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Der Israelit · 1864-08-10 · Heft 32 (10.8.1864) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 32 (10.8.1864)
Date
1864-08-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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426 Quadratinhalt demnach ca. 45000 engl. m Fuß beträgt, so daß für das bereits acquirirte Grundstück ein Flächeninhalt von ca. 50,000 engl. mFuß bleibt. Die ganze Reihe der bereits erbauten Wohngebäude ist ca. 140 engl. Fuß lang und ca. 20 engl. Fuß tief, so daß die 13 bewohnten Häuser nur einen Flächenraum von ca. 2600 engl. lU Fuß einnehmen, also kaum den 20. Theil des acquirirten und kaum den 40. Theil des ganzen Grundstückes bedecken. Es bleibt also der künftigen Thätigkeit noch ein weites Feld eröffnet. — Auf der Vorderseite des Umschlages befindet sich eine Ansicht der Wohngebäude selbst. — In der Ansprache wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Banunternehmen durch Gottes besondere Fürsorge wesentlich dadurch gefördert worden, daß bei den Nachgrabungen sich große und feste Unterlagen fanden, während sonst das Hinwegräumen des entsesetzlich hohen Schuttes (Jerusalem soll einer Sage zufolge 18 Mal durch Naturereignisse verschüttet und durch Zerstörungen ganz oder teilweise in Schutthaufen verwandelt worden sein) unberechenbare Kosten verursacht, ja manchmal den Aufbau unmöglich macht; ferner war auch der Umstand höchst förderlich, daß sich beim Nachgraben verschüttete Cisternen vorfanden, deren eine 36^ im Durchmesser, also an Flächeninhalt mehr als 1000 O' enthält. Diese Cisternen sind für das häufig an Wassermangel nothleidende Jerusalem von unschätzbarem Werthe. Die Wiederherstellung der oben erwähnten großen, ganz verschütteten und in den Seitenpflasterungen gänzlich ruinirten Cisterne wird ungefähr 1000 fl. kosten. Der Aufruf schließt mit folgenden Worten: „So möge denn dieses große, so viel versprechende, einzig in der Geschichte des Galut auf heiligem Boden dastehende Nationalunternehmen sich stets des unwandelbaren, thätigsten Interesses unserer Glaubensgenossen erfreuen; mögen dieselben stets eingedenk sein, wie sehr durch diese Wohnungen nicht nur positiv eine der größten Mizwot geschieht, sondern auch negativ der durchaus nicht verminderten, auf die Noth speculirenden Missionsthätigkeit, der nächsten Veranlassung zu diesem Unternehmen, kräftigst entgegengearbeitet wird; möge diese großartige Stiftung auf heiligem Erdboden einer beständigen, unausgesetzten Teilnahme sich erfreuen, auf daß es möglich werde, durch die Liebe und Barmherzigkeit unserer Brüder auf diesem so großen und schönen, Hunderte von Wohnungen fassenden Grundstücke immer mehr Wohnungen auszurichten, immer mehr Wohlthaten für Talmide Chachamim, Wittwen, Waisen und andere Bedrängte zu erreichen, immer mehr für '"n zu thun! Möge stets Freude und Friede, Glück und Segen in diesen Wohnungen wohnen, Freude und Friede, Glück und Segen in den Wohnungen aller hochherzigen Unterstützer des heiligen Unternehmens, mögen sie Alle das Glück haben, recht bald die Zeit zu erleben, in der sich erfüllt das Gotteswort.1^' — Herr Sachs überbrachte uns eine Jerichorose üisl-ooluintioL), welche so oft als Symbol unseres Volkes in den heiligen Schriften genannt wird. Dieselbe war ganz vertrocknet und in sich zusammengeknollt, so daß sie die Form einer Nuß angenommen hatte, da sie Herr Sachs schon über 4 Jahre bei sich führte und dieselbe bereits schon in vertrocknetem Zustande bekommen hatte. Wir legten sie nach seiner Anweisung gestern Abend Ln's Wasser, und als wir heute früh erwachten, überraschte uns ein wunderbarer Anblick: die Blume hatte sich vollkommen wieder entfaltet, so daß ihr Durchmesser ca. 4 Zoll betrug, die geschlossenen Blätter waren wieder geöffnet, und Jeder, der sie sah, war von ihrer Schönheit entzückt. Das ist ein Bild unseres Volkes; in der nach Jahrtausenden zählenden Verbannung erscheint es manchmal verkommen und verdorrt; aber wir wissen, daß die Zeit kommen wird, von der es heißt: 202 717,0^2 7>7>X 71X^1 „ SegöNsvollen Regen wirst Du herbeiführen, 0 Gott, Deinem verschmachteten Ecbtheil, das Du für ewig fest begründet hast." (Psalm 68, 10.) Aus Württemberg, 28. Juli. Die Agitation gegen unsere vor kaum einem Jahre noch als unverbesserlich gepriesene Kirchenverfassung nimmt immer größere Dimensionen an. Am vergangenen Sonntag tagte eine Versammlung in Eßlingen, welche über diesen Gegenstand verhandelte und Beschlüsse faßte. Wenn auch das Resultat dieser Versammlung bezüglich feiner positiven Seite keineswegs im Sinne der Orthodoxie! ausgefallen ist, so hat diese doch alle Ursache, mit der negativen Seite der Eßlinger Beschlüsse zufrieden zu sein Alle Parteien sind nunmehr darüber einig, daß es anders werden müsse; über das „Wie" hat nur die Orthodoxie bisher ein klares Prinzip aufzustellen vermocht, das so „zeitgemäß" ist, daß es früher oder später siegen muß. Gestatten Sie mir nun, den Veranlassern der Eßlinger Versammlung — die nicht einmal alle erschienen waren — und deren Mehrheit nachträglich noch einige Worte zuzurufen. Da man alle religiösen Richtungen eingeladen hatte, hielten es die in Hohenbuch versammelt gewesenen Orthodoxen für gerathen, nicht ganz fern zu bleiben, umsomehr da sie glaubten, es würden sich Gesinnungsgenossen aus dem Riese und Schwrrzwrlde einfinden, und hofften, der im Ausschreibsn ausgesprochene Wunsch, man möchte sich vereinigen, wäre ernstlich gemeint. Beide Voraussetzungen erwiesen sich als Täuschung. In Wirklichkeit bestand die Versammlung fast nur aus Personen von Stuttgart, Cannstatt, Eßlingen und Jebenhausen, und zu einer Verständigung war man in keiner Weise bereit. Man überließ zwar

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