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Der Israelit · 1864-06-29 · Heft 26 (29.6.1864) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 26 (29.6.1864)
Date
1864-06-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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5. Jahrgang. k0E 2« r Israelit. Ein Central-Orga» für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von VD. Lehmann in Mainz. Mainz, den 29. Juni 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1Z Vogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlrp. c. oder fi. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. e. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Da mit dem 1. Juli ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns» die geehrten «bonnrnlen darauf aufmerkiam zu mache», daß namentlich bei der Post das Abonnent nt frühzeitig erneuert werde, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: . Leitende Artikel: Zeichen der Zeit. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Borkheim b. Franks. Karlsruhe. — Lester r. Kaiser st.: Wien. Wien. Wien. Brodi. Pesth. — Ruß l. u. Polen: Wloclawec. Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten «nd Korrespondenzen: Preußen: Coblenz. Oesterr. Katserst.: Tolna. — Rußl. ».Polen: Eupatoria. Warschau. — Afrika: Abessynien. Feuilleton: Beschauliches Leben. Leitende Artikel» Zeichen der Zeit. Mainz, den 20. Juni. In Paris hat am 31. Mai die 4. Generalversammlung der ^lliavee isv. universell« stattgefunden. Eine glänzende Gesellschaft hatte sich versammelt, berühmte Namen selbst aus nichtjüdischen Kreisen hatten sich eingefunden, begeisterte Reden wurden gehalten; man hat in den wundervollsten Worten von den großen Zielen, von den bedeutenden Leistungen und den reichen Mitteln dieser ^lliavee isr. universelle gesprochen; man hat die große Zahl und den wachsenden Einfluß der Mitglieder dieser Gesellschaft hervorgeholen, man hat nicht Worte genug finden können, die Begeisterung derselben für die h. Sache des Judenthums und der Judenheit zu schildern; namentlich war es der Präsident des Vereins, der ehemalige Justizminister Frankreichs, Herr Adolph Cremieux, welcher in hinreißender Beredtsamkeit die erhabene Bestimmung des Judenthums mit glänzenden Worten verkündete, und mehr als einmal von dem rauschenden Beifall seiner Zuhörer unterbrochen wurde, und doch .... und dennoch ..... wir können leider in den allgemeinen Jubel nicht einstimmen, auf uns hat die Rede des Herrn Präsidenten einen unsäglich traurigen Eindruck gemacht. Ist der Bericht, welcher in Nr. 12 der Z.rekives isr. vom 25. Juni d. I. uns vorliegt, wahrheitsgetreu, dann ist diese Rede des Herrn Cremieux ein unsäglich trauriges Zeichen der Zeit, und noch trauriger ist es, daß keiner der zahlreich Versammelten, vom Oberrabbiner Isidor in Paris an bis auf die anwesenden Hilfsrabbinen, ja daß Keiner, nicht einmal ein Privatmann, ein Wort der Rüge oder auch nur der Entgegnung, gesprochen hat. Wir haben es bereits gerügt, daß Herr Cremieux bei Uebernahme der Präsidentschaft des genannten Vereins in seiner damaligen Ansprache nur von unserer Liebe zu den Zehngeboten sprach (siehe den 1. leitenden Artikel in-Nr. 33 v.J.). Diesmal ist Herr Crömieux einen Schritt weiter gegangen; er hat die zehn Gebote auf 9 reduzirt und hat das Gebot der Heiligung des-Sabbats einfach — weggelasien. Ist

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