der Mensch: den einen geben ihm Vater und Mutter; den andern legen chm mit mehr oder weniger Willkühr die Menschen bei; den dritten endlich erwirbt er sich selbst; ihn zeichnet die Geschichte auf, und dieser ist der beste und bleibendeste. — Ein guter Namen ist besser denn Mes Oel — seines Oel und köstliche Salbe duften wohl angenehm, und ihr süßer Dust verbreitet sich durch das ganze Gemach und selbst durch daganze HauS, aber der liebliche Duft eines guten Namens, der dringt bis an'S Ende der Welt; — der Dust des *) Prediger 7,r. — Bergl. Tanchuma par. Wajakhel im Anfänge. — Schemoth rab. Wajakhel. — Kobel, rab. S. 73. Jallut Kohel. Nr. S7ö. — feinen OeleS und der köstlichen Salbe kommt und geht mit seinem Träger, aber der Dust eines Men Namens dauert fort, auch wenn längst der Träger dahingegangen; — feines Oel und köstliche Salbe nehmen einmal ein Ende, aber ein guter Namen nimmt nie ein Ende; — feines Oel endlich und köstliche Salbe büßen ein von ihrem Wohlgeruche, wenn sie etwa mit Leichendust sich mischen, aber ein guter Namen hastet selbst am Tobten unverletzlich — und darum ist der Tag des Todes bester als der Tag der Geburt. — Zwei Schiffe befanden sich an der Meeresküste; das eine kam von der Reise zurück und lief in den Hafen ein; das andere lief vom Hafen aus, um seine Reise erst zu beginnen. Bei dem Schiff, das auslief, jubelte das dastehende Volk; bei dem andern verhielt es sich stille. Da sprach ein weiser Mann, der sich in der Mitte des Volkes befand: „Wie verkehrt ist doch das Thun dieser Leute! Das Schiff, das ausläuft, kennt seinen Lauf noch nicht, weiß nicht, welche Stürme ihm drohen, und wie und wo sein Lauf enden wird. Wie anders das Schiff, das in den Hafen zurückkehrt l Es hat seinen Lauf glücklich vollendet und darf sich besten rühmen." — „Wer mit -em Diebe theilt, -er haßt sich selbst; Er HSrt -en Mch an- -ars nichts sagen!"*) Von iT. „Der Hehler ist so gut wie der Stehler," sagt das Volkswort, und „nicht die Maus ist der Dieb," sagen unsere Weisen,**) „das Loch ist der Dieb." — Me Gelegenheit — sowohl den Diebstahl zu bergen, als an den Mann zu bringen — macht Mebe. — Ein königlicher Statthalter ließ einmal alle Abnehmer hinrichten, die Diebe selbst aber frei ausgehen. Alles spottete seiner deßhalb, weil er so ungerecht und thöricht handle. Da ließ der Statthalter eine Bekanntmachung durch die Provinz ergehen und alles Volk auf den Kampsplan laden. Dahin brachte er selbst eine Anzahl Wiesel mit und legte denselben allerlei Lieblingsspeisen vor. Die Wiesel ergriffen die Beute und schleppten sie in die Löcher, die sich umher auf dem Platze befanden. Den andern Tag ward abermals das Volk auf den Kampfplan geladen. Der *) Spr. Sal. 29, 24. — Vergl. Wajikra rab. par. 6. — Jalkut Wajikra S. 128. **) Gittin 45. Kidd. 56. Jalkut Hiob 918. -