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Der Israelit · 1864-06-29 · Heft 26 (29.6.1864) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 26 (29.6.1864)
Date
1864-06-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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bktztbt bahtzr iinmtzr NSch wünschenswetzth, daß von uW§rr Gtzite eWge gottesfürchtige und intelligente MSttner dorthin gesandt würden. Mögen nun die FMschas Juden sein oder nicht, so würde doch die zü erhoffende Auskunft allein schon die auf die erwähnte Mission verwandten Mühen und Kosten hinreichend belohnen. — In keinem Falle glaubten wir jedoch berechtigt zu sein, die Ansicht des Herrn Rabbiners Schwarz unseren geehrten Lesern die sich für die Faläschas intsressiren, vorenthalten zu dürfen. Feuilleton. Beschauliches Leben.*) Von Der alte, fromme, tiefsinnige und weise Pinehas den Jair, ein Mann, von welchem die Vergangenheit gar viel Treffliches und Wunderbares zu erzählen weiß, befand sich einst mit einigen seiner Freunde und Schüler auf einer Wanderung. Sie hattm noch in der Nacht den Ort verlassen und sstzren sich jetzt vor demselben nieder, um auf den Aübrnch des Tages zu warten. Da begann Pinehas: „David sprach: **) „„Herr! mein Herz soll Nimmer sich -ersteigen"" wann hat David das gesagt? — Hört, Freunde! Einst wandelte der König David an dem Ufer sineS Wnsses. Da rief er selbstzufrieden: „Herr der Welt! gibt es wohl einen Menschen auf Erdender gleich mir deine Macht gepriesen, deine Herrlichkeit besungen!" ÄuäenbliAtich erhob ein Frosch den Kopf aus dem Kaffer und sprach: „David! wie möchtest Du nur so eitel thün und Dich so überheben! Du glaubst, best Herrn der Welt durch Wort und Lied am meisten gepriesen zu haben, und doch darf selbst der Frosch sich tühmen, daß er mehr als Du gethan. Siehe, als der Herr einst sprach: ***) „Der Strom soll von Möschen wimmeln, und sie sollen das Land Aegypten *) Nach Sohar par. Pinchas f. 94 — Vergl. auch Soh« f. 46 4. ")Ps. 131, 1. 2. B. M. 7, 28: bedecken," da gehorchten diese underweilt dem Wort des Herrn, obschon sie ihren sichern Tod auf dem trocknen Lande voraussahen. — Die gehorsame Thal preist den Herrn mehr, als das herrlichste Wart, und die treue Hingebung mehr üls das schönste Lied. Und so preisen wir stummen Thiere den Herrn, indem wir sein Geheiß vollbringen, alltäglich, allstündlich, Tag und Nacht, ohne Unterlaß!" — Da sprach David in frommer Demuth: „Herr! Mein Hetz soll nimmer sich verfteigen, mein Aug' sich nicht überhebett." - „Und sehet," fuhr der greise und weise Pinchas fort, seht, meine Freunde, ein solches Herz, das sich in Reue und Demuth zu Gott wendet, ist das Opfer, das Gott vor allen wohlgefällt. Es jst nicht, Witz die andern Opfer der Schrift, an einen Ort und an eine Zeit gebunden; an jedem Orte, cm jedem Taste und zu jeder Tagesstunde darf es Gott dargebracht werden. — Ein solches Herz, das sich in Reue UNV in Demuth zu Gott wendet, gleicht einer Rosenknospe, die sich erschließt. So lange die Knospe geschloffen ist, ist auch ihr Duft eingeschlnffen, umgeben von Dornen und Gestrüppe; aber erschließt sich die Knospe, o dann erhebt sich der süße Duft aus Dorn und Gestrüppe und steigt in die reinen Lüfte empor, lieblich bei Menschen und vor Gott." — Jetzt erhob der eine der Freunde, mit Namen Chije, das Auge und sah einen Stern mit glänzendem Streif dahin eilen. »Wie oft schon," rief Chije, „Hab ich über diese dahineilenden Nuthensierne Belehrung gewünscht!" — „Diese Ruthensterne," begann Pisttzhas wieder, „mögen uus wohl zur Belehrung bienen. — Der Heilige, gelobt sei Er, ist es, der die Sterne des Hrmmels allesammt geschaffen, groß wie klein, und allefamM loben und preisen sie ihren Schöpfer, von welcheck geschrieben steht:*) „„Erbestimmte der Sterne Zahl,"" unywenn ihre Zeit kommt, den Herrn zu preisen, so ruft sie der Herr beim Namen, so wie es ja weiter heißt: „„und ruft sie allesammt mit Namen,"" und sie eilen hin ustd strecken weit aus ihre Hellen Streifen, eilen, den Herm da zu preisen, wohin er sie befohlen, uns aber rufest sie zu auf ihrem Fluge:**) ,„7Erhevt zur Höhe Eure Augen, schauet, wer hat Die geschaffen!"" — (Schluß folgt.) » ') Ps. 147, 4. *) Jes. 40, 36.

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