Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 24 (15.6.1864)
- Date
- 1864-06-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- SS5 Vollkommenheit gediehene Deutsche, mit leeren Handel ausgegangen sein? Im „Reiche da draußen", wo so viele ausländische Klötze glattgehobelt werden, sollte ein Aft der deutschen Eiche allein nur rauh und knotig geblieben sein? Mit Nichten! Wir waren bis jetzt gewöhnt zu hören, daß die „Doctor-Rabbinen, die sich Nach Oesterreich und zumeist nach Ungarn geschlichen ', nur im Talmud allein nicht niet- und nagelfest sind; daß sie jedoch der deutschen Sprache nicht mächtig sind, dieß ist eine muffige Erfindung des zanksüchtigen und böswilligen Herrn Szanto. Die Entschuldigung mit dem laxsus oalaivi, mit welcher Herr Sz. für die vom Herrn Rabb. H. bezeichnten „Feiglinge" hervortritt, kann für Letzlern um so mehr gelten, da, wie bekannt, dessen Handschrift eine schwer zu entziffernde ist. Wie leicht können da Setzer und Corrector einen sinnentstellenden Fehler machen! Wir wollen jedoch mit dem Würstler (einen Namen, den er nach dem Spruche hier mit Recht verdient) über diesen Punkt nicht mehr rechten, sondern unsere Rundschau weiter halten und unsere Betrachtungen daran knüpfen. In der bereits erwähnten Nummer liefert Herr Sz. einige interpretionelle Bemerkungen zu dem Berichte eines Krakauer Correspondenten, in welcher er nach den beiden ehrwürdigen Rabbinen zu Preß bürg und Krakau und noch anderen berühmten Talmudcoryphäen mit Koth wirft. Der vermessene Bube ist jedoch damit nicht zufrieden, mit den Lebenden allein sein freventliches Spiel zu treiben, sondern wühlt auch in dem Grabe eines großen Mannes, eines Münnes, dessen Name einen Men Israeliten mit Ehrfurcht und heiliger Scheu erfüllt. Moses Sopher! Der Fromme, Gerechte und Gelehrte! Wer kennt ihn nicht, diesen merkwürdigen Mann, dessen Druckwerke, weil sie von bleibendem Werth, stets unvergänglich sein werden, aus denen, M allen Zeiten, ein jeder nach seiner Weise schöpfen wird und dessen »Andenken mit der Unsterblichkeit Hand in Hand geht? Und diesen großen Todten wagt ein Wicht, dessen Schandblatt bald verschwinden und dessen Name-schon nach einigen Dezennien verschollen und verklu-GM sein wird, zu verunglimpfen und zu besudeln! Kann die Verworfenheit wohl weiter gehen? Der Spruch: „äs mortui3 vil visi b6U6," ist wohl jedem anständigen Menschen Lief ins Herz gegraben; aber selbst der rohe Pöbel respectirt die Heiligthümer und die -Ruhe der Todten, wenn er auch sonst anderswo ohne Erbarmen haust und wüthet. Als in dem Schreckensjahre 1848 die Revolution ihre blutige Fackel schwang und det entfesselte Pöbel auf die Juden verwüstend und plündernd eindrang, da trat er vor den Gräbern und dem Gotteshause allüberall scheu zurück und wagte keine Entweihung. Doch Herostrates will sich um jeden Preis einen Namen machen, darum streckt er die verruchte Hand aus und zündet den Tempel zu Ephesus an.-- - - Wir legen jetzt Nr. 21 aus der Hand, west sich unsere Feder vor der noch längern Erörterung, dieser Blasphemien sträubt. Eine Apologie für MoseS Sopher schreiben, hieße eine den Manen des großen Mannes zugefügte Verunglimpfung. Das Hohe und Erhabene ist in sich selbst geborgen, es bedarf keiner Ab- und Schutzwehr von außen. Fort also zu Nr. 22, damit wir aus ihr auch ein Pröbchen des Szantö'schen Gebarens gegen die Fortschrittsmänper zu lesen bekommen. „Der feine Grobian und der grobe Fein" ist die Ueberschrift eines kurzen aber vollgespickten Schmähartikels gegen die Rabbiner Löw Und Fein. Zwar wird in düsem Artikelchen dem Herrn Mbb. Löw Wissen, Geist, Talent und Bildung zugesprochen; doch sind wir bereits mit den Manövern des Herrn Sz zu sehr vertraut, als daß wir nicht wissen sollten, daß hier dem Herrn Löw nur deshalb Weihrauch gespendet wird, um gegen Herrn Rabb. Fein mit um so größerer Brutalität Vorgehen zu können. Wie oft ließ nicht schon Herr Sz. die beiden Herren Löw und vr. Meisel die Rollen tauschen? Einer wird immer auf Kosten des andern gelobt und zugleich — herabgesetzt. Wer sich ein Bischen der Mühe unterziehen wollte, in den welken Blättern der „Neuzeit" zu suchen, der würde hjnlängliche Belege dafür finden; und mit Recht belohnte daher Herr Löw den Herrn Sz. mit dem Titel eines „modernen Cagliastro", da er mit unglaublicher Charlatanerie das Lob in den Tadel und wieder umgekehrt zu escamotiren versteht. Herr Löw hat Wissen! Wie lange Herr ist es, düß Herr Sz ein allbekanntes Compendium als Löw's einzigen und alleinigen Wissensschatz bezeichnete? Er hat Bildung! Wo ist in dem Gesalbader über „Leopold den Zänker" auch nur ein Jota über die dem Herrn Löw eigenthümliche Urbanität anzutreffen? Jetzt paßt es Hrn. Sz. freilich' in den Kram, etwas von dieser Politesse zu faseln, um die Ungeschliffenheit deS Herrn Rabbiner Fein um so greller hervortreten zu lassen. Dies sind Kniffe, durch die sich Niemand mehr täuschen und beirren läßt. Wir ünd mit unserer Rundschau zu Ende. Das Facit des Szantv'schen Sündenregisters beweist, daß er ein Polisson ärgster Gattung ist. . Er zählt nicht zu jenen, welche „die Inklination zu persönlichem Hader" nur bisweilen mit sich fortreißt, sondern watet in dem Schlamme der empörendsten Zanksucht immer und ewig. Die Gemeinheit ist'unzertrennlich von ihm wie sein Schatten, die Insultation sein Element, in dem er lebt, und die Anzüglichkeit die Luft, welche er athmet. Diese drei Attribute grinsen aus jeder von ihm geschriebenen Zelle wie ein Gespenst heraus. Sie sind in ihm zu Fleisch und Blut geworden, sind mit seinem innersten Sein verwachsen und verwoben