Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1864)
- Date
- 1864-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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5. Jahrgang 2S Der Israelit. Ein Central-Or-an für das orthodoxe Inbenthn«. Herausgegeben von Vw Lehmann in Mainz. Mainz, den 22. Juni 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Itz Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. e. oder st. 3. 30 kr. rh. Man adonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Jnjcnic 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franko einzusenden. Da mit dem l. Zuli ei» »eueS Quartal beginnt, so erlauben wir uus, die geehrten Absnnente» daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnem nt frÄhzeitts ernenert werde, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: Leitende Artikel: Was wir uns nicht nehmen lassen. — Die Literatur des Kompert'scken Preßprocrffes. ZettungSnachrichteu und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt. Kessel. Hannover. Von der Saale. Aus Württemberg. Hamburg. — Preußen: Berlin. — Frankreich: Paris. Paris. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Oester r. Kaisers?.: Wien.— Afrika: Abeffynien. Aus Algerien. Tunis. Tunis. Arnilleton: Die Vertreibung der Juden . aus Tyrnau. — Sabbatgruß (»ebnlow sleLcbem.) Leitende Artikel. Was wir uns nicht nehmen lassen! Mainz, den 14. Juni. Wir haben schon oft in diesen Blättern dargelegt, daß wir den Frieden wollen und wünschen, den Frieden nach innen und nach außen, den Frieden, der da ist die Grundbedingung aller Segnungen, alles Wohlstandes, alles Wohlergehens. Wir wollen aber vor allen Dingen uns unsere heilige Religion erhalten, wir wollen die nns vom Sinai offenbarte Wahrheit «ns bewahren und auf unsere Kinder vererben, wie wir sie von unfern Vätern ererbt haben Diese steht uns hoher als Alles in der Welt; für sie haben unsere Väter Gesundheit, Leben, Wohlstand, die Achtung der Mitmenschen, kurz Alles, was dem Menschen an irdischen Gütern schätzenswerth erscheint, freudig hini gegeben, und dieses unser höchstes Gut wollen wir uns nicht nehmen lasten, selbst wenn der Friede der Knechtung und Unterdrückung dem heftigsten Kampfe > zur Vertheidigung unserer heiligsten Besitzesthümer weichen sollte.! Die Individuen wie die Völker, die sich feige knechten lasten und den Frieden der Knechtschaft um ihre heiligsten Güter erkaufen, trifft mit Recht die , Verachtung der Mitlebenden; die Weltgeschichte sitzt über ihnen zu Gerichte und verurtheilt sie; Vernichtung, Verkommenheit und am Ende Vergessenheit ist ihr wenig beneidenswertes Loos. — Die Individuen und die Völker hingegen, die für ihr Heiligstes mit Kraft und Muth einstehen, gegen die auf sie eindrin- Lenden feindlichen Elemente rüstig ankämpfen, denen wird Ehre, Ruhm und endlicher Sieg. In der Sturm- und Drangperiode, in welche das Judenthum seit der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eingetreten, find Gefahren für dasselbe aufgetaucht, die anfangs für unüberwindlich galten. Der Abfall vom Glauben und vom Gesetz nahm immer größere Ausdehnung an, und die in der Mitte der - modernen Cnlturvölker lebenden Israeliten schienen > allmählich einen gänzlichen Verfall ihrer Religion erj leben zu sollen; in den letzten Jahren ist das G. s.