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Der Israelit · 1864-08-24 · Heft 34 (24.8.1864) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 34 (24.8.1864)
Date
1864-08-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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452 1) Ist es konventionell, auf einen Artikel, noch bevor er erschienen ist, zu schimpfen, i.«. ihn „Schmähartikel" zu nennen? 2) Ist es der Verschwiegenheit eines Redacteurs würdig, vertrauliche Mittheilungen zu veröffentlichen? 3) Darf diese vertrauliche Mittheilung, wenn man sie schon benutzen will, verstümmelt werden, um dadurch das Umgekehrte von dem Zusagen, was sie enthält? Ein ehrlicher Mann wird antworten. vr S. Mergentheim, den 12. August. Verehrter Herr Redacteur! Ihr Herr Correspondent „aus Württemberg" berichtet sud Nr. 32 Ihrer geehrten Zeitschrift, ein hiesiger Advocat hätte an die Versammlung von Israeliten, weiche am 24. v. M. in Eßlingen stattfand, auf telegraphischem Wege zu Allem, was von derselben beschlossen werde, zum Voraus seine Zustimmung eingesandt. Da jener keinen andern Rechts-Anwalt als mich damit gemeint haben kann, indem kein anderer israelitischer Confession dahier ansässig ist, und ich wohl an selbem Tage an den Vorsitzenden jener Versammlung, Herrn Or. Hochberger, hauptsächlich zu dem Zwecke, um ihm mitzutheilen, daß ich hiebei nicht erscheinen könne, ein Telegramm ergehen ließ, in welchem .aber von demjenigen, was Ihr Herr Correspondent über dessen Inhalt mittheilte, kein Wort enthalten war, wie Sie aus anliegendem Zeugnisse zu ersehen belieben, und auch kein anderes Telegramm an jene Versammlung von mir abging; so erlaube ich mir Euer Hochwürden zu ersuchen, diese meine Erklärung nebst beiliegendem Zeugnisse mittelst Ihrer verehrlichen Zeitschrift baldgefälligst veröffentlichen zu wollen. Hochachtungsvoll Rechtsconsulent Ellinger. Abschrift. Dem Herrn Rechtsconsulenten Ellinger von Mergentheim wird hiemit auf Verlangen bezeugt, daß in dem am 24. Juli von ihm aufgegebenen Telegramm an Hochberger in Eßlingen Nichts davon enthalten ist, daß er zu dem, was in einer dortigen Versammlung beschlossen werde, zu Voraus seine Zustimmung ertheile. Mergentheim, den 12. August 1864. K. Telegrafen - Station. (1^. 8.) Schuster. Diese Abschrift beglaubigt Mergentheim, den 12. August 1864. K. Gerichtsnotariat. (I.. 8.) F. Minak. Hannover In diesen Tagen ist die landdrosteüiche Genehmigung zum Bau der neuen Synagoge beim Gemeindevorstand eingetroffen, und wird derselbe nunmehr unverzüglich in Angriff genommen. (Tgbl.) Altona im August. Ein Denkmal zum Andenken des seel. Salomon Heine (Gründer des großen Banquierhauses unter düser Firma) wird, in unserer Nachbarstadt Hamburg zu errichten beabsichtigt. Das schönste Denkmal hat er sich selbst in zwei Stiftungen errichtet, deren Zustandekommen er bei seinen Lebzeiten beförderte. Die Erbauung des israelitischen Krankenhauses in der Vorstadt St. Pauli ward nämlich durch ihn ermöglicht, und dieHerrman- Heine-Stiftung, von welcher, seit der bürgerlichen Gleichstellung der Juden in Hamburg, Gewerbtreibenden, Handwerkern und Künstlern aller Confessionen im Laufe von sechs Jahren Vorschüsse von Bco. Mk. 1000 bis Bco. Mk. 6000 gegen nur 2pCt. Zinsen geleistet werden, verdankt Salomon Heine ihr Entstehen. Als Heine sich durch Fleiß und Ausdauer vom armen Commis bis zum reichen Banquier heraufgeschwungen hatte, beh elt er ein warmes Herz für fremde Leiden. Vielen Armen und Wohlhabenden war er ein Helfer in der Noth, stets bereit, mit Rath und That den bei ihm Hilfesuchenden beizustehen. Außerdem hat er in vielen Fällen der Hamburger Börse viel genützt, indem er es ebensowohl verstand, einträgliche Geschäfte dorthin zu ziehen, sowie auch Gefahren, welche die Hamburger Handelswelt bedrohten, durch umsichtiges Verfahren abzuwenden. So ttug er zur Zeit des Hamburger großen Brandes sehr viel dazu bei, den Credit und die Creditwürdigkeit der Hamburger Börse zu erhalten. Zur Zeit der großen Handelskrisis im Jahre 1857 ward des Verstorbenen oft gedacht, mit der Bemerkung, daß manches anders gekommen wäre, hätte Salomon Heine sich noch am Leben befunden. Hamburgs Börsenmänner ehren sich selbst, wenn sie ein des verstorbenen Heine würdiges Denkmal errichten; der Sohn des Gedachten, Herr Carl Heine, machte unlängst der Herrmann - Heine'schen Stiftung ein Geschenk von 100,000 Bco. Mk.; da das ursprüngliche Capital nicht mehr ausreicht, den Ansprüchen zu genügen, so hat Herr Carl Heine sich dadurch zu dem gedachten Zuschuß veranlaßt gefunden, welches hohe Anerkennung verdient. (Wir wollen nicht fürchten, daß das beabsichtigte Denkmal in einem Standbilds bestehe. Red.) Preußen. Aus Preußen. Nicht allein unter den österreichischen, sondern auch unter den preußischen jüdischen Soldaten haben sich einige in dem jüngsten Kriege

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