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Der Israelit · 1864-07-20 · Heft 29 (20.7.1864) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 29 (20.7.1864)
Date
1864-07-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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3S5 Preußen. Berlin. Die hiesige rnedicinische Gesellschaft, ungefähr aus 200 Aerzten Berlins bestehend, hatte eine Commission niedergesetzt, um eine öffentliche Meinungs-Aeußerung über die Trichinm Krankheit zu thun und über die Frage wegen öffentlicher Schlachthäuser zu berathen. Das Gutachten der Commission ist bei G. Reimer im Druck erschienen, und der bekannte Thierarzt Profess. Gerlach äußert sich darin: „In Berlin wird mindestens eben so viel krankes, als gesundes Vieh verzehrt, und unter dem kranken Vieh, von dem eine große Mehrzahl an der Lungenseuche leidet, ist manches Stück, bei dem sich schon vollständige Cacherie und selbst Colliquation ausgebildet hat. Das elendeste, ekelhafteste Vieh kommt nicht lebendig in die Stadt, sondern in Stücken zerlegt. Auf den nächsten Dörfern um Berlin wohnen Fleischer — sie werden oft mit dem nicht ganz unpassenden Namen „Schinder-Fleischer" belegt — die förmlich Jagd auf erkranktes und ausgezehrtes Vieh machen, womit (ausgeschlachtet) sie den Berliner Markt srequmtiren " — Die gefährliche Natur solcher Thatsachen, wie sie hier von sachkundiger Hand mitgetheilt werden, würde freilich, die Errichtung öffentlicher Schlachthäuser und die schärfste Fleischschau von Seiten der Aufsichtsbehörde rechtfertigen, möchten auch daraus manche Weitläufigkeiten für die Schlächter und manche Unbequemlichkeiten für das Publikum entstehen.*) *) Man ersieht hieraus, wie glücklich auch in sanitatlicher Beziehung der gefctzestreue Jude ist. Psfen, im Juli. (Privatmittheilung). Kein Mensch, es sei denn ein solcher, der die Verleumdung um ihrer selbst willen liebt, wird dm jüdischen Staatsbürgern Preußens Mangel an Patriotismus vorwerfen könnm. Da dies unumstößlich feststeht, so ist es erfreulich zu constatiren, daß das Gefühl für die jüd. Nationalität ebenso vorherrscht; davon mich zu überzeugen hatte ich unlängst Gelegenheit. Es kam nämlich vor Kurzem ein Transport dänischer Gefangenen hier an. Wer ist wohl bedauernswerther als ein Kriegsgefangener? „Sollten auch Israeliten dabei sein?" fragte man sich allgemein. ES blieb aber nicht bei der muffigen Neugier; Einzelne stellten sich so auf, daß der Transport der Gefan genen an ihnen vorüberziehen mußte. Als ihnen eine jüdische Phisiognomie ausfiel. fragte man 12?" „„Jawohl,"" war die Antwort. „Wie viele noch?" „„Noch vier."" Es wurde jetzt leicht auch die anderm isr. Gefangenen herauszufinden. Durch einflußreiche Verwendung erlangte man die Erlaubniß, für ihre Pflege nach jüdischer Sitte in bester Weise zu sorgm, was natürlich mit größter Freudigkeit geschah. So umschlingt die Religion mit ihrem himmlischen Bande selbst die Glieder kriegführender Völker, und wir sind fest überzeugt, daß unsere Glaubensgenosse» in Dänemark, obgleich eifrige dänische Patrioten, in ganz ähnlicher Weise sich vorkommenden Falls der Glaubensbrüder in feindlicher Uniform annehme« werden. L. Anzeige«. ei dm im vorjüngstm und jüngsten Quartale bei mir eingegangenen, an das vereheliche ComitL zu Amsterdam eingesandten Spenden für unsere dürftigen Brüder im heiligen Lande befandm sich folgende, die für dm Armen- und Pilgerhäuserbau in Jerusalem bestimmt wurden, alS: Im vorjüngsten Quartale: Durch Feist Berliner in Westheim bei der rk'v des I. Schiff van Oberthulba gesammelt fl. 3 30 kr.

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