Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1864)
- Date
- 1864-07-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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5. Jahrgang. 28. Gin Ce«tral-Orga» fLr das orthodoxe Z»de»thum. HerauSgegrben von V» Lehmann in Mainz. Mainz, den 13. Jul L5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs,-in mindestens Bogm. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. e. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Einiges über daS Bedürfntß einer jüdischen Geschichte und deren Darstellung. — Der von der Rabbinercommtssion zu Pcsth veröffentlichte Entwurf zur Gründung eines Rabbinerseminars. ZeitnngSnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Aus Würzburg. Eschwege. Inhalt der Beilage: EKikr»S»»«chrichtr« »nd L»rrrsp«^e»-e«: Deutschland: Altona. KeniLeton: Massecheth Chagiga. Leitende Artikel. Einiges über das Sr-ürfniß einer . Wischen Geschichte und -eren Darstellung. Von 8. I-ipsekülL Ln Hamburg. Wie beim einzelnen Menschen, so ist es im großen Völkerleben der Menschheit eine ausgemachte Thatsache, daß, je mehr man zum eignen Selbstbewußtsein kommt, je besser und richtiger man seinen eignen Werth zu schätzen versteht, ein desto helleres Licht dann über den Werth Anderer aufgeht, und wenn auch letztere einen ganz entgegengesetzten Standpunkt einnehmen. Daher erklärt es sich auch, wie heut zu Tage dem jüdischen Volke eine größere Anerkennung von den cultivirten Nationen Europa's zu Theil wird, als es früher geschehen; es wird hier der Wahrheit ein Tribut gezollt, den die Menschheit Israel zwar lange schuldig gewesen, welchen aber abzutragen, sie, wie ein böser Schuldner, immer gezögert. Wahrlich, nicht dem Gerede mancher Tagesblätter, noch den Luftsprüngen jener sich durch ihre ^eder als Wortführer Israels auftverfenden Reologen und Reformer» zuzuschreiben, daß jetzt in obiger Beziehung ein besseres Bewußtsein im Herzen der Menschheit wohnt. Jene Art von Manifestationen, wo deS Judenthums Geist wie eine wächserne Puppe hingestellt wird, die man nach jeder beliebigen Weise umformen kann, wo des Judenthums Religion und Glaubenslehre gleich einer Wetterfahne erscheint, die nach jeder Windseite sich dreht — und sei es auch nur das hohle Geschwätz der sogenannten Tagesphilosophie — sie alle vermochten nicht den bisher um die hehre Gestalt Inders geschlagenen Nebelschleier der Verkennung und des Irrthums zu lüften. Politische Zänkereien, Petitionen und Demonstrationen, wie sie gleich Pilzen in mancher unserer ephemeren Schriften aufschießen, haben bisher nur immer die heftigsten Controverse hervorgerufen und darum Hader und Verwirrung heraufbeschworen, und es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß unter solchen Umständen an keine ruhige Abklärung der Gedanken, an kein Aufhellen nnd Erwachen des Bewußtseins zu denken ist. Der Blitz, welcher das bisherige Wolkendunkel aufgerissen und Israel gleich einem aus seiner Höhe freundlich herablächelnden Monde der Welt gezeigt; dieser Blitz hat sich wahrlich nicht an jenem KnallglaSfeuer entzündet, viel-