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Der Israelit · 1864-07-06 · Heft 27 (6.7.1864) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 27 (6.7.1864)
Date
1864-07-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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ein heiliges Lied mit fester Stimrye^ keine FLH» seD nes Körpers zuckte, und als stm Kopfunter-dem Streiche des Scharfrichters zu Boden rollte, sanken die anwesenden Muselmänner nieder und küßten mit ihren Lippen die Erde, die Haleb mit feinem Blute deNetzte. Ihm folgte Juffuf, er war ich Leben und rm Sterben der Gegensatz des Derwisches; Die Leichname blieben aus dem Richtplatze liegen, bis die Raubvögel der Wüste sie benagten — nur durch diesen grauenvollen Anblick wird der Tod den fanatischen Muselmännern schrecklich, denn „wessen Leib die Geier fressen, den weist Mohamed aus dem Paradiese zurück, sagt der Koran." (Wiener Sonnt.-Ztg.) Eine kluge Frage erhält eine befriedigende Antwort.*) Von „Die geschicktesten Bettler," sagte einmal R. Judan, sind doch dieCuthäer; denn auch Betteln ist eine Kunst. So hörte ich einen zu einer Frau sprechen: „Hast Du, gute Frau, eine Zwiebel zu entbehren, so gib sie mir!" Die Frau holte ihm eine Zwiebel. „Ach," sagte er jetzt, als er die Zwiebel hatte, „ohne BroV lassen sich Zwiebeln doch nicht gut essen." — Die Frau holte schweigend auch ein Stück Brod und gab es ihm. — Da sagte der Bettler: „Das beste Essen schmeckt doch nicht ohne einen Trunk," und lächelnd reichte die Frau ihm auch einen Trunk, und so hatte der listige Euthäer sich eine Zwiebel, Brod und einen Trunk zu verschaffen gewußt." — „Es ist in Allem so," versetzte darauf R. Acha, „eine kluge Frage und ein bescheidenes Verlangen sindet auch eine befriedigende Antwort und eine genügende Willfahrung.. Manche Frau weiß klug zu fordern, und manche weiß es nicht. Die kluge Frau kommt zur Nachbarin, und obschon sie die Thüre offen findet, klopft sie an, begrüßt die Nachbarin und spricht: „Friede mit Dir, Frau Nachbarin! Wie befindest Du Dich? Wie befindet sich Dein Mann und wie befinden sich Deine Kinder?" „Gut!" antwortet die Nachbarin^ „Ms wünschst Du?" — „Hast Du eine Arbeit für Mich , so gib fix mix." „Jawohl," antwortet die Nachbarin. — So die kluge Frau. — Die unkluge , die kommt an die Thüre und findet sie geschlossen. Sie öffnet sie dennoch, ohne anzuklopfen, tritt ein und spricht: „Haft Du keine Arbeit für mich?" „Nein!" sagt kurz die Nachbarin. — „So auch," setzte R. Chanina das Gespräch fort, „weiß mancher Gutspächter sein Begehren klug anM bringen, mancher nicht. — Ein GutspSchter sieht sein *) Rach Wajikra rab. par. Ü. in; StocWg gerathen. Dennoch blickt er wöhlgMuth, glätter sein Haar, kleidet sich rein, nimmt eine frohe Miene an, nimmt den Stock in die Hand, steckt den Ring an den Finger und geht so zum Gutsherr». „Ist Dein Kommen Heil?" fragt der Gutsherr, „wie geht Dir*-, guter Pächter?" — „Gut," antwortet der Pächter. „Und was macht das Landgut?" — „Mögest Du an seinem trefflichen Ertrage Dich sättigen!" — „Was machen die Stiere?" — „Vergönne es Dir Gott, Dich an ihrem Fette zu laben!" — „Und die Ziegen?" — „Mögen ihre Zicklein Dir wohlbekommen!" — „Was wünschest Du, lieber Pächter?" fragt jetzt der Gutsherr. — „Wenn Du mir zehn Gulden voHtrecken könntest," antwortet der Pächter, „würdest Du mir einen Gefallen thun." „Zwanzig, wenn Du brauchst," antwortet der Gutsherr freundlich, „Du sollst sie haben." — So der kluge Pächter. — Der unkluge, der kömmt in seiner Werklagskleidung, mit verworrenem Haare und mit verdrießlicher Miene. „Was macht das Land?" fragt der Gutsherr. „O," antwortet der Mann verdrossen, „brächte es nur die Saat wieder, die wir in den Boden gelegt!" — „Was machen die Stiere?" — ..Sie magern ab." — „Was willst Du?" — „Wenn Du zehn Gulden hast, leih sie mir." — „Gehe!" ruft der Gutsherr unwillig, „und bringe mir, was Du mir bereits schuldest." — „Eure Beispiele aus dem Leben," schloß hierauf R. Chonc das Gespräch, „mag noch ein Wort der Schrift bekräftigen. — So gleicht David dem klugen Pächter. Zuerst singt er das Lob des Herrn und spricht:*) „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" — „Bedarfst Du vielleicht etwas?" fragt ihn der Herr. — David fahrt fort : „Und seiner Hände Werk sagt an das Firmament." — Abermals spricht der Herr: „Was wünschst Du, David?" — Doch David fährt fort: „Der Tag verkündet es dem Tage, und die Nacht offenbaret es der Nacht," und so weiter, bis abermals der Herr spricht: „So sage, was Du wünschst!" und jetzt'erst bittet Darud: „Unwissentliche Fehler, wer kann sie merken!" „Sie seien Dir erlassen," spricht der'Herr. — „Und von unbekannten Sünden" — bittet David weiter — „sprich mich frei!" — „Auch das sei Dir gewährt," sagt der Herr. — Und jetzt wagt David zu bitten: „Aber auch von Frevelthaten halte fern Deinen Knecht! Du, großer Gott! laß rein mich sein von großer Miffethat! Ist auch meine Miffethat groß, ist Dein Namen noch größer**-, und dem großen Gott geziemtes, diegrojA Miffethat zu verzeihen!" — Und der Herr willfahrte' ihm gnädig auch hierin. — *) Ps. l9. - »*) Ps. 2S, 11. —

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