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Der Israelit · 1864-06-08 · Heft 23 (8.6.1864) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 23 (8.6.1864)
Date
1864-06-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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5. Jahrgang. LS. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Vi». Lehmann in Mainz. Mainz, den 8. Juni 5624 (1 864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oefterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankyzusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. österreich. an die Erpedition franko einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: Die Thora — die Welt des Geister«. — Die Literatur des Kompert'scl'en Preßprocrjses. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwoknungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Afrika: Abcssynien. Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Corretpondeuzcn: Deutschland: Leipzig. Breslau. Aus Württemberg. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Wien. Aus Ungarn. — Frankreich: Paris. Aenilleton: Die Vertreibung der Juden aus Tyrnau. Inhalt der Extra-Beilage: Oesterr. Kaiserst.: Mako. Leitende Artikel. Die Thora — die Welt des Geistes. (Zum Wochenfeste.) Wir können das Fest der Gesetzgebung nicht würdiger begehen, wie wenn wir nns den unermeßlichen Werth und die ungemein hohe Bedeutung der an diesem Tage uns geoffenbarten Thora einigermaßen klar zu machen suchen. Wie die große Welt, die uns umgibt, die Himmel und die Mde, die Sonne und der Mond, die Gestirne und das tiefe Meer, mit den Milliarden und aber Milliarden von Geschöpfen, die in und auf den großen Himmelskörpern leben, von den großen Thieren des Waldes bis zum Jnfusionsthierchen im Wassertropfen, von den Cedern des Libanon! bis zu den Moosen, die aus altem Gemäuer hervorsprießen, von den gewaltigen Felsen mit ewigem Schnee! bedeckter Gebirge bis zu dem Stäubchen, das im Son-! nenftrahle sich wiegt, uns eine Vorstellung zu geben vermag von der Größe, Allgewalt, Güte und Weisheit des Schöpfers, der das Alles in solcher Pracht und Herrlichkeit geschaffen, gebildet und gemacht hat, —! also vermag nns auch die Gotteslehre, die da ist eine! geistige Welt, wenn wir uns in ihre Tiefen versenken, um die Perlen des Wissens aus dem Bette dieses Geistesmeeres zu holen, eine Vorstellung zu geben von dem Ewigen, der sie uns offenbart hat. Wie und in welcher Weise wir das zu vollbringen vermögen, das lehrt nns das heilige Gotteswort selbst, indem es aus den uns naheliegenden natürlichen Erscheinungen uns I Bilder vorführt, in welchen es uns seine eigene Bedeutung annähernd darstellt. So heißt es (Jes. Cap. 55, V. >) psvZ H p-r dwL vn .2-lll 1" -,'klv 1-OL, ivn-ri „Wohlan, all ihr Durstigen, geht hin zum Wasser, und ihr, die ihr kein Gelo habet, geht hin und kaufet und genießet, und gehet hin und kaufet ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!" Der Prophet vergleichet hier die Gotteslehre mit 3 Getränken: Wasser, Wein und Milch. An anderen Stellen der h. Schrift dienen noch zwei andere Getränke zur bildlichen Darstellung der Gotteslehre: nämlich Oel (im hohen Liede) und Honig (im Psalm 19). In der Natur steht das Flüssige dem Festen gegenüber; das Flüssige ist ein Bild des Gedankens; aber nur Einzelnes vermag die verschiedenen Wersen des Gedankens bildlich darzustellen, während der Geist (die Thora) ein einziger, einiger ist.

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